Remetschwil

Wind-Strom für 1000 Haushalte – ja oder nein?

Das Baugesuch der IG Wind plus Heitersberg für die rund 150 Meter hohe Windkraftanlage liegt auf. Der Haken: Sie liegt in einer Landschaftsschutzzone.

Christine Fürst
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Die geplante Windenergieanlage wurde auf dem Heitersberg vereinfacht profiliert. Walter Schwager Die geplante Windenergieanlage wurde auf dem Heitersberg vereinfacht profiliert. Walter Schwager

Die geplante Windenergieanlage wurde auf dem Heitersberg vereinfacht profiliert. Walter Schwager Die geplante Windenergieanlage wurde auf dem Heitersberg vereinfacht profiliert. Walter Schwager

In Remetschwil soll auf dem Heitersberg eine Windenergieanlage entstehen. Doch die Anlage befindet sich gemäss dem Kulturlandplan der Gemeinde in einer Landschaftsschutzzone von kantonaler Bedeutung. Zudem ist das Gebiet östlich des Weilers Sennhof Landwirtschaftszone.

Eine rund 150 Meter hohe Windenergieanlage – ein Pionierprojekt im Aargau – in einer Landwirtschafts- und Landschaftsschutzzone? «Die weit fortgeschrittene Planung, die vertretbaren Auswirkungen auf die Umwelt sowie die positiven Windwerte veranlassen die Planungspartner nun dazu, das Baugesuch einzureichen», steht im Baugesuch.

Die Interessengemeinschaft (IG) Wind plus Heitersberg verlangt nun im Baugesuch eine Ausnahmebewilligung, weil die geplante Windenergieanlage in einer Zone zu stehen kommen soll, wo nicht gebaut werden dürfe.

Keine Grundlage für Baugesuch

Der Reihe nach: Am 29. September 2010 hat die Mittelland Windenergie GmbH, die durch die IG Wind plus Heitersberg gegründet wurde, das Baugesuch bei der Gemeinde Remetschwil eingereicht. Der Gemeinderat hat das Recht, Bauvorhaben, die von vornherein nicht bewilligt werden können, ohne vorgängige Profilierung und Publikation abzuweisen.

Weil die raumplanerischen Voraussetzungen für die Erteilung der Baubewilligung nicht erfüllt waren, hat er das Baugesuch abgewiesen. Daraufhin verlangte die Mittelland Windenergie GmbH, dass trotzdem ein ordentliches Verfahren durchgeführt wird – ebenfalls ihr Recht.

Damit die Windenergieanlage ohne Ausnahmebewilligung gebaut werden könnte, wäre eine Anpassung des kantonalen Richtplans erforderlich und zudem müsste im Kulturlandplan eine entsprechende Zonierung geschaffen werden. «Wir bedauern, dass die Bauherrschaft den Weg über die Ausnahmebewilligung gewählt hat», sagt Gemeindeschreiber Roland Mürset. Der Gemeinderat hätte den Initianten den Weg über die Anpassung des Richt- und Kulturlandplans vorgeschlagen, obwohl auch dies ein zeitaufwändiger Weg sei. «Aber dann wäre jedenfalls eine Grundlage für das Baugesuch geschaffen gewesen», ergänzt Mürset.

Vereinfachte Profilierung

Kurz vor Weihnachten wurden die Bauprofile für die Windenergieanlage auf dem Heitersberg aufgestellt. Ein Antrag der Bauherrschaft für eine vereinfachte Profilierung wurde gutgeheissen. Das heisst, die Höhe der Anlage wird nur angedeutet. Die IG Windland – die Gegner des Projekts – stellten darauf bei der Gemeinde einen Antrag für eine ordentliche Profilierung der Anlage, damit der Bevölkerung die tatsächlichen Dimensionen vor Augen geführt werden können. Der Antrag wurde vom Gemeinderat Remetschwil abgelehnt.

Nun liegt auf der Gemeindeverwaltung das Baugesuch offen. Dieses wurde zugleich an den Kanton weitergeleitet. Ob die geforderte Ausnahmebewilligung genehmigt wird, wird der Kanton entscheiden.

Informationen der IG Wind plus Heitersberg: www.windenergie-heitersberg.ch