Mandach

Alle Aufrufe umsonst – heute schliesst der Dorfladen endgültig

Alle Aufrufe der Weinbaugenossenschaft, den Dorfladen besser zu nutzen, waren wirkungslos. Zu viele Dorfbewohner sind mittlerweile Pendler, die sich auswärts eindecken. Heute Abend geht in der 315-Seelen-Gemeinde eine Ära zu Ende.

Claudia Meier
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Schliessung kommt nicht überraschend (v. l.): Ruth Schwarz und Margrith Jeggli vom Verkaufspersonal; Präsidentin der Weinbaugenossenschaft Mandach, Ursula Hirschi, und Heinrich Lüthi, Vertreter der Rebbauern.ZVG

Schliessung kommt nicht überraschend (v. l.): Ruth Schwarz und Margrith Jeggli vom Verkaufspersonal; Präsidentin der Weinbaugenossenschaft Mandach, Ursula Hirschi, und Heinrich Lüthi, Vertreter der Rebbauern.ZVG

Der Dorfladen macht kurz vor der endgültigen Schliessung einen etwas trostlosen Eindruck: Viele Regale sind verwaist: Ein paar Gläser Silberzwiebeln warten noch auf Kundschaft. Frischprodukte wie Milch, Früchte, Brot und Fleisch gehören auch kurz vor dem Ende noch zum Sortiment. Das drohende Ladensterben ist seit über fünf Jahren ein Thema.

Der Vorstand der Weinbaugenossenschaft Mandach rief die Bevölkerung mit unzähligen Flugblättern zum Einkaufen im Dorfladen auf – ohne nachhaltigen Erfolg. «Das ist der Zeitgeist. Die Leute im Dorf werden nicht verhungern», sagt Ursula Hirschi, Präsidentin der Weinbaugenossenschaft Mandach. Der grosse und helle Laden hatte zwar eine sehr treue Stammkundschaft, wurde aber seit Jahren mit dem Genossenschaftskapital querfinanziert. «Viele Bewohner sind Pendler und kaufen auswärts ein. Dazu kommt, dass das Dorf keinen Durchgangsverkehr hat und nahe an der Grenze zu Deutschland liegt», so Hirschi.

Fusion mit Landi Wasserschloss

Die Weinbaugenossenschaft Mandach hat nun vor – wie bereits die Genossenschaften in Villigen und Leuggern, mit der Landi Wasserschloss zu fusionieren. Zum Ladengebäude an der Hauptstrasse gehören zwei Wohnungen. Aus dem Ladenlokal könnte es eine weitere Wohnung geben. «Nun laufen die Vorbereitungen für die Fusion. Dabei werden wir von der Fenaco begleitet», erklärt Hirschi.

Läuft alles nach Plan, so sollen die Genossenschaftsmitglieder an der nächsten Generalversammlung im Frühling 2014 der Fusion rückwirkend auf den 1. Januar 2014 zustimmen. «Ich freue mich, wenn wir dann einen professionellen Geschäftsführer bekommen», so Hirschi.

Von einer allfälligen Fusion nicht betroffen sind die sieben Weinbauern. Sie werden künftig auf privater Basis einen gemeinsamen Auftritt lancieren. Weinkunden können – trotz Ladenschliessung – übrigens weiterhin jeweils am Samstagmorgen zwischen 8.30 und 10.00 Uhr im Lagerhaus Mandacher Wein kaufen.

«Ein grosses Dankeschön geht an unsere Kundschaft, die uns geholfen hat, den Laden leer zu kaufen», fasst Hirschi die Situation zusammen.