Bienensterben

Bösartige Faulbrut: Das kann die Bevölkerung tun

Die bösartige Faulbrut ist eine Erkrankung, die ganze Bienenvölker bedroht und bei Imkern sehr gefürchtet ist. Mit einfachen Massnahmen kann die Bevölkerung dazu beitragen, dass sich die Krankheit nicht weiter verbreitet.

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Es ist Frühling: Die Bienen fliegen wieder
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Eine Bienenwabe
Eine Biene fliegt eine Blüte an
Eine Biene in einer Wabe
Eine Biene auf einer Blüte
Ein Bienenschwarm

Es ist Frühling: Die Bienen fliegen wieder

Keystone

Im Kanton Aargau kümmern sich rund 1350 Imkerinnen und Imker um rund 12000 Bienenvölker. Für die Landwirtschaft ist die Zucht der von grosser Bedeutung: Ein Grossteil der Nutzpflanzen werden von Bienen bestäubt, insbesondere bei Obst- und Beerenkulturen aber auch bei Raps- und Sonnenblumenfeldern leisten die Tiere einen hohen Bestäubungsanteil.

Doch die Insekten sind sensible Lebewesen und werden durch zahlreiche Krankheiten bedroht. Bei Imkern besonders gefürchtet ist die sogenannte bösartige Faulbrut, eine bakterielle Bruterkrankung, die auch in unseren Breitengraden immer wieder vorkommt.

Ansteckende Sporen, die Temperaturen bis 118 Grad überleben

Übertragen wird die Faulbrut durch die Sporen des Bakteriums, die durch das Futter in die Bienenlarven gelangt. Dort durchdringen sie die Darmwand und zersetzen die Larve. Die ansteckende Sporen, die Temperaturen von bis zu 118 Grad während 10 Minuten überleben, können von Volk zu Volk verbreiten werden und grossen Schaden anrichten. Um betroffene Völker herum müssen zudem Sperrgebiete eingerichtet werden, in denen jedes Anbieten, Verstellen sowie Ein- und Ausführen von Bienen und Waben verboten ist.

Eine konstante Überwachung der Völker und Kontrolle des Brutbildes durch den Imker stellt die beste Vorsorge gegen die Infektion dar oder kann eine solche zumindest frühzeitig aufdecken.

Gefahr durch Altglas- und Mülldeponien

Doch auch Nicht-Imker können dazu beitragen, dass sich die Krankheit nicht ausbreitet. «Altglas- und Mülldeponien, aber auch der Frühstückstisch im Freien zur Sommerzeit sind Orte, an denen sich Bienen mit sporenhaltigen Honigresten unter Umständen infizieren können, insbesondere wenn der Honig ein Importhonig, oder Honig unbekannter Herkunft ist», heisst es in einem Merkblatt des kantonalen Veterinärdienstes, das zahlreiche Aargauer Gemeinden in den vergangenen Tagen unter ihren Bewohnern verbreitet haben.

Gemäss dem Veterinärdienst sollten insbesondere folgende Punkte beachtet werden:

• Leere Honiggläser vor der Entsorgung gut mit heissem Wasser oder im Geschirrspüler auswaschen.

• Alte Plastikfläschchen mit Honigresten in Kunststoffbeutel einpacken und verschliessen, bevor sie im Müllsack landen.

• Bienenschwärme, die sich in der Nähe von Müll- und Altglasdeponien befinden, möglichst rasch bei der Gemeindeverwaltung melden.

Doch auch die Gemeindeverwaltungen selbst stehen in der Pflicht. Der Veterinärdienst fordert die verantwortlichen Gemeindebeauftragten dazu auf, die Plastikschutzvorrichtungen an den Containeröffnungen in Glassammelstellen regelmässig zu überprüfen und im Falle eines Defekts zu ersetzen.

Denn diese Vorrichtungen würden nicht nur vor Glassplittern schützen, sondern leisteten auch einen «wirkungsvollen und effektiven Beitrag», um den Einflug von Bienen in Container zu verhindern. (bau)