Baden

Chinesen bekommen gratis Müllerbräu

21 Studenten und 3 Vertreter der Fachhochschule Nordwestschweiz treten in diesen Tagen eine Studienreise nach China. Sie steht ganz im Zeichen chinesischer Geschäftskultur. Die Chinesen werden von den Schweizern Müllerbräu erhalten.

Martin Rupf
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Das Tenü passt schon einmal – nur die Krawatte fehlt. Im Blazer, beziehungsweise im Deux-Piece erscheinen die International-Management-Studenten Karim Twerenbold und Fabienne Egloff sowie Mirjam Petrone von der Fachhochschule Nordwestschweiz (FHNW), zum Gespräch.

Twerenbold wirkt aufgedreht und leicht angespannt zugleich; und das mit gutem Grund. Der 25-jährige Badener steckt in den letzten Vorbereitungen für die Studienreise, die nach China führen wird. Die Reise bildet den Abschluss des Projekts «Insight China 2011».

Zusammen mit zwei Studienkollegen der Hochschule für Wirtschaft in Olten hat sich Twerenbold ein Jahr lang intensiv mit der aufstrebenden Wirtschaftsmacht China auseinandergesetzt. «Letzte Nacht habe ich noch ein paar Telefonanrufe nach China gemacht, um letzte Details zu regeln», so Twerenbold. Er wolle halt einfach sicher sein, das alles auch perfekt klappt. Daran hat Mirjam Petrone aus Wettingen keinen Zweifel. «Die Delegation ist bei diesen drei Organisatoren in besten Händen», ist sie überzeugt.

2800 Franken pro Student

Die von Petrone angesprochene Delegation umfasst 21 Studenten und 3 Vertreter der Schule. Die Reise wird in 16 Tagen von Peking nach Shanghai führen. Geplant ist der Besuch von 12 Firmen; darunter auch klingende Namen wie Nestlé, Credit Suisse oder Schindler. Das Studienprojekt stehe unter dem Motto «Nachhaltigkeit», sagt Twerenbold. «Dabei geht es nicht nur um Umweltaspekte, sondern auch um Nachhaltigkeit in Managementprozessen oder Umgang mit Rohstoffen.»

Obwohl die Studenten 2800 Franken für die Reise zahlen müssen, sei die Nachfrage grösser gewesen als die Anzahl Plätze, sagt Twerenbold. Für das, was den Studenten geboten werde, sei das ein guter Preis, so Twerenbold. «Ohne das grosszügige Engagement unserer Sponsoren und Supporter, wäre die Reise viel teurer gekommen.» Ziel der Reise sei es, dass die Studenten das Land einmal mit eigenen Augen sehen können. «Ich reise ohne Vorurteile nach China und lasse mich überraschen», sagt die 24-jährige Wirtschaftsstudentin Fabienne Egloff aus Wettingen. Ein Grund, weshalb sie sich für die Reise angemeldet habe, sei auch die Erfahrung der Organisatoren gewesen.

So verbrachte Twerenbold bereits ein Austausch-Halbjahr in Schanghai und absolvierte danach in der 20-Millionen-Stadt auch noch ein mehrmonatiges Praktikum. Chinesisch spreche er zwar nur sehr wenig, doch dafür hält Twerenbold praktische Tipps bereit. «Chinesen mögen es bei der Begrüssung nicht, wenn man ihnen die Hand zu fest drückt.» Und beim Essen sei ziemlich alles erlaubt; ausser Nasenschnäuzen.

Netzwerk hat bei Planung geholfen

Vor 5 Wochen reiste Twerenbold mit den beiden anderen Mitorganisatoren nach China, um Firmenbesuche, Transport und Übernachtungen zu organisieren. «Dabei konnten wir auch von unserem Netzwerk profitieren.» Ein Resultat davon: Felix Meier, Geschäftsführer von Müllerbräu hat die Delegation zu einem Nachtessen und einem Müllerbräu in der Swiss Bar in Peking eingeladen.