«Die Punkte sind ein Qualitätssiegel» – Restaurant zur Heimat neu mit 14 Punkten

Die Ehrendinger «Heimat» ist im «Gault Millau» 2019 neu mit stolzen 14 Punkten bewertet. Dies freut Wirt Tim Munz zwar, auch wenn mit dieser Auszeichnung der Druck steige.

Martin Rupf
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«Heimat»-Wirt Tim Munz (2. v. l.) und sein Team: «bleiben auch mit 14 Punkten ein Wirtshaus für jedermann.»

«Heimat»-Wirt Tim Munz (2. v. l.) und sein Team: «bleiben auch mit 14 Punkten ein Wirtshaus für jedermann.»

Claudio Thoma

Man kann von einem regelrechten Steigerungslauf sprechen: Seit Tim Munz im Restaurant zur Heimat wirtet, geht es steil aufwärts. Im Frühling 2016 übernahm er zusammen mit seiner Partnerin – seit diesem Sommer gehen die beiden beruflich und privat getrennte Wege – das Wirtshaus im Oberehrendinger Dorfkern.

Nur ein Jahr später erhielt das Restaurant die blaue Tafel von der Tafelgesellschaft zum Goldenen Fisch – eine Auszeichnung dafür, dass die «Heimat» frischen Fisch besonders pflegt.

Dann im Herbst 2017 der nächste Meilenstein: Erstmals wurde das Restaurant im Gastroführer Gault Millau mit 13 Punkten aufgeführt. Und jetzt, ein Jahr später, sind es gar 14 Punkte. «Natürlich freue ich mich über die Auszeichnung und die Bestätigung, dass wir offensichtlich auf dem richtigen Weg sind», sagt der 29-jährige Ostschweizer.

Gleichzeitig bedeuteten die Punkte aber auch, dass der Druck grösser werde. «Denn jetzt gilt es, diese 14 Punkte zu halten. Verliert man wieder einen Punkt, dann ist das schlecht für das Image», so Tim Munz, der das Restaurant Heimat zusammen mit mittlerweile fünf Angestellten betreibt.

«Gault Millau» hat sich gewandelt

Insofern sei er froh, dass er «nur» 14 «Gault-Millau»-Punkte erhalten habe. «Das ist ein Level, das unserem tatsächlichen Niveau entspricht, und das wir auch in Zukunft gut halten können.» Bei 16 Punkten oder mehr würde das schon anders aussehen. «Man muss wissen, ob man vom wirtschaftlichen Aufwand her in der Super League oder in der Champions League spielen will», sagt Munz mit einem Lachen.

Doch der eigentliche Druck rühre ohnehin nicht von «Gault-Millau»-Punkten her, sondern sei in der Wirtschaftlichkeit begründet. «Nach 2,5 Jahren in Ehredingen kann ich sagen, dass wir auf einem guten Weg sind; ja wir sind zufrieden.» Munz führt dies nicht zuletzt auf das «tolle Einzugsgebiet» zurück und den Umstand, «dass sich in der Region zwar gastronomisch in letzter Zeit viel getan hat, aber das Potenzial in der Region ist sicher noch nicht ausgeschöpft.»

Munz freut sich, dass in jüngster Zeit auch ländliche Familienbetriebe wie die «Heimat» eher Aufnahme im «Gault Millau» fänden. «Der Fokus liegt mehr auf der Küche und weniger auf dem ganzen Drumherum. Früher waren üppige Blumengedecke oder Servicepersonal im steifen «Pinguin-Look» fast schon Voraussetzung für ‹Gault-Millau›-Punkte.»

Das sind die Aargauer Gault-Millau-Restaurants:

