Strafbefehl
Explosion mit selbst gebastelten Knallkörpern – Brugger Sprengstoffnarr kassiert Busse

Zwei Jahre ist es her, dass der Brugger Franz I. in seiner Wohnung in Brugg mit selbst gebastelten Knallkörper eine heftige Explosion verursacht hatte. Nun liegt der Strafbefehl gegen den Mann vor.

Fabian Hägler
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Drei komplette Wohnblocks mussten im Sommer vor zwei Jahren in Brugg evakuiert werden. Damals kam es im Rainquartier zu einem Grosseinsatz von Polizei, Feuerwehr und Sprengstoffspezialisten.

Grund dafür war eine Explosion in einer Wohnung, wo Franz I. mit einem selbst gebastelten Knallkörper hantierte. Laut der Bundesanwaltschaft war dieser mit hochexplosivem HMTD präpariert.

Das ist laut Walter Weber, Sprengfachmann aus Erlinsbach, ein weisses Pulver, das extrem gefährlich ist. Schon kleinste Mengen hätten eine zerstörerische Wirkung, sagt Weber gegenüber Tele M1. «Ich möchte es nicht in der Hand detonieren lassen. Die Hand wäre weg», so der Experte.

300 Franken Busse wegen fahrlässiger Gefährdung

Bereits bei der der Herstellung des Sprengstoffes, komme es zu einer starken Exothermie, so Weber weiter. «Das heisst, es wird sehr heiss. Das muss kontrolliert sein, sonst verfällt die ganze Geschichte oder explodiert bereits bei der Herstellung. Das sind Verfahren die sehr heikel sind und gute Fachkenntnisse erfordern.'»

Nun hat die Bundesanwaltschaft Franz I. wegen fahrlässiger Gefährdung durch Sprengstoff ohne verbrecherische Absicht und Lagerung von Sprengmitteln ohne Bewilligung zu einer Busse von 300 Franken verurteilt.

Gemäss dem Strafbefehl hat die Polizei bei ihm Zutaten zur Herstellung von HTMD gefunden. Diese waren laut Bundesanwaltschaft im Keller vergraben. Der Vater von Franz I. sagte dem TV-Sender, sein Sohn habe psychische Probleme. Er könne sich nicht erklären, was dieser mit dem Sprengstoff anfangen wollte. Bei der Explosion habe sein Sohn zudem seinen linken Daumen verloren.

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