Windisch

Der Treffpunkt Integration ist am Ende

Der Gemeinderat will den Treffpunkt Integration nicht weiterführen. Nur ein Teil des Integrationsangebots wird ersetzt.

Janine Müller
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Treffpunkt Integration. (Symbolfoto von einem Integrationsprojekt in Aarau).

Treffpunkt Integration. (Symbolfoto von einem Integrationsprojekt in Aarau).

Pascal Meier

Der Treffpunkt Integration in Windisch ist ein kantonales Vorzeigeprojekt. Per Ende Jahr ist aber Schluss damit (die AZ berichtete). Die Geldgeber fehlen, obwohl sich das Projekt einen guten Namen geschaffen hat und dessen Notwendigkeit ausgewiesen ist.

Das Angebot reichte von der Begrüssung der Neuzuzüger über Eltern-Kind-Treffen, Beratung von Migrantenfamilien in deren Muttersprache, Männertreffs bis zu Gesprächsgruppen für Frauen. Gemäss Vorlage an den Einwohnerrat Windisch wurden im Jahr 2016 117 Beratungen durchgeführt, über 800 Teilnehmende haben das Angebot genutzt. Getragen wurde der Treffpunkt Integration von den Gemeinden Brugg, Birr und Hausen. Finanziell beteiligt hat sich auch der Kanton Aargau.

Partner sind abgesprungen

In der Vergangenheit forderte der Einwohnerrat Windisch immer wieder, dass die Trägerschaft des Treffpunkts breiter abgestützt wird. Doch das Gegenteil passierte: Bei der letzten Kreditbewilligung im Oktober 2015 musste Gemeinderat Christoph Haefeli bekannt gegeben, dass die Gemeinde Birr aus finanziellen Gründen den Beitrag für den Treffpunkt Integration gestrichen hat. Neue Partner, die in die Bresche gesprungen wären, konnten nicht gefunden werden. Zudem gelang es offenbar auch nicht, mit der Stadt Brugg die Kooperation verbindlich zu verlängern. Dennoch bewilligte der Einwohnerrat damals den Betrieb des Treffpunkts Integration nochmals für ein Jahr, eben bis Ende 2017.

Dazu kommt, dass die Treffpunkt-Leiterin Kathrin Potratz per Ende Jahr pensioniert wird. Deshalb haben die Leiterinnen des Sozialdiensts Windisch und des Treffpunkts Integration im Frühling eine Analyse erstellt. Diese zeigt die Stärken und Schwächen sowie die Chancen und Gefahren des Angebots auf. Im Anschluss setzte sich der Gemeinderat im Zusammenhang mit dem nötigen Kreditantrag mit der Weiterführung des Treffpunkts auseinander. In der Botschaft wird diesbezüglich auch die Stadt Brugg kritisiert. Der Gemeinderat Windisch sei zum Schluss gekommen, dass eine Weiterführung mit dem bisherigen Konzept nicht mehr möglich ist, «da vor allem die Stadt Brugg als Hauptpartnerin innert nützlicher Frist keine finanziellen Zusagen mehr gemacht hat», heisst es in der Botschaft an den Windischer Einwohnerrat.

Dennoch: Der Gemeinderat unterstreicht, dass das Bedürfnis und die Notwendigkeit für Integrationsarbeit in Windisch ausgewiesen ist. «Mit rund 7500 Einwohnern und einem Ausländeranteil von rund 30 Prozent ist die Unterstützung der Integration aus Sicht des Gemeinderats ein Muss.»

Neues Netzwerk soll helfen

So soll künftig weiterhin eine Fachperson für die Integration zuständig sein. Das Pensum soll mindestens 20 Stellenprozente betragen. Angegliedert wird der Bereich Integration weiterhin dem Sozialdienst. Zudem soll ein neues Netzwerk geschaffen werden, das der Stelle Integration Windisch beratend und begleitend zur Seite steht. In diesem sollen Schlüsselpersonen aus Gemeinde, Schule, Landeskirchen, Kanton und der Bevölkerung vertreten sein. Dafür rechnet der Gemeinderat mit einem jährlichen Nettoaufwand von 35 000 Franken. Der Bruttokredit, über den der Einwohnerrat bestimmt, beträgt 37 000 Franken. Der Kanton beteiligt sich mit 2000 Franken.

Damit ist auch klar, dass das bisherige Angebot nicht aufrechterhalten werden kann. Das neue Integrations-Angebot ab dem 1. Januar enthält noch zwei Deutschkurse pro Woche in Zusammenarbeit mit Machbar sowie den Eltern-Kind-Treff im alten Dorfschulhaus einmal pro Woche während zweier Stunden.