Brugg
Kulturlokal servierte gute Tropfen Whisky zu wirklich genialen Klängen

Pianoklänge hallen durchs «Dampfschiff»; in der Luft hängt der leicht süssliche Geruch von Whisky. Das Kulturlokal Dampfschiff lud zur Tom-Waits-Nacht samt Whisky-Degustation ein. Es war eine wilde Performance.

Philippe Neidhart
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Szene aus einem irischen Pub? Nein, auch im «Dampfschiff» Brugg kann Whisky genossen werden – zum Beispiel aus Elfingen.
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Szene aus einem irischen Pub? Nein, auch im «Dampfschiff» Brugg kann Whisky genossen werden – zum Beispiel aus Elfingen.

AZ

Das Licht geht aus, der Raum wird nur noch erhellt vom Schein einiger Kerzen, als eine heisere Stimme ein Lied anstimmt und die heimelige Atmosphäre durchbricht: «The Piano has been drinking, my necktie is asleep.»

«Pescajamba» nennen sich die vier Musiker um den Sänger und Multiinstrumentalisten Aaron Hitz, die es sich zur Aufgabe gemacht haben, die Musik des legendären Tom Waits neu aufleben zu lassen. Dabei belassen sie es jedoch nicht bei der blossen Interpretation, sondern präsentieren eine Mischung aus Stand-up-Comedy, Musik und Theater. Hitz gelingt es dabei hervorragend, die von Zigaretten und übermässigem Alkoholkonsum geschundene Stimme Tom Waits’ zu imitieren. Doch nicht nur als Sänger macht Hitz eine gute Figur, zwischen den Titeln unterhält er das Publikum mit amüsanten Geschichten – etwa über Miles Davis. Der Musiker habe sich fünf Jahre in seiner Wohnung eingesperrt und sich nur vom magischen Dreieck des Jazz – Pizza, Heroin und Leitungswasser – ernährt.

Schräge Show

Während den Liedern ist Hitz kaum mehr zu halten. Es ist eine wilde Performance. Mit einer teilweise ins Absurde abdriftenden Mimik springt er auf der Bühne herum – schon nach den ersten drei Songs glänzen unzählige Schweissperlen auf der Stirn des jungen Sängers. Die schräge, leicht irritierende und dennoch geniale Bühnenshow zieht das Publikum jedoch in ihren Bann. Beim Titel «Ice Cream Man» sind die Gäste nicht mehr zu halten, es wird getanzt und im Takt mitgeklatscht. Dass Hitz primär Schauspieler ist, spürt man bereits zu Beginn der Performance.

Der 29-Jährige spielte schon auf vielen Theaterbühnen und stand unter anderem für den «Tatort» und die Verfilmung von Martin Suters «Der Teufel von Mailand» vor der Kamera. Zwischen den musikalischen Einlagen hatten die Gäste die Möglichkeit, sich von Ernst Käser in Sachen Whisky beraten zu lassen und sich selbst vom Geschmack des Malzbrandes zu überzeugen. Nebst einigen ausgesuchten schottischen und japanischen Tropfen bot Käser Whisky aus seiner hauseigenen Destillerie in Elfingen an. Allen voran erfreute sich der «Full Moon Whisky» beim Publikum grösster Beliebtheit. Dieser wird übrigens zur Vollmondtanznacht neu ins Sortiment des «Dampfschiffs» aufgenommen.

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