Brugg/Schinznach-Bad

Fusion: Knackpunkte sind Schule und Feuerwehr – aber nicht die Finanzen

Die Gemeindevertreter von Brugg und Schinznach-Bad planen den Zusammenschluss per 1. Januar 2020. Bei Schule und Feuerwehr arbeiten die Gemeinden mit unterschiedlichen Partnern zusammen – Lösungen könnten knifflig werden.

Janine Müller
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So sähen die Gemeindegrenzen aus, wenn Schinznach-Bad und Brugg fusionieren würden.

So sähen die Gemeindegrenzen aus, wenn Schinznach-Bad und Brugg fusionieren würden.

Grafik/Barbara Adank

Gestern Donnerstag gaben Daniel Moser, Stadtammann Brugg, und Oliver Gerlinger, Gemeindeammann Schinznach-Bad, bekannt, dass ihre Gemeinden fusionieren möchten. Der Projektierungskredit soll im Juni dem Einwohnerrat beziehungsweise der Gemeindeversammlung zur Abstimmung vorgelegt werden.

Wird der Kredit von beiden Gemeinden angenommen, dürfte im Herbst 2018 oder im Frühling 2019 über die Fusion abgestimmt werden. Per 1. Januar 2020 wäre diese realisierbar, sofern der Zeitplan eingehalten wird. Wie hoch der Projektierungskredit sein wird, ist zurzeit noch unklar.

Sie stellten die Fusionspläne von Schinznach-Bad und Brugg vor (v.l.): Nicole Seiler, Oliver Gerlinger,Daniel Moser und Yvonne Brescianini.

Sie stellten die Fusionspläne von Schinznach-Bad und Brugg vor (v.l.): Nicole Seiler, Oliver Gerlinger,Daniel Moser und Yvonne Brescianini.

zvg

2013 fand ein erstes Gespräch zwischen Gerlinger und Moser statt. Noch im selben Jahr wurde eine Projektgruppe auf die Beine gestellt, die eine Fusion prüfen sollte. Unter der Leitung von Anwalt und Mediator Markus Leimbacher entschied die Gruppe, bestehend unter anderen aus Yvonne Brescianini, Stadtschreiber Brugg, und Nicole Seiler, Gemeindeschreiberin von Schinznach-Bad, dass das Projekt weiterverfolgt werden soll.

«Es gab keinen einzigen klaren Nachteil für eine der Gemeinden», betont Nicole Seiler. Geprüft wurden vor allem die Knackpunkte Schule, Eigenwirtschaftsbetriebe, Feuerwehr und Finanzen. Die Gruppe kam zum Fazit, dass «keine unüberwindbaren Probleme aufgetaucht sind», wie Gerlinger sagt.

«Fusion ist nicht der Untergang»

Die Fusion hätte keine grossen finanziellen Auswirkungen. Beide sind finanziell gesund, Brugg mit einem Steuerfuss von 100 Prozent und Schinznach-Bad mit 110 Prozent.

Gerlinger ist sich bewusst, dass viele Menschen emotional auf das Thema Fusion reagieren. Dem will Schinznach-Bad mit einem Infoabend vor der Gemeindeversammlung vorbeugen. «Wir wollen offen kommunizieren, die Ängste der Einwohner ernst nehmen, aber auch die Fakten aufzeigen, die für eine Fusion sprechen», so Gerlinger. «Eine Fusion ist nicht der Untergang.»

Schinznach-Bad könne von Brugg profitieren und in diesem Zentrum aufgehen, ohne gleich annektiert zu werden. Eine Fusion hätte für Schinznach-Bad Vorteile, vor allem in der Verwaltung und in den Gremien.

Die Gemeinde bekundete in Vergangenheit immer wieder Mühe, Gemeindevertreter oder auch Stellvertretungen in der Verwaltung zu finden. «Wir haben diese Pläne nicht aus Jux und Tollerei geschmiedet, sondern sind mit viel Weitsicht dahinter gegangen. Das wollen wir der Bevölkerung näher bringen», ergänzt Gerlinger.

Knackpunkte dürften die Schule und die Feuerwehr sein. Beide Gemeinden arbeiten hier schon mit unterschiedlichen Partnern zusammen. «Hier müssen wir gute Lösungen für alle finden», sagt Moser. «Wir wollen keine Partner vor den Kopf stossen.»

In Schinznach-Bad heckt man auch bereits Ideen aus, was mit dem Gemeindehaus allenfalls passieren könnte. «Kreativer Schulraum ist immer wieder gefragt», führt Gerlinger aus. «Einen Teil des Gemeindehauses könnte man wieder umfunktionieren.» Denn die Primarschule möchte man im Dorf behalten.

Die Stadt Brugg ist nicht nur gegenüber der Fusion mit Schinznach-Bad offen, sondern möchte – laut Aussagen von Moser – auch andere Projekte vorwärtsbringen. Im Fokus ist aber jetzt die Fusion mit Schinznach-Bad. Freuen dürften sich die Brugger dann wohl auch darüber, dass sie damit zu einer Bäder-Stadt werden.

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