Lidl zieht in Post-Gebäude am Bahnhof ein

Der Detailhändler will 2020 ein Geschäft auf 1100 Quadratmetern im Badener Postareal eröffnen. Der Swisscom-Shop zieht wieder an seinen alten Standort.

Andreas Fahrländer
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Hier wird nächstes Jahr Lidl einziehen: Eine aktuelle Visualisierung des sanierten Postareals am Bahnhof.

Hier wird nächstes Jahr Lidl einziehen: Eine aktuelle Visualisierung des sanierten Postareals am Bahnhof.

zvg/Dürig AG, Zürich

Die Konkurrenz für die Marktführer Migros und Coop am Bahnhof Baden wird grösser. Aus einer Medienmittelung vom Donnerstag geht hervor, dass der Detailhändler Lidl 2020 eine Filiale in unmittelbarer Nähe zum ältesten Bahnhof der Schweiz eröffnen will.

Ein entsprechendes Gerücht kursierte schon lange in der Stadt – zumal Lidl in der ganzen Schweiz auf Expansionskurs ist. Das Postareal Baden wird seit 2018 umfassend saniert, gleichzeitig entsteht ein neuer Annexbau mit 18 loftartigen Mietwohnungen. Die Bauarbeiten sind in vollem Gang, die alte Hauptpost des Badener Architekten Karl Moser ist schon weitgehend vom Baugerüst befreit.

Im Parterre und im Untergeschoss des Postgebäudes soll – in Verlängerung zum Metro-Shop – eine Art Shopping-Mall entstehen. Aus der Mitteilung geht auch hervor, dass der Swisscom-Shop wieder an seinen alten Standort zurückzieht. Swisscom ist derzeit wegen der Bauarbeiten als Untermieter in der Schalterhalle der Post am oberen Bahnhofplatz untergebracht.

Neuer Nachbar für die Swisscom

Die neue Lidl-Filiale soll 1100 Quadratmeter umfassen und direkte Nachbarin des Swisscom-Shops werden. Die gemeinsame Eingangstür im Metro-Shop ist bereits gut erkennbar. Lidl Schweiz wurde 2003 als Ableger der deutschen Muttergesellschaft, der Schwarz-Gruppe mit Sitz im württembergischen Neckarsulm, gegründet. 2009 eröffneten die ersten von mittlerweile 130 Filialen in der Schweiz.

In der Region Baden war die Filiale an der Wettinger Schwimmbadstrasse die erste. Sie sorgte im Mai 2009 für einen riesigen Ansturm. Die Geschichte des Mutterkonzerns begann um 1900 mit der kleinen Südfrüchtehandlung Lidl & Co. in Heilbronn.

Der Mann hinter Lidl, der 80-jährige Dieter Schwarz, ist mit einem Vermögen von rund 23 Milliarden Euro der zurzeit drittreichste Deutsche – gleich hinter den Aldi-Erben. Schwarz vollzog in den 1970er-Jahren den Wandel des Unternehmens zu einer Discounterkette. Die Schwarz-Gruppe, zu der auch der Detailhändler Kaufland gehört, ist mit einem Jahresumsatz von zuletzt rund 104 Milliarden Euro der grösste Handelskonzern Europas.

Allein Lidl betreibt rund 11 000 Filialen in 29 Ländern und ist damit der grösste Discounter-Konzern der Welt. Die neue Filiale in Baden wird nicht die erste in einem Postgebäude sein: 2017 eröffnete Lidl Schweiz seine erste Stadtfiliale in der ehemaligen Zürcher Fraumünsterpost.

«Wir sind überzeugt, dass wir mit unserem besten Preis-Leistungs-Verhältnis den Kundinnen und Kunden in Baden eine sehr attraktive Einkaufsmöglichkeit bieten werden», teilt Lidl Schweiz mit.

Post bleibt im Erdgeschoss, SBB eröffnen neues Reisezentrum

Für die noch leerstehenden Mietflächen des Postareals steht die Eigentümerin und Bauherrin Zuriba AG mit Interessenten in Verhandlungen, wie sie mitteilt. Man sei überzeugt, «dass das Postareal im Endausbau einen interessanten und lebendigen Mietermix aus den Bereichen Detailhandel, Gewerbe, Büro und Wohnen aufweisen wird».

Die Badener Hauptpost soll im Erdgeschoss bleiben. Wo genau ist noch unklar, wie ein Sprecher der Post mitteilt. Man sei aber derzeit daran, die Details der Planung zu klären.
Gleich gegenüber der künftigen Lidl-Filiale wird im Metro-Shop ebenfalls gebaut: Die SBB eröffnen hier im Dezember ihr neues Reisezentrum. Die bestehenden SBB-Schalter werden dann einer Ladenfläche weichen.