Carsharing-Angebot
Ein Elektroauto zum Teilen soll es sein in Villnachern

Ein Carsharing-Angebot, ist der Gemeinderat Villnachern überzeugt, ist für viele Menschen nicht nur praktisch, sondern auch finanziell interessant. Die Kosten für den Standort übernimmt die Gemeinnützige Genossenschaft Villnachern.

Michael Hunziker
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Vorgesehen ist, das Elektroauto in Villnachern in die Carsharing-Platttform E-Cargovia zu integrieren. Das Bild zeigt den Standort in Brugg.

Vorgesehen ist, das Elektroauto in Villnachern in die Carsharing-Platttform E-Cargovia zu integrieren. Das Bild zeigt den Standort in Brugg.

Ina Wiedenmann (17. April 2021)

Ein weiteres Mal entscheiden die Stimmberechtigten in Villnachern über den Kredit von 35'000 Franken für eine Carsharing-Station. Ende November des vergangenen Jahres wurde das Geschäft an der Urne abgelehnt. Das knappe negative Ergebnis nahm der Gemeinderat zum Anlass, eine Umfrage zu starten und den genauen Hintergrund abzuklären. Fast 73% der Nein-Stimmenden, zeigte sich, gaben die Kosten der Anschaffung für die Gemeinde als Grund an.

Es sei im Vorfeld nicht ausreichend informiert und nicht klar genug dargelegt worden, dass allfällige Kosten vollständig durch die Partner und die Gemeinnützige Genossenschaft Villnachern (GGV) getragen würden und nicht durch die Gemeinde, stellt der Gemeinderat fest. Er beschloss, das Geschäft nochmals zu traktandieren.

Angedacht ist der Standort beim Schulparkplatz

Das Carsharing-Angebot, also das Teilen eines Fahrzeugs, sei für viele Menschen nicht nur praktisch, sondern auch finanziell interessant, ist die Behörde überzeugt. Und:

«Damit diese Angebote nützlich sind, ist es jedoch wichtig, dass die Carsharing-Stationen einfach zu Fuss oder mit dem Velo erreichbar sind.»

Zum Mieten zur Verfügung gestellt wird der Bevölkerung, lautet die Absicht, ein Elektroauto. Das Fahrzeug wird in die Carsharing-Plattform E-Cargovia integriert. Diese hat das Ziel, gemeinsam mit regionalen Partnern die Elektromobilität zu fördern und Gemeinden bei der Umsetzung von Mobilitätskonzepten zu unterstützen. Betrieben werden im Aargau bereits 12 Elektroautos.

Da die Nutzung und damit die Erträge durch die Vermietung nicht vorhergesehen werden können, plant die Gemeinde, sich über die Projektdauer von mindestens drei Jahren mit maximal 18'000 Franken zu verpflichten. «Bei steigender Auslastung reduziert sich der Betrag oder es ist sogar eine Rückvergütung möglich», hält der Gemeinderat fest. Die einmaligen Anschaffungs- und Installationskosten für die Elek­trotankstelle belaufen sich auf bis zu 13'000 Franken sowie auf 4000 Franken für Beschilderungen, Werbung und Banner.

Ein Standortentscheid wurde noch nicht getroffen, führt die Behörde aus. «Es ist aktuell jedoch angedacht, die Carsharing-Station beim Schulparkplatz einzurichten, da dieser zentral liegt und die nötige In­frastruktur aufweist.» Die Gemeinnützige Genossenschaft Villnachern unterstützt das Projekt und übernimmt den kompletten Beitrag von 35'000 Franken.

Der Rest des Mastsockels soll im Boden bleiben

Ein weiteres wegweisendes Geschäft ist an der Gemeindeversammlung diesen Donnerstagabend die Führung einer gemeinsamen Feuerwehr Brugg. In Kraft treten soll der Gemeindevertrag per Anfang 2022.

Zudem zur Diskussion stehen: Einbürgerungen; die Jahresrechnung 2020; das neue Reglement über die Gebühren in Bausachen; die Kreditabrechnung «Ersatz Trinkwasserleitung Hintergasse» sowie der Baurechts-Dienstbarkeitsvertrag im Zusammenhang mit der Hochspannungsleitung Beznau–Birr.

Mit Letzterer wird der alte Gittermast hinfällig auf der gemeindeeigenen Parzelle 575. Die Swissgrid AG als Eigentümerin des Schweizer Höchstspannungsnetzes plant, den Mastsockel bis 1,2 Meter unter dem Boden abzutragen und das Terrain darüber zu rekultivieren. Für den verbleibenden unterirdischen Mastsockel soll ein Baurechtsvertrag abgeschlossen werden.

Gemeindeversammlung Donnerstag, 24. Juni, 20.15 Uhr, Turnhalle.