Windisch

Fritz Fridli kommt arg ins Schwitzen

Die Seniorentheatergruppe Herbschtrose geht auf Tournee mit der Komödie «Sältsaami Methode»von Armin Vollenweider. Ein Einblick in die Hauptprobe.

Carolin Frei
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Seniorentheater Herbschtrose

Seniorentheater Herbschtrose

Carolin Frei

Donnerstagmorgen, altes Feuerwehrmagazin, Windisch. Überpünktlich treffen die Laienschauspieler ein, alle im robusten Schuhwerk und in dicke Jacken eingepackt. Kein Wunder, finden die Proben doch im ungeheizten Raum statt. Der guten Laune tut dies jedoch keinen Abbruch. «Habt ihr eure Utensilien parat?», fragt Regisseur Kurt Wächter in die Runde. Dann geht’s auch schon los.

Seniorentheater Herbschtrose
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Seniorentheatergruppe Herbschtrose Zwei Frauen mit gleichem Nachnamen sorgen für Verwirrung. Selma Honegger besucht Fritz Fridli.
Seniorentheatergruppe Herbschtrose Zwei Frauen mit gleichem Nachnamen sorgen für Verwirrung. Selma Honegger besucht Fritz Fridli.
Seniorentheatergruppe Herbschtrose Albert, der Freund von Fritz Fridl, schaut kurz vorbei.
Seniorentheatergruppe Herbschtrose Albert, der Freund von Fritz Fridli, schaut kurz vorbei.
Seniorentheatergruppe Herbschtrose Erstes Feedback nach dem ersten Akt. Regisseur Kurt Wächter rechts aussen.
Seniorentheatergruppe Herbschtrose Dann taucht da auch noch Pedro, der Schwarzarbeiter, in der Ratsstube bei Alma auf.
Seniorentheatergruppe Herbschtrose Die andere Frau Honegger, die Juristin, im Streitgespräch mit Alma.
Seniorentheatergruppe Herbschtrose Fritz Fridli will nicht, dass die neugierige Haushälterin Alma die Akten liest.
Seniorentheatergruppe Herbschtrose Albert und Fritz streiten sich, wie sie die Akten verstecken sollen. im Vordergrund die Souffleusen.

Seniorentheater Herbschtrose

Carolin Frei

Die Hausangestellte Alma wirbelt mit dem Staubwedel durch die Amtsstube von Friedensrichter Fritz Fridli. Nicht primär des Staubes wegen, sondern in der Hoffnung, auf interessante Akten zu stossen. Und die scheints zu geben. Fritz Fridli hat seine Arbeit seit längerem vernachlässigt, ist wegen seiner konsumsüchtigen Frau in einen finanziellen Engpass geraten. Um dem Abhilfe zu schaffen, hat er seinen Freund Albert für schönes Geld bei Machenschaften begünstigt.

Zwei Souffleusen im Einsatz

Dann kommt Leben auf die Bühne. Das Telefon klingelt, am Apparat eine Juristin vom Obergericht. Das bringt den Friedensrichter arg ins Schwitzen. «In 20 Minuten kommt sie», jammert er die Haare raufend. Wohin mit den Akten? Berechtige Frage, denn wenn auffliegt, was er getan hat, landet er im Gefängnis. Inzwischen ist auch Freund Albert eingetroffen. Zusammen beschliessen sie, die Akten wegzusperren, den Schlüssel zu verstecken. Es klingelt an der Tür.
Nach dem ersten Akt wird die Pause dazu genutzt, den Spielverlauf Revue passieren zu lassen. «Die Texte kamen teilweise sehr gut, aber es gab auch einige Textprobleme», zieht der Regisseur Bilanz. «Wenn ihr einen Hänger habt, einfach ruhig bleiben.» Dies können die Schauspieler problemlos tun, können sie doch auf die Unterstützung von zwei Souffleusen zählen.

Über 30 Aufführungen geplant

«Ich habe wohl gegen 20 Stücke gelesen oder zumindest durchgeblättert», sagt Kurt Wächter. Das Stück müsse nicht nur zu den Laienschauspielern, sondern auch zum Senioren-Publikum passen. «Für die aktuelle Komödie ‹Sältsaami Methode› musste nichts umgeschrieben werden, wo wie beim letzten Mal. Von den männlichen Rollen her sind wir begrenzt», sagt der Regisseur.
Er führt bei der Seniorentheatergruppe zum dritten Mal Regie. Die Laienschauspieler sind zwischen 65 und 80 Jahre alt. Mit ihrem Stück touren sie von Oktober bis März durch den Aargau, bestreiten über 30 Aufführungen auf Einladung von Kirchgemeinden oder Altersheimen. «Die Kulisse ist immer mit dabei – im grossen Autoanhänger», sagt Marlies Nauer, die seit 13 Jahren mit von der Partie ist und die Juristin spielt. Einzig drei Vorstellungen sind an öffentlichen Schauplätzen – in wohlig warmen Räumlichkeiten.

Premiere am 28. Oktober, 19.30 Uhr, Sanavita, Windisch. 15. November, 15 Uhr, Salzhaus Brugg. Derniere 31. März, 19.30 Uhr, katholische Kirche, Windisch.