Olympia
Klappts nicht mit St. Moritz, springt Villigen ein

Am Sonntag stimmen die Bündner über ihre Olympia-Kandidatur 2022 ab. «Sollte es in St. Moritz und in Davos nicht klappen, dann springen wir in die Bresche», sagt Roger Meier aus Villigen mit einem Lachen.

Michael Hunziker
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Auch wenn das Projekt «Olympia 2022» auf dem Rotberg nicht ganz ernst gemeint ist: Um Ideen sind dieVilliger nicht verlegen.

Auch wenn das Projekt «Olympia 2022» auf dem Rotberg nicht ganz ernst gemeint ist: Um Ideen sind dieVilliger nicht verlegen.

Archiv/mhu

Roger Meier gehört zu den treibenden Kräften hinter dem Skilift Rotberg. Und tatsächlich: Der Homepage www.rotberg.ch ist zu entnehmen, dass sich die Villiger auf die Ausrichtung der Olympischen Winterspiele 2022 vorbereiten.
Ursprünglich war das Ganze eine Schnapsidee im Weinbaudorf. Die Männer hätten beisammengesessen und den einen oder anderen Schoppen getrunken, erinnert sich Meier. Die Gespräche seien lauter, die Ideen mutiger geworden. Bis einer verkündete: «Wir brauchen einen Skilift und ich werde ihn errichten.» Worauf ein anderer sagte: «Falls du das schaffen solltest, melde ich unser kleines Dorf an den Olympischen Spielen an.» Der Skilift, das ist kein Witz, steht seit Jahren.
Auch wenn es sich bei «Olympia 2022» um ein nicht ganz ernst gemeintes Projekt handelt: Um Ideen ist die bunt zusammengewürfelte Gruppe rund um den Skilift Rotberg nicht verlegen. Für die Langlauf-Loipe sollen die regionalen Velowege umgenutzt werden. Mit der Abwärme der Klimageräte, die zur Kühlung der überdachten Loipen-Spur benötigt werden, könne der überdachte Zuschauerbereich geheizt werden. Die Abfahrt, so Roger Meier, müsse - wegen des zu geringen Höhenunterschieds - in Etappen durchgeführt werden. Will heissen: Die Athleten schultern nach einer ersten Fahrt die Ski und laufen den Berg hoch, um dann erneut Richtung Tal zu brettern.
Die Post Villigen, so ist weiter geplant, erhält eine neue Aufgabe und wird Talstation der Sesselbahn. Auch für die Unterhaltung ist gesorgt. «Das Ziel ist Göläs Auftritt an der Eröffnungsfeier», ist festgehalten. Damit nicht genug: Um die notärztliche Versorgung sicherzustellen, wollen die Villiger einen Helikopter anschaffen. Und um die zu erwartenden Besucherströme zu bewältigen, werde der Bau einer Landepiste im Niederhard beschlossen. Damit der Fluglärm im Olympischen Dorf in Grenzen gehalten werden kann, finden die Flugbewegungen übrigens im gekröpften Südanflug statt.
Um dann doch noch ernst zu werden: Die Diskussionen um die Winterspiele im Kanton Graubünden verfolgt Roger Meier mit Interesse. Er bezeichnet sich als Skifan und hat selber in Wintersportgebieten gearbeitet. Deshalb kennt er auch den einen oder anderen Skistar persönlich.

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