Hausen

Das Dahlihaus soll seine Form behalten und als Wohnraum genutzt werden

Robert Kühnis zeigt sein Dahlihaus-Modell am Informationsanlass in der Mehrzweckhalle. Er kann sich vorstellen, hier attraktive Wohnungen einzubauen. Die Bevölkerung reagiert unterschiedlich.

Irene Hung-König
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Was passiert mit dem Dahlihaus? Robert Kühnis (2. von rechts) erklärt den Anwesenden, wie die Liegenschaft künftig genutzt werden könnte. IHK

Was passiert mit dem Dahlihaus? Robert Kühnis (2. von rechts) erklärt den Anwesenden, wie die Liegenschaft künftig genutzt werden könnte. IHK

Irene Hung-König

Seit gut sechs Jahren beschäftigt die Gemeinde Hausen die Frage, was mit dem über 450-jährigen maroden Dahlihaus passieren soll. Nachdem an der letzten Gemeindeversammlung der Antrag auf Abgabe des Baurechts abgelehnt wurde, liegt der Ball wieder bei der Eigentümerin, der Gemeinde. Am Dienstag stellte Restaurationsspezialist Robert Kühnis sein Projekt vor. Die vielen Interessierten in der Mehrzweckhalle hörten, dass Kühnis ein restauriertes Dahlihaus in seiner ursprünglichen Form vorschwebt.

Vier Wohnungen und eine im Mittelteil erstellte Loft, mit ruhigem Gewerbe oder Atelier, hat sich der frühere Lehrer und Windischer Gemeinderat anhand eines Modells ausgedacht. «Das könnte jemand sein, der Musikstunden erteilt», sagte Robert Kühnis. Die Wohnung mit öffentlichem Charakter würde im Rohbau erstellt und danach je nach Nutzer angepasst: «In eineinhalb Jahren Bauzeit entwickelt sich etwas.» Entlang der Spittelgasse, auf der Ostseite, sieht Kühnis eine Parterrewohnung vor. Rund 2,4 Meter hoch sind die Räume dieses Eckteils, welche mit den Zimmern der alten Wohnung über eine Freitreppe verbunden würden. Im Obergeschoss sieht er dieselbe Nutzung vor. Das kleine Haus im Süden würde aufgestockt und zu einer Wohnung ausgebaut. Die ehemalige Wohnung des Taglöhners Hans Dahli will er möglichst authentisch erhalten und in eine 41⁄2-Zimmer-Familienwohnung verwandeln. Interessenten dafür kommen aus der Familie des Restaurators: Tochter Penelope Kühnis mit ihrem Ehemann Heiko Loretan.

Anlässe im «Schuhmacherhüsli»

Auf den Vorplatz, mit der oft benutzten Sitzbank unter dem Nussbaum, würde Kühnis am liebsten einen Brunnen stellen. Einmal pro Jahreszeit sollte der Platz für diverse Anlässe wie das Moschten zur Verfügung stehen. Das «Schuhmacherhüsli», wo jeweils der Samichlaus die Kinder empfängt, sollte allen Hausenern für Fondue-Essen, Lesungen oder Jass-Runden zu einem Selbstkostenbeitrag geöffnet sein.

In der folgenden Diskussion war herauszuhören, dass Robert Kühnis Projekt gefällt. Vorwiegend positiv fielen die Reaktionen aus. Man solle froh sein, dass jemand ein solches Projekt mit Leidenschaft und Feuer angehen möchte. «Ich bin begeistert. Da ist jemand mit einer Idee und einem Feuer. Wir als Familie stehen hinter Herrn Kühnis», sagte Urs Weilenmann. Als Schlafgemeinde stellte Bruno Muhl Hausen dar. «Das Projekt Kühnis mag bestechen», meinte er. «Doch das Dahlihaus hat kein Fundament, verfallende Balken.» Weiter stellte er fest, dass die Jungen an den Versammlungen fehlen würden und für die würde man das ja machen. Sein Vorschlag: Das Dahlihaus abreissen, den Vorplatz mit dem Nussbaum als Begegnungsplatz behalten.

Konkrete Vorschläge sind gefragt

Gegen die Bezeichnung «Schlafgemeinde» wehrte sich Architekt Bruno Marcantonio: «Hier läuft sehr viel.» Er bedankte sich für Kühnis’ Vorschlag und regte an, den Preis für das 12,3 Aren grosse Grundstück tief zu halten. Brigitte Schnyder, vom Verein Pro Dahlihaus, richtete ihr Wort an die Skeptiker: «Hier wäre eine gute Plattform, bringt konkrete Vorschläge.» Den Gemeinderat rief sie dazu auf, Stellung zu beziehen. Gemeindeammann Eugen Bless sagte, dass sie bereits an der letzten Gemeindeversammlung Stellung bezogen hätten. «Der Gemeinderat hat keinen Vertrag im Eiltempo erstellt. Wir wollen Vorschläge von euch und überlegen uns dann, was wir daraus machen.»

Bei allem Enthusiasmus für das Projekt «Dahlihaus»: Robert Kühnis machte klar, dass er nicht als Bittsteller nach Hausen gekommen sei. «Seit drei Monaten sind wir am Planen, ich warte nicht ewig.»