Fliegerschule Birrfeld
Bericht zeigt: Darum musste die Fluglehrerin in Lupfig notlanden

Vor fünf Jahren musste ein Schulungsflug der Fliegerschule Birrfeld AG unerwartet abgebrochen werden. Jetzt sind die Gründe bekannt.

Maja Reznicek
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Die Maschine startete am Flugplatz Birrfeld.

Die Maschine startete am Flugplatz Birrfeld.

zvg (27. März 2019

Am frühen Nachmittag des 10. August 2015 startete ein einmotoriges Leichtflugzeug des Typs Piper PA-28-161 Cadet auf dem Flugplatz Birrfeld zu einem Schulungsflug. Gemäss des im Dezember veröffentlichten Berichts der Schweizerischen Sicherheitsuntersuchungsstelle (SUST) brachte der damals 40-jährige Flugschüler die Lupfiger Maschine in Startlage, worauf sie vom Boden abhob. Kurz darauf habe die Leistung des Motors abgenommen, und dieser begann zu stottern.

Die SUST schreibt zum weiteren Verlauf: «Die Fluglehrerin übernahm die Kontrolle und korrigierte die Fluglage des Flugzeugs in den Gleitflug. Schliesslich fiel der Motor aus.» Nur eine Minute nach dem Start entschied sich die Ausbildnerin für eine Aussenlandung – das heisst eine Landung ausserhalb des Flugplatzes – rund 1,5 Kilometer westlich vom Birrfeld auf einem Feld. Sowohl Flugzeug als auch beide Insassen überstanden diese unbeschadet.

Auch andere Länder kämpften mit den Defekten

Die SUST bezeichnete den Vorfall als «schwer» und leitete deshalb eine Untersuchung ein. Dabei fokussierte man sich auf die Kraftstoff-Förderpumpe, eine mechanisch angetriebene Zahnradpumpe, die die Maschine mit Kerosin versorgt. An dieser wurden im Rahmen der Analyse verschiedene Defekte wie Risse im Antriebsrad festgestellt. In Folge der Schäden an der Kraftstoff-Förderpumpe kam es zum Verklemmen des Zahnrads und somit zum Motorausfall im Sommer 2015.

Abschliessend wird im Bericht gefolgert, dass die untersuchten Pumpenkomponenten werkstofftechnisch nur beschränkt für den Dauerbetrieb geeignet seien: «Solche Pumpen können nach einer gewissen Betriebszeit mechanisch instabil werden und ausfallen.» Das zeigen auch Analysen aus anderen Ländern. Mehrere vergleichbare Vorfälle gab es gemäss SUST zwischen 2009 und 2012 in Frankreich.

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