Einwohnerrat
Wegen Millionenplus im Coronajahr: Sogar die SVP lobt den Badener Stadtrat

Nach jahrelangen Streitigkeiten in Finanzfragen sind sich die Parteien in Baden ausnahmsweise einig: Das Ergebnis aus dem Jahr 2020 stimmt langfristig zuversichtlich.

Pirmin Kramer
Drucken
Teilen
Das Stadthaus in Baden fotografiert am 25. März 2021.

Das Stadthaus in Baden fotografiert am 25. März 2021.

Severin Bigler / ©

Jahrelang waren die Finanzen das politische Megathema in Baden. Steuererhöhungen wurden gefordert und eine Budgetkommission gegründet, um Sparpotenzial zu orten. Doch in der laufenden Legislatur hat sich die Lage beruhigt, was sich auch daran zeigt, das im Einwohnerrat längst nicht mehr so gehässig debattiert wird wie einst. Am Dienstagabend äusserten sich sämtliche Parteien hochzufrieden mit dem Rechnungsergebnis des Jahres 2020.

Hier die wichtigsten Zahlen: Baden hat das Jahr mit einem Plus von 11,8 Millionen Franken abgeschlossen. Der Überschuss ist somit praktisch gleich hoch wie 2019 und rund 4,6 Millionen Franken besser als budgetiert (AZ vom 30. April). Erfreulich aus Sicht der Stadt war insbesondere auch der Steuerertrag: 90 Millionen Franken flossen in die Stadtkasse. Der Aktiensteuerertrag beläuft sich auf 21,04 Millionen Franken, rund 17 Prozent mehr als budgetiert und fast 2 Millionen Franken mehr als im Vorjahr.

Stefan Jaecklin (FDP) fasste die Meinung seiner Partei zum Abschluss mit fünf Worten zusammen: «Wir finden die Rechnung gut.» Er ergänzte, die Folgen von Corona würden wohl noch spürbar sein. «Aber wir sind gut aufgestellt, und die Rechnung stimmt uns langfristig zuversichtlich.»

Mike Rinderknecht (SVP) pflichtete ihm bei:

«Angesichts der Coronakrise kann nicht genug betont werden, wie wertvoll dieser Rechnungsabschluss für die Stadt Baden ist.»

rotz der erfreulichen Rechnung wäre es aber unseriös, die Probleme und Herausforderungen zu verschweigen, so Rinderknecht. Die Pro-Kopf-Verschuldung sei angestiegen, die Tendenz gehe weiter in diese Richtung. Und in den letzten Jahren habe Baden nicht unwesentlich von der Auflösung von stillen Reserven profitiert.

Corinne Schmidlin von den Grünen sagte: «Wir sind erfreut, wie gut sich die Stadt in diesem besonderen Jahr geschlagen hat.» Der wichtigste Grund seien die Steuereinnahmen, die höher ausfielen als budgetiert. «Erstaunlicherweise haben sich auch die Kosten der Pandemie für die Stadt in engen Grenzen gehalten.» Zwar habe es auch Mindereinnahmen gegeben, etwa beim Schwimmbad, aber das habe aufgefangen werden können. «Die finanzielle Situation in Baden ist sehr gut, aber wir müssen dranbleiben und weiter investieren.»

Mehr Investitionsfreude gefordert

Fritz Bosshardt vom Team Baden sagte: «Das Ergebnis zeigt: Wir haben eine gute Verwaltung.» Die Gesamtrechnung sei trotz Corona erfreulich. Kritisch betrachtet hätte sich das Team Baden angesichts des guten Ergebnisses etwas mehr Innovation und Investitionsfreude gewünscht. Stadtammann Markus Schneider (Die Mitte) sprach von einer guten Rechnung, auf die man stolz sein könne. «Wir haben gut gearbeitet, wir haben dort gespart, wo man sparen kann, und dort investiert, wo es Sinn macht.» Baden sei es gelungen, im richtigen Moment am richtigen Ort zu investieren.

Aktuelle Nachrichten