Windisch
Die Überschwemmung hinterlässt grosse Schäden in den Schrebergärten: «Alles muss wieder neu angepflanzt werden»

In der Windischer Gartenanlage Gartenfreunde Sommerau muss viel Gemüse entsorgt und Gartenhäuser repariert werden. Alois Steinger schildert die Zerstörung.

Janine Walthert
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Präsident Alois Steinger steht in seinem vom Wasser verwüsteten Schrebergarten.

Präsident Alois Steinger steht in seinem vom Wasser verwüsteten Schrebergarten.

Bild: Janine Walthert

Nach dem Unwetter in der letzten Woche steht Alois Steinger neben seinem Gemüsebeet in seiner Gartenparzelle der Gartenfreunde Sommerau. Oder was davon noch übrig geblieben ist. Der Vereinspräsident hat eine hektische Zeit hinter und vor sich.

Vereinspräsident Alois Steinger.

Vereinspräsident Alois Steinger.

Bild: Janine Walthert

Nun putzt Steinger sein Gartenhaus, hakt im Garten und versucht, das Eine oder Andere zu retten. Gut 60 von 104 Parzellen hat es vom Dienstag bis Donnerstag der vergangenen Juliwoche überschwemmt. Einige stehen immer noch unter Wasser.

Auch Präsident Steinger, dessen Parzelle fast an der Strasse liegt, hat es getroffen. Er sagt:

«Das Wasser aus den Schächten und der Aare stieg gut 65 Zentimeter und überschwemmte meinen Garten mitsamt dem Häuschen.»
Steingers Kartoffeln faulen bereits.

Steingers Kartoffeln faulen bereits.

Bild: Janine Walthert

Seine Kartoffeln sind verfault und Tomaten und Salat unbrauchbar. «Im Aarewasser sind viele Giftstoffe enthalten. Nur Gemüse, das abgekocht werden kann, ist noch zu verwenden», weiss Steinger und ergänzt:

«Auch der Teppich und der Boden meines Gartenhäuschen sind kaputt. Zum Glück bin ich versichert.»

Bereits diesen Donnerstag komme eine Schadenexpertin vorbei, schätze die Schäden der betroffenen Personen und entschädige diese direkt. Doch: «Nicht alle Pächterinnen und Pächter sind versichert», sagt der Präsident. So müssen rund zehn Prozent den entstandenen Schaden selbst bezahlen.

Noch sind einige Parzellen und Wege in der Gartenanlage überschwemmt.

Noch sind einige Parzellen und Wege in der Gartenanlage überschwemmt.

Bild: Janine Walthert

Alles muss wieder neu bepflanzt werden

Die Gartenanlage erstreckt sich gut 350 Meter dem Aareufer entlang. Der Fluss überflutete den hinteren Teil bis zu einem Meter mit Wasser. Mitten in der Anbau- und Erntezeit sei eine solche Überschwemmung besonders schlimm: Der Pensionär sagt:

«Die Pächterinnen und Pächter müssen nun von vorne anfangen: Alles muss wieder neu bepflanzt werden.»

Ein Biogarten einer Pächterin stand unter Wasser. Die Schäden sind nun sichtbar: «Ein trauriges Bild. Die Frau gab sich grosse Mühe und achtete auf eine grosse Vielfalt. Nun ist alles kaputt», sagt Alois Steinger.

Auch Pächter Jürg Häberling hat Schäden zu beklagen.

Auch Pächter Jürg Häberling hat Schäden zu beklagen.

Bild: Janine Walthert

Getroffen hat es auch Jürg Häberling: Der Hobbygärtner war in den Ferien, als sein Garten überschwemmte. Häberling sagt:

«Sofort schickte ich meinen Sohn her, der viele Gartengeräte aus dem Wasser stellte.»

Für den Rasenmäher und die Motorhacke kam die Rettung jedoch zu spät: «Die sind futsch. Jetzt hoffe ich auf etwas Geld der Versicherung.»

Sein Garten sei nicht mehr zu retten – alles müsse er entsorgen. Und: Obwohl er sein Gartenhäuschen etwas erhöht habe, stand dieses gut 60 Zentimeter unter Wasser. «Der Boden ist beschädigt. Nun muss alles trocknen, dann sehe ich, was noch zu machen ist.»

Jetzt müssen Pächterinnen und Pächter unterstützt werden

Gut 14 Jahre blieb die Gartenanlage – die eine der grössten der Region ist – von Überschwemmungen verschont. Der Vereinspräsident sagt etwas wehmütig:

«Im Jahr 2007 standen unsere Gärten auch unter Wasser. Damals war es etwa gleich schlimm.»

Wie solche Schäden in Zukunft vermieden werden können? «Gegen Naturereignisse sind wir machtlos, dies können wir nicht beeinflussen», sagt Steinger. «Wichtig ist jetzt, die Pächterinnen und Pächter zu unterstützen und Hilfe anzubieten.»

Unter den Hobbygärtnern herrscht grosse Enttäuschung. Doch mit Zuversicht wird in die Zukunft geblickt, neu angepflanzt und auf das Beste gehofft.

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