Nachruf

Hugo Zünd (†88): Der Malermeister und Unternehmer hat Baden geprägt

Zum Gedenken an den Badener Malermeister und Unternehmer Hugo Zünd (6. 9. 1929 — 7. 9. 2017).

Werner Graf
Drucken
Teilen
Hugo Zünd ist am 7. September verstorben.

Hugo Zünd ist am 7. September verstorben.

Mit Hugo Zünd ist im September eine stadtbekannte Persönlichkeit gestorben. In der voll besetzten Badener Stadtkirche nahm eine grosse Trauergesellschaft von dem in einfachen Verhältnissen aufgewachsenen Unternehmer Abschied.

Am 6. September 1929 geboren, musste Hugo Zünd schon früh als Ältester seiner Mutter und seinen Geschwistern den verunfallten Vater ersetzen. Trotzdem erlebte er eine schöne, aber strenge Jugendzeit, die jedoch auch zeitlebens seinen ausgeprägten Familiensinn förderte.

Da er praktisch neben dem Schartenstadion aufwuchs, war es kein Wunder, dass ihn der Fussball anzog und er bald als talentierter Junior erkannt wurde. Schon bald wurde er in der 1. Mannschaft als wendiger, blitzschneller Flügelstürmer eingesetzt und vom Gegner gefürchtet. Rund zehn Jahre spielte er in diesem Team, davon lange Zeit als Captain, bis ein schlimmer Unfall seine aktive Karriere beendete. Er blieb aber dem FC Baden treu und betreute viele Chargen. Der Verein ehrte ihn mit der Ehrenmitgliedschaft.

Am 6. März 1951 heiratete Hugo Zünd seine Jugendfreundin Erika, Schwester seines Schulkameraden Werner Giedemann. Dem glücklichen Paar wurden dann die Kinder Rolf, Irène und Daniel geschenkt, auf die Hugo mächtig stolz war und denen er ein verständnisvoller Vater war. Die sonntäglichen Picknicks und Familienanlässe waren ihm immer wichtig.

Nach der Schulzeit machte Hugo Zünd bei den Gebrüdern Wind eine Lehre als Maler. Anschliessend sammelte er Erfahrungen in verschiedenen Betrieben, bildete sich weiter und wurde eidgenössisch diplomierter Malermeister. Vor 60 Jahren war es dann so weit: Hugo Zünd gründete seine erste eigene Firma. Sein Bruder Bruno, der auch Maler erlernt hatte, war im Betrieb eine grosse Stütze, seine Frau Erika aktiv in der Geschäftsführung und oft «Frau für alles», besonders nach seinem schweren Unfall. «Maler Zünd» war schon bald einmal ein Begriff für saubere Arbeit und Qualität. Es war ein strenger, erfolgreicher Start in der Zeit der grossen Verkehrssanierung! Hugo Zünds Stolz war, dass seine beiden Söhne ebenfalls Maler wurden und vor allem, dass er 1990 die Führung des Geschäftes seinem Sohn Rolf übergeben konnte.

Durch und durch Unternehmer, war es für Hugo eine Herausforderung, erfolgreich in diversen Baukonsortien mitzuwirken, tatkräftig unterstützt von seiner Tochter lrène.

Arbeit und Erfolg war das eine, seine Freundschaftstreffen mit Berufskollegen in der ganzen Schweiz, seine Mitgliedschaft bei den Lions und in der Pestalozzi Loge, deren Anlässe er bis zuletzt besuchte, seine verschiedenen «Stammtische» bedeuteten ihm viel und überall war er sehr beliebt. Der Tod seiner Frau nach langer Krankheit traf ihn hart, umso mehr schätzte er diese zahlreichen Freundschaften.

In den letzten Jahren wurde es um Hugo Zünd etwas ruhiger, trotzdem kam die Nachricht von seinem Tod nach längerer Krankheit überraschend. Baden wird Hugo Zünd nicht so schnell vergessen.Werner Graf