Hotel Hasenberg, Usagiyama, Widen Das Restaurant Hasenberg in Widen führt die Aargauer Rangliste mit 16 Punkten an. Auf dem Bild Shingo Ozawa (Sous-Chef), Akihiko Suzuki (Grand Chef) und Geschaftsführerin Yoshiko Kurahayashi. (Archivbild)
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So sieht das «Hasenberg» von aussen aus. (Archivbild)
Rosmarin, Lenzburg «Philipp Audolensky hat mit seiner Liebe zum Detail und mit seinen lustvollen Gerichten begeistert», schreibt der Gault Millau. Sein Restaurant Rosmarin (im Hintergrund) hat 15 Punkte.
Schlossgarten, Schöftland Der Schlossgarten gehört weit über die Dorfgrenzen hinweg zu den bevorzugten Adressen. Auch der Schlossgarten kann 15 Gault-Millau-Punkte vorweisen.
Wirtshaus zur Heimat, Ehrendingen Tim Munz und seine Partnerin Melina Rychener haben das Wirtshaus im Frühling 2016 übernommen. Munz hat als Küchenchef 2018 um einen Punkt zugelegt und ist neu bei 14 Punkten.
Tim Munz vom Wirthaus zur Heimat hat 14 Punkte "Heimat"-Wirt Tim Munz und sein Team: "Jeder Gast wird bei uns so behandelt, wie ein potenzieller Gault-Millau-Tester."
Restaurant Fahr, Künten-Sulz Die jungen Wirte Alexandra von Allmen und Manuel Steigmeier sind mit 14 Punkten ausgezeichnet worden – erstmals.
Alexandra von Allmen und Manuel Steigmeier in der Gaststube.
Pfändler's Gasthof zum Bären, Birmenstorf Die Wirte haben 2018 von Gault Millau 14 Punkte erhalten - wie im Vorjahr.
Bären, Mägenwil Die Wirte haben 2018 von Gault Millau 14 Punkte erhalten - wie im Vorjahr.
Silvio's Ampère, Rupperswil Das Ampère erhielt wie im Vorjahr 14 Punkte.
Bänziger, Seon Das Restaurant erhielt wie auch schon im Vorjahr 14 Punkte.
 Martin Bänziger führt das Gourmet-Restaurant.
Zum Hirschen, Villigen Der Gastro-Kritiker verlieht dem Restaurant in Villigen 14 Punkte.
Nadja Schuler und Stephane Wirth haben den Landgasthof zum Hirschen in Villigen im Februar 2013 übernommen.
Landgasthof Ochsen, Wölflinswil Auch er erhielt wie im Vorjahr 14 Punkte.
Kettenbrücke, Aarau Ende März 2016 öffnete das Aarauer Vierstern-Stadthotel Kettenbrücke seine Tore im neuen Glanz. Nun hat es 13 Punkte erhalten und gehört neu zu den Aargauer Gault-Millau-Restaurants.
Die Küche unter der Leitung von Jörg Krölls überzeugte die Tester mit Wiener-Schnitzel und Kartoffel-Gurken-Salat.
Barracuda, Lenzburg Die Brasserie wurde im Juni 2017 eröffnet. Auch sie befindet sich neu im Gault Millau – mit 13 Punkten.
Hotel Bären, Bärenstübli, Suhr Das Restaurant erhielt wie im Vorjahr 13 Punkte von Gault Millau.
Das Ziel von Chefkoch Stephan Pletschacher ist es, den 14. Punkt zurückzuerobern.
Mürset, Aarau Das Restaurant erhielt wie im Vorjahr 13 Punkte von Gault Millau.
Pinte, Dättwil Das Restaurant erhielt wie im Vorjahr 13 Punkte von Gault Millau.
Patrick Troxler, Küchenchef und Inhaber der Restaurant Pinte Dättwil AG, vor der Dättwiler Traditionsbeiz.
Zur Mühle, Oberentfelden Das Restaurant erhielt wie im Vorjahr 13 Zähler.
Beluga, Aarau Küchenchef Robin Dürlewanger. Das Restaurant erhielt 13-Gault-Millau-Punkte, einen weniger als im Vorjahr.
Seerose, Cocon, Meisterschwanden Das Restaurant erhielt 12 Punkte von Gault Millau, einen weniger als im Vorjahr.

Hotel Hasenberg, Usagiyama, Widen Das Restaurant Hasenberg in Widen führt die Aargauer Rangliste mit 16 Punkten an. Auf dem Bild Shingo Ozawa (Sous-Chef), Akihiko Suzuki (Grand Chef) und Geschaftsführerin Yoshiko Kurahayashi. (Archivbild)

Emanuel Freudiger

Trotz neu 14 Punkten, werde sich die «Heimat» nicht gross ändern, weder beim Angebot noch bei den Preisen. «Wir wollen unser bewusst breites Angebot beibehalten und ein Restaurant für jedermann sein», sagt Munz.

Die «Gault-Millau»-Punkte seien dabei für die Gäste ein Qualitätssiegel. «Jeder Gast wird bei uns so behandelt, wie ein potenzieller «Gault-Millau»-Tester», sagt Munz. Er selber gehe deshalb auch sehr gerne in «Gault-Millau»-Restaurants essen, «weil man dort eine konstant gute Leistung erwarten darf». Dass er und sein Team diese zu erbringen in der Lage sind, hat die jüngste Ausgabe des Gastroführers eindrucksvoll bestätigt.

Der Koch des Jahres 2019 heisst Heiko Nieder: