Corona-Pandemie

Aargauer Rehakliniken rüsten sich für den Ernstfall: «Keiner weiss, was auf uns zukommt»

Der Kanton Aargau hat Rehakliniken wie jene in Schinznach-Bad angewiesen, Corona-Patienten bei sich aufzunehmen. Diese funktionierte dafür ein komplettes Stockwerk um, verlegte Reha-Patienten und schulte das Personal für die Ausnahmesituation.

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Auf dem vierten Stock der Rehaklinik aarReha Schinznach herrscht gähnende Leere. 24 leere Betten stehen für einen möglichen Corona-Ansturm bereit. «Keiner weiss, was auf uns zukommt», beschreibt Stationsleiterin Carmen Beyer-Hofmann die Situation gegenüber Tele M1. Wie viele Patienten kommen, wie gross der Aufwand sein werde – es herrscht Unsicherheit.

Die Rehaklinik funktionierte den gesamten Stock zu einer Isolationsstation für Corona-Fälle um. Sämtliche Patienten wurden auf andere Stationen verlegt. Die vom Kanton angeordnete Massnahme soll die Kantonsspitäler Aarau und Baden entlasten. Momentan verfügen diese aber noch über freie Betten.

Sicherheit für Personal schaffen

Volker Tempelmann, Leiter Pflege in der Rehaklinik, ist sich der schwierigen Situation seiner Mitarbeiter bewusst. "Ich versuche die Ängste aufzufangen, indem wir einen Bereich schaffen, der leichter zu managen ist", sagt er. Auch im Normalbetrieb gibt es in der Rehaklinik Isolationspatienten. Neu ist, dass ein ganzes Stockwerk für sie freigeräumt wird. "Wenn das Personal weiss, in diesem Bereich gilt Isolation, kann das auch eine gewisse Sicherheit schaffen."

Im vierten Stock sollen hauptsächlich Corona-Patienten aus dem Kanton Aargau aufgenommen werden. Am Montag wurde das Personal für den Ernstfall geschult. "Wir werden uns immer noch anpassen müssen an Gegebenheiten", sagt Tempelmann. In diesem Ausnahmezustand wisse niemand, was im Detail auf sie zukommt. "Aber wir sind darauf vorbereitet, uns auf jede Situation einstellen zu können." (sam)