Brugg

Der Brugger Energieversorger IBB spürt die milden Temperaturen

Beim Gas ist der Absatz zwar zurückgegangen. Der Energieversorger IBB mit Sitz in Brugg ist trotzdem erfolgreich unterwegs und hat im abgelaufenen Geschäftsjahr das operative Ergebnis halten können.

Michael Hunziker
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Sitz in Brugg: Auch das Logo ist überarbeitet worden.

Sitz in Brugg: Auch das Logo ist überarbeitet worden.

Michael Hunziker

Der Energieversorger IBB mit Sitz in Brugg hat nach der Umstrukturierung ein anspruchsvolles Jahr 2014 hinter sich. Aber: Die neue Organisation habe sich bereits bewährt und es seien optimale Voraussetzungen geschaffen worden, um auf die kommenden Herausforderungen, etwa mit dem liberalisierten Strommarkt, vorbereitet zu sein, sagten Verwaltungsratspräsident Martin Sacher und CEO Eugen Pfiffner bei der Information zum Geschäftsergebnis. Für die Mitarbeiter seien die Abläufe vereinfacht worden und mit der Trennung zwischen Netz- und Energie-Dienstleistungen könnten die Kunden in Zukunft gezielter angesprochen werden. Denn mit diesen gelte es immer auf Augenhöhe zu bleiben, betonte CEO Pfiffner. «An diesen Anforderungen hat sich nichts verändert.»

Verwaltungsratspräsident Martin Sacher sprach von einem erfreulichen Jahr, das geprägt gewesen sei vom milden Klima. Beim Gas führten die warmen Temperaturen zu einem Absatzrückgang von fast 15 Prozent auf 245 Mio. Kilowattstunden. Die Anzahl der Erdgasanschlüsse konnte um 1,3 Prozent auf 4322 erhöht werden.

Neue Stromkunden gewonnen

Der Stromabsatz blieb im eigenen Versorgungsgebiet praktisch unverändert. Zufrieden äusserte sich der Verwaltungsratspräsident darüber, dass der gesamte Absatz trotz Preiskampf um gut 8 Prozent auf rund 181 Mio. Kilowattstunden stieg, da einzelne Kunden ausserhalb des Versorgungsgebiets dazugewonnen werden konnten. Erfolgreich sei die Beschaffungsstrategie der IBB gewesen: Durch den Bezug an der europäischen Strombörse zu unterschiedlichen Zeiten sowie den Kauf beziehungsweise den Verkauf des Restbedarfs hätten die Vorteile weitergegeben werden können.

Kurz: Die IBB sei mit den Dienstleistungsprodukten in allen Sparten erfolgreich unterwegs und habe das operative Ergebnis halten können. Dass der Jahresgewinn von 7,71 Mio. Franken im Jahr 2013 auf 9,25 Mio. Franken stieg, ist laut Sacher auf die sehr gute Performance der Kapitalanlagen zurückzuführen. Aufgrund der neuen Struktur habe die Bilanz verkürzt werden können, was ein Anstieg der Eigenkapitalquote auf über 76 Prozent zur Folge hatte.

Grosses Interesse an Anleihen

Positiv erwähnte CEO Pfiffner in seinem Rückblick auf das abgelaufene Geschäftsjahr die Obligationenanleihe, um die Kunden am Ertrag von Photovoltaikanlagen zu beteiligen. Die Reaktionen seien hoch gewesen, der Zuspruch habe alle Erwartungen übertroffen. In Betrieb genommen wurde 2014 die Photovoltaikanlage auf dem Schulhaus Freudenstein.

Weiter wurden Wärmeprojekte umgesetzt, die Tochtergesellschaft Immensys AG komplett übernommen, der Ausbau der Abwasserreinigungsanlage in Windisch angepackt und ein Konzessionsantrag für Strombojen in der Aare eingereicht. Bei einem solchen Projekt müssten viele Diskussionen geführt werden, um zu guten Lösungen zu kommen, stellte Pfiffner fest.

Im Strom-Mittelspannungsnetz wurden 505 Meter Kabel ersetzt und 1670 Meter neu verlegt. Überdies wurden sechs Transformatorenstationen versetzt oder saniert, zwei neue gebaut und zahlreiche Strassenlampen mit LED-Leuchten ausgestattet. Die elektrischen Installationen im Reservoir Galgenhübel konnten ersetzt, das Grundwasserpumpwerk Vorhard mit zwei leistungsfähigeren Grundwasserpumpen ausgerüstet werden.

Nicht zuletzt unterstützte die IBB zusammen den Aargauer Erdgasversorgern den Kauf eines erdgasbetriebenen Fahrzeugs und frischte nach der Neuorganisation den Auftritt nach aussen auf und verpasste sich ein überarbeitetes Logo.

Der Generalversammlung beantragt der Verwaltungsrat die Ausschüttung einer Dividende von 12,5 Prozent. Als Ersatz für die zurücktretende Ursula Renold wird Barbara Horlacher aus Brugg zur Wahl in den Verwaltungsrat vorgeschlagen.