Nussbaumen

Rot für Autos aus dem Surbtal

Eine neue Ampelanlage zwischen Hertenstein und Nussbaumen soll den Verkehr in Richtung Baden dosieren. Diese Woche starten die Arbeiten für die Anlage, die noch diesen Winter in Betrieb gehen soll.

Pirmin Kramer
Drucken
Teilen
Die Hertensteinstrasse wird zu einer Schleuse: Im Frühling wird eine Lichtsignalanlage in Betrieb genommen, die den Verkehr nach Baden dosiert.

Die Hertensteinstrasse wird zu einer Schleuse: Im Frühling wird eine Lichtsignalanlage in Betrieb genommen, die den Verkehr nach Baden dosiert.

Sandra Ardizzone

55'000 Autofahrer und 25'000 öV-Pendler nutzen jeden Tag die Strassen in und um Baden. Damit der Verkehr im Zentrum so flüssig wie möglich fliesst, hat der Grosse Rat vor sieben Jahren das 25-Millionen-Franken-Projekt «Verkehrsmanagement Baden-Wettingen» lanciert. «Oberstes Ziel ist es, die Fahrplanstabilität des öffentlichen Verkehrs aufrechtzuerhalten», erklärt Daniel Schwerzmann vom Departement Bau, Verkehr und Umwelt. Erreicht werden soll dieses Ziel unter anderem mit neuen Lichtsignalanlagen, welche die Autos je nach Verkehrsaufkommen bereits ausserhalb des Zentrums aufhalten und phasenweise in die Stadt lotsen.

Ab diesem Frühling in Betrieb

Diese Woche starten die Arbeiten für eine solche Verkehrsdosierungsanlage auf der Strecke zwischen Hertenstein und Nussbaumen, wie die Gemeinde Obersiggenthal mitteilt. Ursprünglich war vorgesehen, die Ampel zeitgleich mit der Sanierung der Hertensteinstrasse zu erstellen. Doch weil die Bauarbeiten auf der Holperstrasse voraussichtlich erst 2019 beginnen, das Verkehrsmanagementprojekt aber bereits 2018 abgeschlossen sein soll, haben die Verantwortlichen des Kantons entschieden, die Anlage vorzeitig zu installieren. Bis Dezember sollen die Fundamente und Rohrleitungen verlegt sein; noch diesen Winter soll die Ampel in Betrieb genommen werden. Wobei der Begriff Ampel ein veralteter Begriff ist: Sensoren im Boden messen, wie viele Autos sich auf der Strasse befinden. Die Informationen dieser sowie weiterer «Verkehrsbeeinflussungsanlagen» im Raum Baden werden an einen Rechner in Aarau weitergeleitet, von wo aus die Lichtsignalanlagen gesteuert werden.

Die Ampel wird im Bereich unterhalb des Reservoirs Grüt installiert, von Hertenstein herkommend vor der Einfahrt Wiesenweg. Die Autos werden zwischen Hertenstein und Nussbaumen zurückgestaut – aber nur, wenn der Verkehr die neuralgischen Kreuzungen im Zentrum von Baden zu überlasten droht. «Ausserhalb der Spitzenzeiten, wenn keine Überlastung erwartet wird, ist die Anlage nicht in Betrieb und die Durchfahrt frei», teilt die Gemeinde Obersiggenthal mit.

Strecke beliebt bei Zurzibietern

Betroffen vom neuen Rotlicht werden viele Autofahrer aus dem Bezirk Zurzach sein. Jahrzehntelang fuhren sie über die Schiefe Brücke in Ennetbaden, um nach Baden zu gelangen. Seit diese 2006 geschlossen wurde, führt der schnellste Weg aus dem Surbtal in die Stadt über die Hertensteinstrasse. Wird sich die Reisezeit für Zurzibieter Autofahrer verlängern? «Die Fahrzeit wird sich wegen der neuen Anlagen nicht verkürzen; allerdings gehen wir auch nicht davon aus, dass sie sich wesentlich verlängern wird», sagt Daniel Schwerzmann vom BVU. «Denn die Wartezeiten insgesamt sollen sich nicht verändern, hingegen der Ort, wo die Autos im Falle einer Verkehrsüberlastung zum Stillstand kommen.» Im Idealfall müssen Autofahrerinnen und Autofahrer also ausserhalb von Baden länger warten, können danach aber dank der grünen Welle flüssig durch die Stadt fahren. «Dies tagtäglich umzusetzen, wird vermutlich aber nicht möglich sein, weil das Verkehrsaufkommen in der Region Baden die Kapazität des Systems übersteigt», erklärte Daniel Schwerzmann bereits vor drei Jahren.

In den nächsten Monaten sollen in der Region weitere neue Verkehrsdosierungsanlagen in Betrieb genommen werden, unter anderem beim Landvogteischloss-Kreisel und beim Schützenhauskreisel in Ennetbaden oder mit der neuen Busspur in Kirchdorf.