Rüfenach

An der 1. August-Feier wird Gemeinschaft gefeiert

Trotz Corona wurde in Rüfenach der 1. August gemeinsam gefeiert. Regierungsrat Urs Hofmann sprach in seiner Festrede über sein einschneidendes Ferienerlebnis in seiner Jugend, über Epidemien, Solidarität, Demut und Demokratie.

Ina Wiedenmann
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Bundesfeier Rüfenach
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Impressionen der Bundesfeier 2020 im Waldhaus in Rüfenach.
Impressionen der Bundesfeier 2020 im Waldhaus in Rüfenach.
Impressionen der Bundesfeier 2020 im Waldhaus in Rüfenach.
Impressionen der Bundesfeier 2020 im Waldhaus in Rüfenach.
Impressionen der Bundesfeier 2020 im Waldhaus in Rüfenach.
Impressionen der Bundesfeier 2020 im Waldhaus in Rüfenach.

Bundesfeier Rüfenach

Henry Muchenberger

«Machen wir sie, oder machen wir sie nicht?» fragte sich der Gemeinderat Rüfenach, als er über die diesjährige Bundesfeier nachdachte. Er entschied sich trotz Corona für die 1. August-Feier, um die Tradition zu pflegen und stellte sich mit Umsicht und Sorgfalt dieser Aufgabe. Das Waldhaus ist für die Feier festlich mit Fahnen und Blumen dekoriert.

Am Eingang steht Desinfektionsmittel bereit und bei Bedarf gibt es Masken und Mückenspray. Gemeindeamman Karl Läuchli begrüsst die Gäste, unter ihnen Regierungsrat Urs Hofmann. Läuchli betont die Besonderheiten dieser Feier: Alle mussten sich vorher anmelden. Insgesamt sind 79 Personen anwesend, die gut verteilt an nummerierten Tischen sitzen und dort auch bleiben sollten, um eine Durchmischung zu verhindern. Daher wird dieses Jahr serviert.

Urs Hofmann tritt ans Rednerpult, die Gäste sind gespannt. «Kennen Sie die Ruine Gräpplang?» fragt er zu Beginn in die Runde und hat vom ersten Moment an die Aufmerksamkeit aller. Er erzählt, wie er dort, im Sarganserland, vor genau 60 Jahren während der Ferien mit seiner Familie an Scharlach erkrankte, Penicillin ihm helfen konnte und der Spuck dadurch rasch vorbei war. Im Frühjahr dieses Jahres ist er wieder erkrankt und erinnerte sich an damals.

Viele traf die Corona-Pandemie nicht nur gesundheitlich, sondern auch in ihrer persönlichen Lebensgestaltung und Lebensplanung. Umso wichtiger ist eine gut organisierte öffentliche Hand mit einem guten Service public und tragfähigen Absicherungen für Schicksalsschläge und Lebensphasen mit eingeschränkter Leistungsfähigkeit. «Es sind diese Errungenschaften, welche die Schweiz in ihrer Essenz ausmachen und auf die wir stolz sein können», betont der Regierungsrat.

In der Schweiz sind die Bürger gewohnt, Verantwortung für sich, die Familie und auch die Gemeinschaft zu übernehmen. «Es braucht vor allem uns alle, jede einzelne und jeden einzelnen von uns mit unseren unterschiedlichen Leidenschaften, Eigenschaften und Talenten», hebt Hofmann hervor und hält kurz inne. Die Gäste wirken ergriffen und nachdenklich.

«Wenn sich möglichst viele Menschen mit ihren Fähigkeiten und Talenten für die Gemeinschaft einsetzen, sind wir als Land, Kanton und Gemeinde am besten für die Zukunft gerüstet», so der Festredner. Eine krisenresistente, tragbare Demokratie sucht schliesslich den Ausgleich, braucht Rücksichtnahme auf Schwächere und den Respekt vor der Meinung und die Achtung der Grundrechte der anderen, sowie Gewaltenteilung, Begrenzung von Macht und Medienvielfalt. Wenn wir alle uns unserer Verantwortung für die Gemeinschaft bewusst sind, dann werden wir gemeinsam auch künftige Krisen meistern.

In Hintergrund tönt ein «Bravo»-Ruf, es wird lange applaudiert. Der Gemeindeammann bedankt sich bei Urs Hofmann und übergibt ihm einen Präsentkorb. Die Nationalhymne wird wegen der Pandemie nicht gesungen. Anschliessend lädt Läuchli zu Cervelat und Getränken ein. Die Gemeinschaft soll diesen Tag gebührend feiern.