Villigen

Hier wird die Landwirtschaft von heute auf knapp zwei Kilometern erklärt

Franz Baumann, Dominik Mayr und Hans Rudolf Zimmermann haben einen Infopfad realisiert.

Michael Hunziker
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Auf 20 Tafeln ist zu erfahren, was auf den Feldern produziert wird. mhu

Auf 20 Tafeln ist zu erfahren, was auf den Feldern produziert wird. mhu

Michael Hunziker

Der Blick schweift vorbei an den Obstbäumen und über das Gemüsefeld. Auf der Tafel am Wegrand ist zu erfahren, dass die Pflege und Ernte bei Hochstammbäumen recht aufwendig ist, dass sie aber Vogelarten, Insekten, Fledermäusen und Säugetieren einen Lebensraum bieten. Einige Meter weiter wird ausgeführt, dass jeder Schweizer rund 80 Kilogramm Gemüse isst pro Jahr, dass um die 100 verschiedenen Arten gedeihen in der Schweiz.

Auf dem Villiger Feld ist der Infopfad «Landwirtschaft heute» realisiert worden. Auf dem knapp 2 Kilometer langen Rundgang wird dem Besucher auf 20 Tafeln erklärt, was auf den Feldern produziert wird, was die Landwirtschaft leistet – in Villigen und auch schweizweit. Ins Leben gerufen wurde der Weg von Franz Baumann, Dominik Mayr und Hans Rudolf Zimmermann. Der Wunsch, einmal aufzuzeigen, welche Leistungen die Landwirtschaft erbringt, sei seit Jahren immer wieder zu hören auf bäuerlicher Seite und von bäuerlich involvierten Stellen, sagt Zimmermann. «Das haben wir mit dem Infopfad bewerkstelligt.»

Der innovative Landwirt ist nie um neue Ideen verlegen, bewirtschaftet neben seinen Feldern auch verschiedene Kanäle auf den sozialen Medien. Von sich reden macht er ebenfalls als Züchter von Wagyu-Rindern, eine Rasse aus Japan.

Hilfe erhielten die Initianten für ihren Weg vom Landwirtschaftlichen Informationsdienst (LID) sowie vom kantonalen Departement Finanzen und Ressourcen. Ersterer stellte die Informationen für die Hinweistafeln zur Verfügung, die bei den entsprechenden Feldern platziert wurden, letzteres die Statistiken zu Villigen. Zur Sprache kommen «fast alle Themen der Landwirtschaft», fügt Zimmermann an und nennt unter anderem die Stichworte Dienstleistungen oder Ökologie. Auf diese Weise könnten die Vielfalt der Landwirtschaft aufgezeigt, Verständnis und Image gefördert sowie Warum-Fragen geklärt werden.

Der Rundgang beginnt bei der Bushaltestelle «Gemeindehaus Villigen». Der Weg führt zuerst an Häusern vorbei, dann auf das offene Feld, wo Ackerkulturen dominieren, weiter auf einen Wiesenweg, wo die Öko-Elemente erklärt werden und schliesslich vorbei an Getreidekulturen zurück ins Neuzelg-Quartier und zur Bushaltestelle. Gerechnet werden müsse für den Spaziergang mit etwa 50 Minuten, sagt Zimmermann, was von einem Bus zum nächsten reiche. Angesprochen werden könne mit diesem Angebot «vorab» die lokale Bevölkerung. Die ersten Reaktionen jedenfalls seien positiv, freut sich der Landwirt.