Hausen
Jugendfest online ganz ohne Internet und Mobiltelefon

Unter dem Motto «Hausen on-line» hat das dreitägige Jugend- und Dorffest stattgefunden. Auch das schlechte Wetter konnte der guten Stimmung keinen Abbruch tun. Schliesslich haben sich die Beteiligten in den letzten Jahren daran gewöhnt.

Irene Hung-König
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Jugendfest Hausen, Ringe werfen
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Jugendfest Hausen, lachende Lehrerin
Jugendfest Hausen, Kindergärtler Umzug
Jugendfest Hausen, Grössere Umzug
Jugendfest Hausen Karussell-Lied
Jugendfest Hausen, John Hänni
Klein und Gross zieht am Jugendfest am gleichen Strang.
Jugendfest online ganz ohne Internet und Mobiltelefon

Jugendfest Hausen, Ringe werfen

Irene König

Und mal wieder die durchsichtigen Pelerinen übergezogen – für die Hausener Primarschülerinnen, Kindergärtler, das Lehrerkollegium und die Behörden war das schlechte Wetter am Jugendfestumzug nichts Neues.

Die Stimmung war trotzdem gut: in hübschen weissen Kleidern und mit Blumenkränzchen im Haar die Mädchen, mit dunklen Hosen und weissen Hemden die Buben, lachten und schwatzen sie, bevor sich der Umzug an diesem Samstagmorgen um neun Uhr in Bewegung setzte.

Die Musikgesellschaft Hausen und die Musikgesellschaft Eintracht Windisch sorgten mit ihren rassigen Märschen für die perfekte Begleitung. Immer wieder schweiften die Blicke der Kinder in die Menschenmenge entlang der Hauptstrasse: Da, ein Kindergärtler entdeckt seine Eltern, er strahlt übers ganze Gesicht und winkt ihnen zu.

Ein Experiment

Zu Beginn der Morgenfeier im grossen Festzelt hinter der Turnhalle führte Schulpflegepräsident Roger Haslimeier ein Experiment durch: «Schliesslich will ich Euch nicht mit einer Rede langweilen», erklärte er den Kindern.

Für jede der neun Bankreihen lag eine Spule mit farbiger Schnur bereit. Diese galt es abzurollen, auf der einen Seite der Tische durch die Hände der Kinder und Erwachsenen gleiten zu lassen, und auf der anderen Seite wieder nach vorn zu Roger Haslimeier gelangen zu lassen.

«Das ist die Saalwette à la Wetten, dass... Wir müssen nun am gleichen Strick ziehen.» Und tatsächlich, die farbigen Schnüre fanden ihren Weg wieder zu Roger Haslimeier. «Das habt Ihr toll gemacht, wir sind nun on-line, also verbunden, und dies ohne Internet und Handy.»

Der «Prima-Chor» der Schule begeisterte mit seinem «On-line-Rap» ehe Jugendfestredner John Hänni das Zepter in die Hand nahm. Der Musiker aus dem Berner Oberland erzählte aus seiner Kindheit, die er im Südpazifik, in Papua Neuguinea, verbrachte.

«Wir hatten keinen Strom und keine Strasse. Anstelle des Weckers weckten mich die Vögel», sagte er, bevor er mit Gitarre und Mundharmonika darüber sang. Mit dem Lied «schwarz oder wiiss» zeigte er die Einzigartigkeit jedes Menschen auf. «Es ist auch einzigartig, wie Ihr heute dieses Fest in Hausen feiert.»

Am Spielnachmittag mit Hüpfburg, Karussell, Töggelikasten, Schiffschaukel und Zauberer vergnügten sich die Kinder, am Abend kamen auch die Erwachsen bei der zweieinhalbstündigen Unterhaltungskiste «Hausen on-line – the show» mit über 100 Mitwirkenden auf ihre Kosten. Es wurde gesungen, getanzt und natürlich viel gelacht.

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