Gemeindeversammlung

Aargauer Sonderfall: Spreitenbacher wehren sich schon wieder gegen Sackgebühr

Auch beim dritten Mal sagten die Spreitenbacher vorerst Nein und wiesen die Einführung einer Sackgebühr zurück. Damit bleibt Spreitenbach die letzte Gemeinde im Aargau ohne Sackgebühr.

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In Spreitenbach werden die Kehrichtgebühren nach Wohnungsgrösse verrechnet. (Symbolbild)

In Spreitenbach werden die Kehrichtgebühren nach Wohnungsgrösse verrechnet. (Symbolbild)

Aargauer Zeitung

Eigentlich ist eine Gebühr für Kehrichtsäcke vom Bundesgericht vorgeschrieben. In Spreitenbach jedoch bezahlen die Bürger ihren Abfall bis jetzt nach Wohnungsgrösse und scheinen an diesem System festhalten zu wollen.

An der Gemeindeversammlung vom Dienstagabend wurde die Einführung einer Sackgebühr ab 2019 abgewiesen. Das Geschäft wurde bereits zum dritten Mal an einer Gemeindeversammlung diskutiert.

Spreitenbach ist die letzte Gemeinde im Aargau, die noch keine Sackgebühr hat. Oberwil-Lieli hat vor zwei Jahren als zweitletzte Gemeinde auf ein Abfallreglement mit Sackgebühren umgestellt.

Heute zahlen die Bewohner der Limmattaler Gemeinde ihren Abfall nach wie vor nach Wohnungsgrösse. Doch laut einem Bundesgerichtsentscheid von 2011 muss der Abfall mittels einer Volumen- oder Gewichtsverrechnung entsorgt werden, sprich, verursachergerecht.

Bisher zahlt ein Spreitenbacher Haushalt mit mehr als 3,5 Zimmern eine Jahresabfallgebühr von 257 Franken, Bewohner kleinerer Wohnungen zahlen 180 Franken jährlich. Neu will die Gemeinde eine einheitliche Jahresgrundgebühr von 75 Franken verrechnen pro Haushalt. Zusätzlich müssen sich die Bewohner neu offizielle Abfallsäcke kaufen, wobei beispielsweise ein 35-Liter-Sack zwei Franken kosten soll, ein 60-Liter-Sack 3.35 Franken. Wie in an deren Gemeinden üblich, sieht das neue Reglement bei den Preisen einen gewissen Spielraum vor. «So kann der Gemeinderat die Preise den effektiven Kosten für die Entsorgung anpassen», erklärt Gemeindepräsident Valentin Schmid (FDP) im Vorfeld der Gmeind der AZ.