Bözbergtunnel

Jetzt kommt die 1920 Tonnen schwere Tunnelbohrmaschine – in Einzelteilen

Die 1920 Tonnen schwere Tunnelbohrmaschine für den Bau des Bözbergtunnels wird in Einzelteilen angeliefert.

Michael Hunziker
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Beim südlichen Tunnelportal in Schinznach-Dorf wird bis Mitte April die 1920 Tonnen schwere Tunnelbohrmaschine zusammengebaut. zvg

Beim südlichen Tunnelportal in Schinznach-Dorf wird bis Mitte April die 1920 Tonnen schwere Tunnelbohrmaschine zusammengebaut. zvg

zvg/SBB

Sie ist 1920 Tonnen schwer und insgesamt 90 Meter lang, die Tunnelbohrmaschine, die beim Bau des Bözbergtunnels zum Einsatz kommen wird. Derzeit werden die Einzelteile zur Baustelle transportiert. Das grösste Stück, der 168 Tonnen schwere Antrieb, ist mit einem nächtlichen Schwertransport zum Südportal in Schinznach-Dorf gebracht worden. Zum Abladen und für den Zusammenbau steht ein Raupenkran zur Verfügung. Voraussichtlich ab nächster Woche wird dann in fünf Einzelteilen der Bohrkopf angeliefert. Zusammengesetzt wiegt dieser 282 Tonnen.

Die Montagearbeiten laufen gemäss SBB noch bis etwa Mitte April und können von der Besucherplattform aus beobachtet werden. Dort sind auch weitere Informationen über technische Details zu finden. Der maschinelle Vortrieb findet ab März bis Ende dieses Jahres statt. Pro Tag wird sich die Tunnelbohrmaschine etwa 22 Meter vorarbeiten.

Tunnel wird 4-Meter-tauglich

Der Hintergrund: Ab 2020 sollen zusätzliche Gütertransporte von der Strasse auf die Schiene verlagert werden. Damit auf der 270 Kilometer langen Strecke zwischen Basel und der italienischen Grenze Sattelaufleger mit einer Höhe von 4 Metern auf der Bahn transportiert werden können, realisieren die SBB im Auftrag des Bundes den 4-Meter-Korridor auf der Gotthard-Achse. Kostenpunkt: rund 710 Mio. Franken. Das grösste Einzelprojekt ist der rund 350 Mio. Franken teure Bau des neuen Bözbergtunnels. Gebaut werden muss diese 2,7 Kilometer lange Doppelspur-Röhre, weil der alte Bözbergtunnel nicht 4-Meter-tauglich ist.

Baustellenbegehung Bözbergtunnel
11 Bilder
Baustellenbegehung Bözbergtunnel Im neuen Bözberg-Eisenbahntunnel sind die Vortriebsarbeiten bereits auf über 30 Meter fortgeschritten. Der alte Tunnel befindet sich rechts hinter der Membran.
Baustellenbegehung Bözbergtunnel Blick von der Besucherplattform: Rechts ist die Bohrpfahlwand und in der Mitte das Spritzbetongerät.
Baustellenbegehung Bözbergtunnel Gesamtprojektleiter Thomas Zieger erklärt den Lockergesteinsvortrieb.
Baustellenbegehung Bözbergtunnel Die neue Besucherplattform befindet sich auf dem höchsten Punkt über dem Tunnelportal.
Baustellenbegehung Bözbergtunnel Zu 16 Meter langen Stahlrohren werden die Einzelteile zusammengesetzt und montiert.
Baustellenbegehung Bözbergtunnel Projektleiter Thomas Zieger eröffnet die neue Besucherplattform.
Baustellenbegehung Bözbergtunnel Von der Besucherplattform in Schinznach-Dorf lässt sich ab 2017 der Aufbau der Tunnelbohrmaschine beobachten.
Baustellenbegehung Bözbergtunnel Für den Lockergesteinsvortrieb werden neue Stahlrohre angeliefert.
Baustellenbegehung Bözbergtunnel Projektleiter Thomas Zieger auf den ersten 30 Metern im neuen Bözberg-Eisenbahntunnel.
Baustellenbegehung Bözbergtunnel Der Neubau des 2,7 Kilometer langen Bözbergtunnels kostet 350 Millionen Franken und soll 2020 fertig sein.

Baustellenbegehung Bözbergtunnel

Chris Iseli

Das nördliche Portal des neuen Bözbergtunnels liegt bei Effingen, das südliche bei Schinznach-Dorf, von wo aus auch der Hauptvortrieb mit der Tunnelbohrmaschine erfolgt.

Ab Ende 2020 fahren die Züge

Begonnen haben Vorarbeiten im Oktober 2015. Im März des letzten Jahres starteten die Hauptarbeiten, im Herbst der bergmännische Vortrieb. Dabei wird laut SBB in einem ersten Schritt mit einem Bagger eine Strecke von 108 Meter im Lockergestein ausgebrochen. Die beiden Tunnelportale werden 2018 im Tagbau erstellt. Im Anschluss folgt die Fertigstellung des Rohbaus sowie der Einbau der Bahntechnik. Die ersten Züge fahren ab Ende 2020 fahrplanmässig durch den neuen Bözbergtunnel.

Bis 2022 wird der alte Tunnel zu einem Dienst- und Rettungsstollen umgebaut. Fünf Notausgänge führen über Querverbindungen vom neuen zum alten Tunnel.