Windisch
Hier werden sogar Kindergeschichten musikalisch erzählt

Das Kammerorchester 65 begeistert in der reformierten Kirche mit einem speziellen Adventskonzert. Neben Wolfgang Amadeus Mozart gibt es «Peter und der Wolf» und «Tuttifäntchen . . . oder der hölzerne Bengel» zu hören.

Irene Hung-König
Merken
Drucken
Teilen
Klarinettist Moritz Roelcke spielt mit dem Kammerorchester 65 leichtfüssig und fidel das Konzert in A-Dur von Wolfgang Amadeus Mozart.

Klarinettist Moritz Roelcke spielt mit dem Kammerorchester 65 leichtfüssig und fidel das Konzert in A-Dur von Wolfgang Amadeus Mozart.

Irene Hung-König

Vor der reformierten Kirche in Windisch hat sich am Tag vor dem 1. Advent eine lange Schlange gebildet. Die Gäste wollen von der Kälte in die Kirche, um sich das Adventskonzert des Kammerorchesters 65 anzuhören. Dieses gibt es seit 50 Jahren und besteht aus musikbegeisterten Instrumentalisten. Kleine und grössere Kinder sitzen mit ihren Eltern in der ersten Reihe. «Peter und der Wolf» von Sergei Prokofjew steht ebenfalls auf dem Programm, wie die Weihnachtsgeschichte «Tuttifäntchen . . . oder der hölzerne Bengel» von Paul Hindemith. Ein Kind blättert im Buch «Peter und der Wolf».

Klarinettist Moritz Roelcke macht den Anfang. Er spielt Wolfgang Amadeus Mozarts letztes Instrumentalkonzert in A-Dur, das KV 622, von 1791 erfrischend. Fröhlich und locker das «Allegro», bilden das Kammerorchester 65 und Solist Moritz Roelcke auch beim «Adagio» und «Rondo: Allegro» eine Einheit. Konzentriert, manchmal mit geschlossenen Augen spielt er für das Publikum. Langanhaltender Applaus und Bravo-Rufe sind die Folge, die Gäste sind hellbegeistert.

«Ein grosser Plausch»

Sergei Prokofjews «Peter und der Wolf» ist ein Klassiker. Für Erzähler Hans-Ulrich Munzinger ist die Geschichte, in der Peter den Wolf fängt, auch heute noch «ein grosser Plausch». «Was mit der Ente, dem Vogel, Peter und dem Wolf passiert, das hört man auch in der Musik», erklärt er. Und an die Kinder gewandt: «Es wird auch laut und gruselig, aber keine Angst, es kommt schon gut.» Die Querflötenstimmen imitieren das Vogelgezwitscher zu Beginn der Geschichte, mit abwechselndem Geigengezupfe wird der Streit zwischen Vogel und Ente intoniert. Hans-Ulrich Munzinger lässt den Vogel tanzen, imitiert mit verschränkten Armen den grimmigen Grossvater. Eindrücklich die vielfältigen und tiefen Stimmen des Kammerorchester, als der Wolf aus dem Wald kommt, die Katze auf den Baum flüchtet. Zu guter Letzt kann Peter den Wolf fangen, die Jäger, die ihn schon lange jagten, haben das Nachsehen. Die zweite Geschichte handelt von «Tuttifäntchen, dem hölzernen Bengel». «Wir kennen ihn als Pinocchio», sagt der Erzähler.

Auch hier ist schön zu hören, wie die Holzpuppe in Meister Pedros Werkstatt lebendig wird und fröhlich durch die Werkstatt hüpft. Die Suche nach Meister Pedros Tochter und Tuttifäntchen wird durch ruhige, besinnliche Töne begleitet, die beiden sind nämlich auf der Suche nach dem Weihnachtslicht. Die Mischung aus Klassikkonzert und erzählten Geschichten hat das Publikum erfreut, es spendet den Künstlerinnen und Künstlern lang anhaltenden Applaus.

Adventskonzert Samstag, 5. Dezember, 17 Uhr, Reformierte Kirche Wettingen.