Brugg
Altes Zeughaus: Der Stadtrat entscheidet demnächst über die öffentliche Nutzung

Damit die markante Liegenschaft an der Aare verkauft und umgenutzt werden kann, muss die Parzelle umgezont werden. Vor eineinhalb Jahren verlangte der Einwohnerrat vom Stadtrat, die Zone für öffentliche Bauten zu prüfen. Der Naturschutzverein Pro Natura erläutert seine Vision für eine öffentliche Nutzung.

Claudia Meier
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Armasuisse möchte sich auf dem Waffenplatz Brugg vom alten Zeughaus, an dem das Polizeiboot hängt, trennen.

Armasuisse möchte sich auf dem Waffenplatz Brugg vom alten Zeughaus, an dem das Polizeiboot hängt, trennen.

Bild: Claudia Meier
(31. März 2020)

Die Armasuisse möchte das alte Zeughaus 1 zwischen Ländistrasse und Aare in Brugg schon lange loswerden. Heute gehört die Parzelle zur Waffenplatz-Zone und kann deshalb nicht verkauft werden. Im Rahmen der Revision der Bau- und Nutzungsordnung (BNO) wollte der Stadtrat die Parzelle der Wohn- und Arbeitszone 3 (WA3) zuweisen. Ein entsprechender Rückweisungsantrag wurde vom Einwohnerrat am 22. November 2019 mit 26:16 gutgeheissen.

Der Stadtrat wurde beauftragt, die Umzonung der Parzelle in die Zone für öffentliche Bauten zu prüfen. So müsste der Verkäufer nicht den Marktpreis spielen lassen, sondern dürfte das Zeughaus für die öffentliche Nutzung zu einem tieferen Preis veräussern. Für die Stadt wäre dies die günstigere Variante.

Koordinationsplattform für Natur- und Umweltanlässe

Im Januar fand die Kick-off- Veranstaltung der vom Stadtrat beschlossenen Arbeitsgruppe Aareraum statt. Unter Mitwirkung diverser Interessengruppen sollen Erkenntnisse und neue Ideen im Aareraum gebündelt, aufeinander abgestimmt und vorwärtsgebracht werden. Unter anderem möchte der Naturschutzverein Pro Natura mit der Stadt Brugg und mit möglichen Partnern wie der sozialen Firma Lernwerk Abklärungen treffen, ob im alten Zeughaus ein Naturzentrum Wasserschloss als Kernnutzung möglich wäre, sagt Geschäftsführer Matthias Betsche von Pro Natura Aargau.

Hier könnte laut Betsche eine Informations-, Koordinations- und Organisationsplattform für Natur- und Umweltanlässe geschaffen werden. Neben Veranstaltungen und Exkursionen in der Natur wären auch Angebote im Gebäude denkbar. Dazu zählt er Kurse, Arbeitseinsätze, Vorträge, Tagungen und Fachveranstaltungen.

Antwort vom Stadtrat ist im Juni zu erwarten

Zudem könnte eine kleine Ausstellung Besucher des Gebiets und der Region über die Natur und das Wasserschloss informieren. Matthias Betsche kann sich vorstellen, dass ein solches Naturzentrum dank seiner unmittelbaren Nähe zu den Landschaften von nationaler Bedeutung wie Aareschlucht, Wasserschloss und Auenschutzpark eine besondere Ausstrahlung für Stadt und Region haben könnte.

Das Resultat der Abklärungen sei ergebnisoffen. Pro Natura steht im Austausch mit den Mitgliedern der Arbeitsgruppe. Laut Stadtrat Reto Wettstein (FDP) überlegt sich der Stadtrat, ob er diese Option prüfen will. Im Juni wird er dem Einwohnerrat dazu eine Antwort liefern.

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