Mellingen
Nach Jahren der mentalen Vorbereitung: Hallenbad-Sanierung kommt vor Gmeind

Der Mellinger Gemeinderat legt der Stimmbevölkerung zwei Projektierungskredite vor. Nach 50 Betriebsjahren sei die Sanierung des Hallenbads Kleine Kreuzzelg zwingend erforderlich. Auch eine Steigerung der Attraktivität, etwa durch eine Rutschbahn, steht im Raum.

Andreas Fretz
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Nach rund 50 Betriebsjahren steht eine Gesamtsanierung an.

Nach rund 50 Betriebsjahren steht eine Gesamtsanierung an.

AZ-Archiv

Seit Jahren wird die Mellinger Bevölkerung mental auf die Sanierung des Hallenbads Kleine Kreuzzelg vorbereitet. Kaum eine Gemeindeversammlung, an der nicht erwähnt wurde, dass eine Investition auf die Gemeinde zukommt.

Nun folgt ein wegweisender Schritt: An der Gemeindeversammlung vom 21. Juni beantragt der Gemeinderat den Projektierungskredit. Der Hauptantrag umfasst die Projektierung der Sanierung für 250'000 Franken. Ein Zusatzantrag betrifft die Überprüfung von Projektoptimierungen und deren Machbarkeitsstudie für 100'000 Franken.

Die Arbeiten sollen 2026 starten und 12 Monate dauern

Das Hallenbad Mellingen ist in den Jahren 1973/74 durch die Gemeinde erstellt worden. «Nach 48 Betriebsjahren ist eine Gesamtsanierung zwingend erforderlich», schreibt der Gemeinderat im Traktandenbericht. Mit den Bauarbeiten soll 2026 begonnen werden können.

Die effektive Bauzeit wird voraussichtlich rund 12 Monate betragen. Der Schwerpunkt des Finanzbedarfes wird in den Jahren 2026 und 2027 liegen. Während dieser Zeit wird der Betrieb eingestellt.

Eine erste Kostenschätzung kommt auf 5,9 Mio. Franken

Eine erste Zustandsanalyse mit Kostenschätzung für die baulichen Massnahmen liegt bereits vor und beläuft sich auf 5,9 Millionen Franken. Nicht eingerechnet sind die Kosten für die Einstellung des Hallenbadbetriebs.

Weiter hat der Kanton das Beitragsgesuch aus dem «Swisslos-Sportfonds Aargau» geprüft und vorläufig gutgeheissen, teilt die Gemeinde mit. Das Hallenbad erfülle demnach die Kriterien für eine Anlage von überregionalem Interesse. Als Unterstützungsbeitrag werden 20 Prozent der anrechenbaren Kosten in Aussicht gestellt.

Das Schulschwimmbad ist auch bei der Bevölkerung beliebt.

Das Schulschwimmbad ist auch bei der Bevölkerung beliebt.

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Das Hallenbad war einst als Schulschwimmbad konzipiert worden. Zurzeit erteilen zehn verschiedene Schulen aus Mellingen und Umgebung im Hallenbad Schwimmunterricht. Dazu erteilen 13 Schwimmschulen Kurse und Unterricht für Kinder und Erwachsene. Aber auch in der Bevölkerung in und um Mellingen erfreut sich das Bad grosser Beliebtheit. Der Aargau zählt in seinen aktuell 200 Gemeinden gerade mal 15 öffentliche Hallenbäder.

Die Lebenszeit um mindestens 20 Jahre verlängern

Das Hallenbad Mellingen benötigt nach der langen Betriebszeit eine umfassende energetische und technische Erneuerung. «Die Bausubstanz bei Hallenbädern wird sehr stark belastet», schreibt der Gemeinderat. Sie müsse deshalb vollständig erneuert werden, damit die Lebenszeit um mindestens 20 Jahre verlängert werden kann.

Die detaillierte Zustandsanalyse habe gezeigt, dass trotz guter Wartung und wiederholten Teilrevisionen neben der Gebäudestruktur auch die wesentlichen Haustechnikanlagen und die gesamte Wasseraufbereitung die funktionale Lebensdauer überschritten haben.

Sicherheit und Energie-Standards entsprechen nicht mehr der Norm

Die Fenster im Bad entsprechen nicht mehr den heutigen Energie-Standards. Die Bodenbeläge in Bad, Garderoben, Umgang und Sauna entsprechen ebenfalls nicht mehr den Normen bezüglich Trittsicherheit. Im Zusammenhang mit der Fassade, Bedachung und dem Fensterersatz sind auch der Eingangsbereich, Sauna, Garderoben und Restaurant im Sanierungsumfang zu integrieren.

Zu sanieren sind die Schwimmhalle mit neuen Boden-, Becken-, Wand- und Deckenbelägen, die Wasseraufbereitung sowie die ganzen Elektro-, Heiz- und Lüftungsanlagen. Im Hauptantrag nicht vorgesehen ist die Ausweitung des Angebotes. Etwa eine Erweiterung des Hallenbads respektive die Neugestaltung der Aussenbereiche. Kleinere Anpassungen und Betriebsoptimierungen sind möglich und werden in der weiteren Planung geprüft.

Aufwertungen wie eine Rutschbahn werden geprüft

Der Gemeinderat schreibt: «Dazu seien die Prüfung sanfter Attraktivitätssteigerungen wie zum Beispiel einer Rutschbahn anzugehen.» Zudem möchte der Rat die Aufwertung der Aussenbereiche planen. Mit dem Budget 2023 wird der Gemeinderat dafür einen separaten Kreditantrag unterbreiten.

In einem ersten Schritt möchte er für den Aussenbereich eine Machbarkeitsstudie erstellen lassen. Mit ihr sollen die betrieblichen Abläufe, die Attraktivitätssteigerungen und die Folgekosten für den Aussenbereich gesamtheitlich geprüft und aufgezeigt werden.