Baden
33-Millionen-Projekt mit Verzögerung: Im Schulhaus Pfaffechappe wird erst im Herbst unterrichtet – es drohen Mehrkosten

Der Umbau des Badener Schulhauses nimmt mehr Zeit in Anspruch als erhofft. Dafür gibt es mehrere Gründe, wie Stadtrat Benjamin Steiner erklärt.

Pirmin Kramer
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Blick auf das Schulhaus Pfaffechappe, das derzeit umgebaut wird.

Blick auf das Schulhaus Pfaffechappe, das derzeit umgebaut wird.

Mathias Förster

Das Badener Schulhaus Pfaffechappe beim Graben unterhalb der Hochbrücke wird derzeit von einem Oberstufen- in ein modernes Primarschulhaus umgebaut. Die Kosten: 33 Millionen Franken. Der Bezug war für den Start des Schuljahres 2023/24 geplant.

Doch nun kommt es zu Verzögerungen, wie Stadtrat und Bauvorsteher Benjamin Steiner (Team Baden) bestätigt. «Das Schulhaus wird erst im Herbst bezogen», sagt er.

Der Hauptgrund für die Verspätung: Asbest. Steiner: «Wir wussten, dass bei einem Bau aus den 1970er-Jahren Altlasten beseitigt werden müssen. Es wurde nun aber sehr viel mehr Asbest gefunden als erwartet.»

Der zweite Grund für die Verzögerungen: Lieferengpässe bei wichtigen Materialien wie Stahl, aber auch der Blechverkleidung.

Für den Schulbetrieb sei es kein Drama, dass der Umbau der Pfaffechappe später als geplant fertig werde, sagt Stadtrat Steiner. Die Primarschulkinder können problemlos einige Wochen länger in den Provisorien neben dem Ländlischulhaus unterrichtet werden.

«Materialien verteuert und verknappt»

Allerdings werden voraussichtlich Mehrkosten auf die Stadt zukommen, vermutet Steiner. «Wer momentan baut, muss mit höheren Kosten rechnen, weil sich die Materialien verteuert und verknappt haben.» Bisher habe die Stadt Baden die Kreditrahmen aber einhalten können: Beim 100-Millionen-Schulhaus-Projekt Burghalde habe quasi eine Punktlandung resultiert; und auch bei der Pfaffechappe sei man noch auf Kurs.

Die Pfaffechappe wurde 1973/74 gebaut. Jahrelang diente es als Sekundar- und Realschulhaus. Die Badener Stimmbevölkerung sprach sich im März 2021 sehr klar (mit 5299 Ja- gegen 1085 Nein-Stimmen) für einen Umbau aus. Nun wird das Schulhaus «den Ansprüchen eines modernen und zeitgemässen Primarschulhauses angepasst».

Die räumliche Neustrukturierung des Gebäudes mit clusterartig organisierten Unterrichtsräumen soll einen altersgerechten Unterricht ermöglichen. Unter anderem wird auch ein barrierefreier Schulbetrieb durch den Einbau von zwei Liften gewährleistet.

Verbindung zum Boveri-Park

Zudem tritt das Schulhaus stärker in Beziehung zum Park der Villa Boveri. Auf der Website der ERP Architekten aus Baden heisst es dazu: «Der in der Nachbarschaft gelegene Park mit dem fast schon geheimnisvoll wirkenden schmiedeeisernen Gartentor wird Teil der Szenerie.» Das Tor bleibe verschlossen, die Präsenz des Parks werde durch das Offenlegen der bestehenden Achse jedoch erlebbar.

Die Pfaffechappe ist derzeit das einzige grosse Bauprojekt der Stadt, das sich in der Ausführungsphase befindet. Baden sei darum weniger stark als andere Städte von den höheren Rohstoffpreisen und den Lieferverzögerungen betroffen, sagt Julius Schulz, Leiter Hochbau bei der Stadt.

«Die Burghalde konnten wir noch fertigstellen, bevor die Preise stark anstiegen. Und wir haben Glück, dass wir derzeit nicht noch weitere grosse Projekte realisieren.»

Bei den nächsten grossen Bauprojekten in Baden handelt es sich ebenfalls um Schulhäuser: Die Tagesschule Ländli wird saniert, später die Schulanlage im Meierhofquartier.