Region Brugg

Die regionale Standortförderung führt eine lückenhafte Gäste-Statistik

Die regionale Standortförderung zählt die Campussaal-Besucher nicht, weil sie kaum Zusatzumsatz bringen.

Claudia Meier
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Bis zu 800 Besucher finden pro Anlass im Campussaal Platz. (Archiv)

Bis zu 800 Besucher finden pro Anlass im Campussaal Platz. (Archiv)

Aargauer Zeitung

Welche Gäste bringen der Region Brugg einen Mehrwert? Sind es die durchschnittlich 1100 Besucher im Bad Schinznach? Oder Touristen, die auf dem Legionärspfad in Windisch, im Vindonissa Museum Brugg oder bei einer Stadtführung die Geschichte der Region kennenlernen? Und welche Rolle spielen die über 71'000 Besucher, die seit der Eröffnung vor dreieinhalb Jahren einen Kongress, eine Versammlung oder eine Show im Campussaal Brugg-Windisch besucht haben? Genau um diese Fragen drehte sich kürzlich ein Input von Campussaal-Geschäftsleiterin Kathrin Kalt am Tourismus-Apéro, als Verena Rohrer, Leiterin von Brugg Regio und der regionalen Standortförderung, ihre Zahlen präsentierte.

Rohrer zeigte unter anderem auf, wie viele Sekunden länger als im Vorjahr die User auf der Website verweilten und wie oft der Infopoint im Kulturhaus Odeon kontaktiert wurde. Bei den Führungen im Vindonissa Park und durch die Stadt musste ein Rückgang verzeichnet werden. Dennoch resultierte im Vindonissa Park ein Besucheranstieg. Summa summarum kam Rohrer auf 357 Besucher pro Tag (ohne Thermalbad-Besucher). Die Campussaal-Besucher waren kein Thema.

Eine Absicht, die versandete

Zum Input von Kathrin Kalt sagt Verena Rohrer auf Nachfrage der az: «Die Besucher vom Campussaal aufzunehmen, war früher mal die Absicht – versandete aber wieder.» Der Grund dafür sei ihr nicht genau bekannt. «Ich orte ihn darin, dass ich alle entsprechenden Lokale aufnehmen wollte wie die Trotte Villigen etc.» Künftig wird die Leiterin der regionalen Standortförderung die Besucherzahlen vom Campussaal als separate Rubrik aufnehmen, «aber für die Kernaussage wie das Bad Schinznach nicht dazu zählen».

Campussaal-Besucher lernen laut Rohrer mindestens den Bahnhof und den Saal kennen. Sie würden eventuell die Imagefalzkarte mitnehmen und ein anderes Mal wieder kommen, was «auf alle Fälle einen positiven Effekt auf die Standortförderung» hat. Diesen möchte Rohrer noch intensivieren, indem die Miniflyer-Tafel sowie die Imagefalzkarte immer aufliegen. Zudem soll der Imagefilm möglichst oft gezeigt werden und in den Pausen ein Bilderloop der schönen Region Brugg laufen.

Gehe es hingegen um das Generieren von möglichem Zusatzumsatz, so sei die Zahl der Campussaal-Besucher eher uninteressant, fährt Rohrer fort. «Da ist ein Besucher im Vindonissa Museum doch interessanter, da er hoffentlich noch in ein Restaurant geht, sich einen Snack für unterwegs kauft oder beim Vorbeilaufen einen schönen Pullover oder sonst etwas sieht.»

Bei diesen Besuchern, die bewusst ein Erlebnis vor Ort suchten, sei auch die Affinität für weitere Erlebnisse höher, sagt Rohrer. Sie sind für die regionale Standortförderung «eine hoch spannende Zielgruppe, um die Region und ihre Erlebnisse noch besser anpreisen zu können».

Lokale KMU profitieren vom Saal

Campussaal-Geschäftsleiterin Kalt sieht das Ganze etwas anders: «Die meisten unserer über 70'000 Besucher hätten ohne den Campussaal keinen Grund gehabt, nach Brugg-Windisch zu kommen und die Vorzüge unserer Region kennenzulernen.» Wenn die Besucher vom Erlebnis im Campussaal begeistert sind, was bei der grossen Mehrheit der Fall war, erzählten sie es weiter und kommen wieder.

Einige Tagungsgäste, fährt Kathrin Kalt fort, nutzten auch die touristischen Attraktionen in der Region Brugg und kommen vielleicht nochmals als Privatpersonen mit ihrer Familie hierher zurück. Zudem profitierten die vielen lokalen Campussaal-Zulieferer ebenfalls von den Gästen. Die Besucherzahl konnte seit der Saal-Eröffnung kontinuierlich gesteigert werden und betrug letztes Jahr 24'030.