Brugg

Die Schweizer Luftwaffe geht baden

Den Badegästen bietet sich im Hallen- und Freibad Brugg zurzeit ein nicht alltägliches Bild: Männer in grünen Anzügen müssen sich unter Wasser aus einer Konstruktion befreien, die Ähnlichkeiten mit einem Pilotensitz aufweist.

Céline Arnold
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Den Badegästen bietet sich im Hallen- und Freibad Brugg zurzeit ein nicht alltägliches Bild: Männer in grünen Anzügen müssen sich unter Wasser aus einer Konstruktion befreien, die Ähnlichkeiten mit einem Pilotensitz aufweist.

Verwunderte Gäste werden beim Hallenbadeingang jedoch aufgeklärt: Es handelt sich um Mitglieder der Schweizer Luftwaffe, die im Rahmen eines Vorbereitungskurses für ihre bevorstehende Sea-Survival-Ausbildung trainieren.

Handgriffe müssen sitzen

«Wir üben in Gruppen von acht bis zehn Teilnehmern das Aussteigen aus einer gesunkenen Helikopterkabine», erklärt Amedeo Di Marzio, Chef des Fachbereichs Tauchen der Armee. Falls ein Helikopter auf dem Wasser notlanden müsste, sind das schnelle Verlassen der Kabine sowie genügend Luft in der Lunge überlebenswichtig.

«Im eintägigen Vorbereitungskurs erarbeiten die Piloten, Mechaniker und weitere Mitglieder der Luftwaffe die nötigen Grundlagen, um an der zertifizierenden Ausbildung in Deutschland teilnehmen zu können», so Di Marzio.

Im Hallenbad können die Teilnehmer unter sicheren Bedingungen die richtigen Handgriffe für den Ernstfall auf hoher See trainieren.

Aus der Luft ins Wasser

Um die Soldaten der Lüfte optimal auf die Survival-Ausbildung vorzubereiten, beinhaltet der Tagesablauf des Vorbereitungskurses verschiedene Übungen. «Morgens führen wir eine Wasserangewöhnung durch und beschäftigen uns mit den Auswirkungen des Elements Wassers auf den menschlichen Körper», sagt Di Marzio. Diese Übungen bereiten die Soldaten auf den Hauptteil – das Aussteigen aus der «Kabine» – vor.

Nachmittags übt Wachtmeister Claudio Morello mit den Teilnehmern ausserdem Apnea-Techniken, also das Tauchen ohne Sauerstoffversorgung. Abschliessend werden die praktischen Erfahrungen während eines Theorieteils aufgearbeitet.

Damit alle Mitglieder der Schweizer Luftwaffe vom Training profitieren können, wird der Vorbereitungskurs während dreier Wochen angeboten. Die Organisation übernimmt dabei der Fachbereich Überleben der Luftwaffe.

Bisher keine Atemnot

Der Vorbereitungskurs findet seit seiner Einführung vor fünf Jahren im Brugger Hallenbad statt. Probleme hat es deswegen noch keine gegeben. «Es hat sich noch kein Badegast beschwert», sagt Badmeister Willi Schurr.

Bisher ist auch noch keinem Teilnehmer die Luft ausgegangen, denn die Übungen finden unter Aufsicht der geschulten Armeetaucher statt.