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Die Aargauer Jugend forscht - und wie

Thomas Vögeli und Christian Meier sind nur ein Beispiel für die vielen jungen Forscher aus dem Aargau. Die Jugendlichen aus dem Aargau gehören zu den besten Forschern.

Marco Wölfli
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Jugendliche Forscher aus dem Aargau

Jugendliche Forscher aus dem Aargau

Schweiz am Sonntag

Die Aargauer Nationalrätin Pascale Bruderer (SP) hat ihre helle Freude am Engagement der Stiftung Schweizer Jugend forscht (SJf), neu gehört sie derem Stiftungsrat an. Die Stiftung will bei Kindern und Jugendlichen das Interesse am wissenschaftlichen Arbeiten wecken. SJf veranstaltet jedes Jahr den nationalen Wettbewerb mit der Prämierung der besten Projektarbeiten von Nachwuchsforschenden.

An der letztjährigen Ausgabe in Basel hielt Pascale Bruderer eine Rede und kam erstmals in direkten Kontakt mit SJf. «Es war beeindruckend zu sehen, wie die Jugendlichen aufblühten, wenn sie ihre Projekte vorstellten», sagt sie. So zögerte Bruderer auch nicht lange, als sie für den Stiftungsrat angefragt wurde: «SJf ist eine tolle Institution, weil die Jugendlichen in ihren Stärken gefördert werden.»

Stefan Horisberger freut sich, dass Pascale Bruderer neu im Stiftungsrat sitzt. Der Geschäftsführer von SJf ist überzeugt, dass die 33-Jährige die richtige Ergänzung für das Gremium ist: «Mit Pascale Bruderer wird der Stiftungsrat verjüngt. Dazu wollten wir jemanden aus der Politik. SJf will in Bundesbern wahrgenommen werden.»

Neben Bruderer ist auch der CVP-Ständerat Ivo Bischofberger aus Appenzell Innerrhoden im Stiftungsrat. Das Jahresbudget von SJf beträgt 1.5 Millionen Franken. Rund ein Viertel davon steuert die öffentliche Hand bei. Soll Pascale Bruderer nun in Bern mehr Geld für SJf herausholen? Sie wiegelt ab: «Es geht nicht in erster Linie darum, dass SJf mehr Geld vom Bund erhält. Eher möchte ich für die grossartige Arbeit von SJf sensibilisieren und darauf aufmerksam machen, wie schwierig es in der aktuellen Situation ist, das Budget langfristig zu planen.»

Neben ihrer nationalen Ausstrahlung und ihrem Netzwerk spielte auch die Herkunft von Pascale Bruderer eine Rolle für SJf. «Die Wahl der Aargauerin Pascale Bruderer ist auch ein politisches Zeichen», sagt Horisberger. Der Geschäftsführer bezeichnet den Aargau als «Referenzkanton» für SJf. Aus keinem anderen Kanton nehmen so viele Projekte am jährlichen nationalen Wettbewerb teil. Dieses Jahr sind es 18 von insgesamt 64 Arbeiten.

Stefan Horisberger weiss, weshalb die fleissigsten Jungforscher im Aargau zu finden sind: «Bei der wissenschaftlichen Nachwuchsförderung nimmt der Aargau eine Pionierrolle ein.» Neben dem grossen Engagement der Bildungsdirektion sind die Schulen dafür verantwortlich. Jede Mittelschule im Kanton verfügt über einen Nachwuchsbeauftragten. Diese kennen die wissenschaftlichen Talente an ihrer Schule und fördern sie auch. Mit den Nachwuchsbeauftragten hat SJf direkte Ansprechpersonen, welche der Stiftung die Jungforscher vermitteln können.

Neben dem Aargau gehören auch Zürich und Tessin zu den Kantonen mit den meisten Teilnehmern am nationalen Wettbewerb. Auch Pascale Bruderer ist überzeugt vom Aargauer Modell mit den Nachwuchsbeauftragten. Ausserdem betont sie, dass SJf nicht nur beim gymnasialen, sondern auch beim berufsbildenden Weg ansetze. Das stärke unser duales Bildungssystem. Horisberger hofft insbesondere auf eine bessere Förderung von jungen Forschern in der Westschweiz. Am nationalen Wettbewerb 2011 nimmt nur ein Westschweizer Projekt teil.

Mit Robotern zum Sieg

Am nationalen Wettbewerb sind die Aargauer Jugendlichen nicht nur zahlreich vertreten, sondern auch erfolgreich. Ein Beispiel unter vielen sind Thomas Vögeli und Christian Meier. Die beiden haben im letzten Jahr am nationalen Wettbewerb teilgenommen und das Prädikat hervorragend erhalten. Ihren Roboter, welcher mit Elektromagneten Metallplatten schweben lässt, beeindruckte die Jury. Neben der guten Bewertung erhielten die Zwei einen Sonderpreis, der ihnen ermöglichte an den «European Contest for young Scientists» zu reisen.

Der Anlass ist das europäische Pendant zum nationalen Wettbewerb von SJf. «Der europäische Wettbewerb in Lissabon war ein tolles Erlebnis», erzählt Christian Meier. «Wir haben viele andere junge Forscher kennen gelernt und konnten viele Kontakte knüpfen.» Ein Jahr nach ihrem Erfolg am nationalen Wettbewerb studieren Thomas Vögeli und Christian Meier heute an der FHNW in Brugg. Auch wenn ein grosser Aufwand hinter dem nationalen Wettbewerb dahintersteckte.

Die 21-Jährigen können ihm nur positives abgewinnen. «Wir haben je etwa 500 Stunden in das Projekt investiert. Doch es hat sich definitiv gelohnt», sagt Thoms. Vögeli. Er empfiehlt die Teilnahme allen Interessierten: «Es gibt nichts zu verlieren.»

Nächstes Wochenende findet der nationale Wettbewerb 2011 statt. Christian Meier und Thomas Vögeli wissen, was es braucht, damit die eigene Arbeit Aufmerksamkeit erhält. Es sei wichtig, dass man bei der Präsentation auf die Leute zugehe, sagt Thomas Vögeli. «Wir hatten es relativ einfach, weil der Roboterarm das Publikum anzog.»

Der diesjährige nationale Wettbewerb

Am 29. und am 30. April findet der nationale Wettbewerb von Schweizer Jugend forscht (SJf) statt. Die 45. Ausgabe des nationalen Wettbewerbs geht in der ETH Zürich über die Bühne.

Am Freitag Nachmittag stellen die Jugendlichen ihre Arbeiten in der Haupthalle öffentlich aus. Am Samstagmorgen findet die Preisverleihung statt. Bundesrat Johann Schneider-Ammann wird die Festansprache halten. Die 64 Arbeiten, die bewertet werden, weisen eine grosse Bandbreite auf.

Themen wie die Rolle der Frau in iranischen Online-Zeitungen, oder ein selbst entwickelter Roboter, der Sudokus lösen kann, zeigen die Vielfalt am nationalen Wettbewerb. Für die besten Arbeiten werden von der Jury 25 verschiedene Sonderpreise vergeben. 18 Arbeiten wurden von Aargauerinnen und Aargauern eingereicht. Damit stellt der Rüeblikanton, wie bereits im Vorjahr, die grösste Fraktion am nationalen Wettbewerb.