Baden
2,3 Millionen: «Langmatt» macht Spendenaufruf – Museumsdirektor äussert sich zum geplanten Bilderverkauf

Das Badener Museum hofft für die Sanierung der Villa auf Unterstützung von Persönlichkeiten und Hilfe aus Politik und Wirtschaft. Zudem plant die Stiftung Langmatt zur Sicherstellung des Betriebs Bilderverkäufe in Höhe von 40 Millionen Franken. Erste Angebote seien bereits eingetroffen, sagt Markus Stegmann.

Pirmin Kramer
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Die Villa Langmatt muss dringend saniert werden. Voraussichtliche Kosten inklusive Bau des Pavillons: 17 Millionen Franken.

Die Villa Langmatt muss dringend saniert werden. Voraussichtliche Kosten inklusive Bau des Pavillons: 17 Millionen Franken.

Severin Bigler

Die Langmatt ist ein Sanierungsfall, und das in doppelter Hinsicht. Erstens muss die Liegenschaft erneuert werden. Die Villa, die BBC-Gründer Sidney Brown und seine Frau Jenny vor 121 Jahren erbauen liessen, muss dringend saniert werden. Und zweitens ist auch die Stiftung, die im imposanten Gebäude für die umfangreiche Sammlung von Gemälden des französischen Impressionismus zuständig ist, auf einen beträchtlichen Kapitalzuwachs angewiesen.

Für die bauliche Sanierung starten Stiftung und Museum Langmatt nun einen gross angelegten Spendenaufruf. Insgesamt sollen rund 2,3 Millionen Franken an Spenden und Drittmittel gesammelt werden, wie es in einer Mitteilung heisst. Der Spendenaufruf erfolgt unter anderem vom kürzlich gegründeten Unterstützungskomitee Pro Langmatt.

Unter der Leitung von alt Nationalratspräsidentin Christine Egerszegi-Obrist setzen sich zahlreiche namhafte Persönlichkeiten aus der Badener Politik, Wirtschaft und Kultur tatkräftig dafür ein, dass die Langmatt mit Villa, Museum und Park saniert wird und auch weiterhin für die Öffentlichkeit erhalten bleibt.

Rund 17 Millionen Franken wird die Renovation insgesamt kosten. Gebaut werden zusätzlich ein Pavillon, ein neuer Eingangsbereich mit zeitgemässer Museumsinfrastruktur sowie ein Lift für die barrierefreie Erschliessung.

Sehr teure Alarmanlage

Einen grossen Beitrag an die Kosten soll die Stadt Baden leisten: Stadtrat und Einwohnerrat haben sich 2020 zur Strategie «Zukunft Langmatt» bekannt. Voraussichtlich im kommenden Jahr wird die Stimmbevölkerung von Baden über einen Kredit abstimmen. Auch der Kanton soll via Swisslos-Fonds einen namhaften Beitrag leisten. Die Stiftung Langmatt ist für die Akquise von Drittmitteln zuständig und ruft daher zu Spenden für die Gebäudesanierung auf.

Langmatt-Direktor Markus Stegmann erklärt: «Viele Kosten liegen im Verborgenen.» So sei zum Beispiel die Alarmanlage sehr teuer. Sie musste kürzlich erneuert werden, damit der Versicherungsschutz für die teuren Bilder aufrechterhalten werden konnte. Die Langmatt, hält Stegmann fest, sei nicht nur wegen dem Bilderschatz ein Kulturgut, das unbedingt erhalten werden müsse. Zusammen mit dem Park und den vielen Veranstaltungen sei das Areal längst für eine breite Öffentlichkeit von Interesse.

Topsegment der Käufer «manchmal launisch»

Falls das Badener Stimmvolk Ja zur Gebäudesanierung sagt, ist die Stiftung vertraglich verpflichtet, den Betrieb und den Unterhalt auf lange Sicht sicherzustellen. Dies ist aufgrund ihrer finanziell angespannten Lage nur via Bilderverkauf möglich.

40 Millionen Franken sollen durch die Veräusserung von einem bis drei Werken in die Kasse fliessen, um von der Rendite den Betrieb zu finanzieren sowie Rücklagen für die zukünftige Gebäudeinstandsetzung zu bilden. Welche Bilder verkauft würden, sei noch nicht definiert, sagt Stegmann. «Der Kunstmarkt ist volatil, das Topsegment der Käuferinnen und Käufer manchmal launisch.»

Das eine oder andere Kaufangebot sei in den vergangenen Jahren bereits eingetroffen. Der Stiftungsrat werde sich im Herbst Gedanken machen, welches der beste Verkaufsweg sei. Eine Auktion sei nicht unwahrscheinlich, da auf diesem Weg oft hohe Erlöse erzielt werden.