Brugg

Das Kindergarten-Provisorium muss erweitert werden

Die anhaltend hohe Zahl an Kindergärtlern stellt die Schule vor grosse räumliche Herausforderungen. Für den Einwohnerrat ist klar: Das Kindergartenprovisorium wird weiterhin benötigt und sollte sogar erweitert werden.

Janine Müller
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Das Provisorium dürfte noch drei weitere Jahre gebraucht werden. Entsprechend braucht es eine Erweiterung. jam

Das Provisorium dürfte noch drei weitere Jahre gebraucht werden. Entsprechend braucht es eine Erweiterung. jam

Janine Müller (jam)

Für die Brugger Ortsteile Umiken, Zentrum und Altenburg braucht es künftig einen Doppelkindergarten. Das haben die Abklärungen in der Schulraumplanung ergeben. Gemäss Einwohnerratsbotschaft ist die Schule Brugg seit mehreren Jahren mit anhaltend hohen Kindergartenschülerzahlen vor allem im Zentrum und in Umiken konfrontiert.

Ende Mai 2015 bewilligte der Einwohnerrat einen Kredit von 180 000 Franken für ein Kindergartenprovisorium auf der Turnwiese Freudenstein als temporäre Lösung. Dieses Provisorium entlastet die überbelegten Kindergärten Bodenacker, Stadt und Umiken, bis eine definitive Kindergartenlösung zur Verfügung steht. Ursprünglich war das Provisorium für 18 Monate vorgesehen.

Dies sind die prognostizierten Kinderzahlen nach Kindergärten im Zuteilungsgebiet für die Schuljahre 2018/19 und 2019/20.

Provisorium wird weiterhin benötigt

Bis anhin gibt es aber keine konkreten Pläne für den neuen Doppelkindergarten am Standort Schlüssel in Umiken. Ursprünglich ging man davon aus, dass der Kindergartenneubau im Rahmen eines privaten Neubauprojekts realisiert werden kann.

Aufgrund terminlicher Hindernisse liess sich dies jedoch nicht umsetzen. «Auch die Ausbauvariante am heutigen Standort Baslerstrasse stellt sich, gemäss bisherigen Aussagen des Eigentümers – der Kanton Aargau –, als ungewiss dar», heisst es in der aktuellen Einwohnerratsbotschaft. Entsprechend «ergibt sich der Bedarf nach einer Verlängerung und Erweiterung des Kindergartenprovisoriums Freudenstein, bis eine definitive bauliche Lösung zur Verfügung steht».

Dass dieses Provisorium weiterhin benötigt wird, belegen die Zahlen. «Die Kinderzahlen im Einzugsgebiet bleiben insgesamt hoch, sodass auf das Provisorium mindestens in den nächsten vier Jahren gemäss den Kinderzahlprognosen nicht verzichtet werden kann», schreibt der Stadtrat.

Rückzugsräume fehlen komplett

Dazu kommt, dass das Kindergartenprovisorium Freudenstein ungenügende 103 m2 Nutzfläche aufweist. «Bereits heute ist die räumliche Situation sehr beengt und für einen adäquaten Unterricht ungenügend», so der Stadtrat. «Es fehlt unter anderem die Möglichkeit von Rückzugsräumen.»

Der ganze Unterricht, inkl. Deutsch als Zweitsprache und die heilpädagogische Förderung, Rückzugsmöglichkeiten, Stauraum und der Arbeitsplatz der Klassenlehrperson befinde sich in einem engen Raum. «Der Kindergarten genügt mit dieser Abteilungsgrösse bei weiterem Betrieb den Anforderungen des Kantonalen Richtraumprogramms nicht mehr», konstatiert der Brugger Stadtrat.

Die vorliegende Einwohnerratsbotschaft sieht deshalb eine Erweiterung des Provisoriums um 54 m2 auf 157 m2 vor. «Mit der Erweiterung des Kindergartenprovisoriums sollen die derzeit bestehenden sechs Container-Module um die Fläche von drei Modulen ergänzt werden», heisst es. Eine weitere Reduktion der Fläche der Freudensteinwiese sei für die Erstellung der zusätzlichen Module nicht erforderlich, hält der Stadtrat fest. Die Erweiterung lasse sich im bisher eingezäunten Bereich realisieren. Übrigens: Mit der Erweiterung wird künftig im Provisorium auch warmes Wasser verfügbar sein.

Neue Untersuchungen nötig

Von Vorteil ist, dass die Erweiterung relativ rasch – nach positivem Einwohnerratsbescheid – umgesetzt werden kann. Der Stadtrat hat im Vorfeld bereits eine Kauflösung für das Kindergartenprovisorium geprüft. Vom Anbieter könne diese jedoch nicht offeriert werden.

Dem Einwohnerrat wird an der nächsten Sitzung daher ein Kredit von 98 200 Franken für die Erweiterung und den anschliessenden Rückbau des Provisoriums unterbreitet. Dazu kommen die jährlich wiederkehrenden Mietausgaben für die Container in der Höhe von 23 040 Franken. Der Stadtrat geht von einer angenommenen Mietdauer von weiteren drei Jahren aus.

Um eine definitive Lösung für einen neuen Kindergartenstandort zu finden, wird eine ergänzende Standortevaluation und Machbarkeitsstudie durchgeführt. Die Untersuchung folgender Standorte ist derzeit vorgesehen: Areal Schulhaus Umiken, Brunnenmühle, Areal Freudensteinschulhaus.

Einwohnerrat Brugg

Freitag, 19. Oktober, 19.30 Uhr, Rathaussaal.