Böztal
Gemeinderat hofft, dass erste Gmeind «als längste aller Zeiten in die Geschichte eingeht und sich so nie mehr wiederholen wird»

Den Abstimmungsmarathon vom 4. Dezember in der ungenügend geheizten Lagerhalle in Hornussen haben noch nicht alle verdaut. Während Fusionskritiker den Gemeinderat mahnen, Fragen nicht zu überhören, entschuldigt sich die Behörde in einem Leserbrief.

Claudia Meier
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Gesamtgemeinderat Böztal (v. l.): Verwaltungsleiter Markus Schlatter, Esther Röthlin (Elfingen), Roger Frey (Bözen), Vizeammann Andreas Thommen (Effingen), Gemeindeammann Robert Schmid (Bözen), Guy David (Hornussen) und Gemeindeschreiberin Ursula Pfister.

Gesamtgemeinderat Böztal (v. l.): Verwaltungsleiter Markus Schlatter, Esther Röthlin (Elfingen), Roger Frey (Bözen), Vizeammann Andreas Thommen (Effingen), Gemeindeammann Robert Schmid (Bözen), Guy David (Hornussen) und Gemeindeschreiberin Ursula Pfister.

zvg

Zurück bleibe Enttäuschung, schrieb Ursula Herzog aus Effingen am 7. Dezember im Nachgang zur ersten Gemeindeversammlung von Böztal in einem Leserbrief in der AZ. Einen Tag später doppelte sie mit ihrem Ehemann Martin nach. «Lachnummer oder einfach peinlich», lautet der Kommentar.

Damit spricht das Paar auf den Umstand an, «dass die angegebene Stimmbürgeranzahl um 242 Personen falsch gezählt wurde». Tatsächlich hat die Fusionsgemeinde nicht 2109 Stimmberechtigte, sondern 1867. Ursula und Martin Herzog erwähnen in ihrem Leserbrief weiter:

«Die verschickten Abstimmungsunterlagen an Kinder der Böztaler-Gemeinden. Etwas peinlich, auch für die Verwaltung, nicht?»

Ja, aller Anfang sei schwer, hält das Ehepaar Herzog abschliessend fest. Und appelliert an den neuen Gemeinderat: «Doch bitte überhört unsere Mithilfe und Fragen nicht! Wir sind Steuerzahler.»

Historisch war nicht nur das Zusammentreffen

Ebenfalls in einem Leserbrief dankt der Gemeinderat Böztal allen, die am Samstag, 4. Dezember, an der ersten, historischen Gemeindeversammlung Böztal teilnahmen – insbesondere «für das Sitzleder und die Geduld». Historisch sei nicht nur das erste Zusammentreffen gewesen, sondern vor allem auch die Dauer, «welche hoffentlich als längste Gemeindeversammlung aller Zeiten in die Geschichte eingeht und sich so nie mehr wiederholen wird».

Zusätzliches Durchhaltevermögen brauchte man, weil die Heizung für die grosse Halle ungenügend war. «Dafür möchten wir uns bei allen Anwesenden aufrichtig entschuldigen», schreibt die Behörde weiter. Die Ausdauer der Stimmberechtigten könne sie «nicht hoch genug anrechnen».

Schwierig wären unterschiedliche Tarife in der Gemeinde

Aus Sicht des Gemeinderates sei es eminent wichtig, dass alle Reglemente und Gebühren der neuen Gemeinde vereinheitlicht werden konnten. Robert Schmid, Andreas Thommen, Esther Röthlin, Roger Frey und Guy David halten fest:

«Wir sind deshalb auch sehr dankbar, dass der Souverän den Rückweisungsantrag für das Reglement zur Finanzierung der Erschliessungsanlagen und somit für Gebühren wie Wasser, Abwasser etc. abgelehnt hat.»

Die Führung der neuen Gemeinde mit unterschiedlichen Tarifen wäre sehr schwierig geworden, hält der Gemeinderat Böztal abschliessend fest. Dadurch könne der Fusionsgemeinde ein guter Start ermöglicht werden. Der Zusammenschluss tritt per 1. Januar 2022 in Kraft.

Auf die Frage, an wie viele Minderjährige Abstimmungsunterlagen verschickt wurden, geht Gemeindeammann Robert Schmid nicht ein. Nur so viel: «Für den Fehler mit dem Stimmregister übernehmen der Verwaltungsleiter und ich die volle Verantwortung, wir haben das von uns aus mitgeteilt und korrigiert.» Entsprechende interne Massnahmen seien angeordnet worden, um einen solchen Fehler zukünftig zu vermeiden.

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