Wettingen

Mit Fett eines Schafbocks entsteht wie im Mittelalter eine Kerze

Beim Klosterfest am Pfingstmontag waren alle zehn Führungen für Kinder und Erwachsene ausgebucht. Altes Wissen über Wachstafeln und das Bauen von Kisten wurde den neugierigen Besuchern weitergegeben.

Carolin Frei (Text und Foto)
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Und los gehts, mit der Karrette voller Wasser
10 Bilder
Seifenblasen machen
Nicht ganz einfach, das Balancieren auf dem Band
Melanie Bär (rechts aussen) erklärt den Kindern im Vorfeld, wie die Klosterführung über die Bühne geht
Klosterfest Wettingen
Eine Kerze entsteht
Grosses Interesse am Klostergarten
Das Klosterfest war gut besucht
André Schnellmann erklärt den Besuchern, wie er aus Fett ein Talg gewinnt
Das Gummibärlifischen war sehr gefragt, nicht nur bei Annina (Mitte)

Und los gehts, mit der Karrette voller Wasser

Carolin Frei

«Diese Wachstafeln wurden im Mittelalter zum Schreiben gebraucht», sagt Melanie Bär zu den Kindern, die sich um sie scharen. Dann zeigt sie ihnen, wie man darauf kritzelt, bevor sie mit der Schar zur Kinderführung durch die Klostergemäuer aufbricht. Zwei Kinderführungen und acht für Erwachsene standen am Pfingstmontag auf dem Programm. Allesamt ausgebucht. Sehr zur Freude der Organisatoren, die den Besuchern auch heuer das mittelalterliche Wettinger Kloster näher bringen wollen.

Mittelalterliches Handwerk

Nebst den Führungen konnten die Besucher den Klostergarten bestaunen und etwa André Schnellmann über die Schulter schauen, wie er Talg kreiert. Bei einem Metzger besorgte er sich das Fett eines kastrierten Schafsbocks, das er am Klosterfest aufkocht und filtert. Das Endprodukt Talg giesst er in Schälchen mit Docht oder aber er lässt am Docht das Talg mit einer Schöpfkelle herabrinnen, bis eine Kerze entsteht. Derweil sich Schnellmann am Stand um das Talg kümmert, zeigt sein Vereinskollege vom «rote Hufen», wie man im Mittelalter Kisten und Truhen fertigte.

Gummibärli für die Kleinen

Nicht genug. Den kleinen Besuchern wurde mit einem Postenlauf durch den Garten auf spielerische Art Wissen vermittelt. «Mir gefällts», betont die vierjährige Annina, die gerade beim Gummibärlifischen anzutreffen ist. «Aber ganz schön schwierig», sagt sie und hilft etwas nach, damit das Säckli an den Haken kommt. Für das leibliche Wohl wurde mit verschiedenen Grilladen und 20 selbst gemachten Kuchen gesorgt.