Densbüren
«Wie wollen wir das überhaupt bezahlen?»

Densbüren An der Gmeind sorgte vor allem die geplante Sanierung der Staffeleggstrasse für Diskussionen. Denn Nein sagen konnten die Stimmbürger nicht.

Ann-Kathrin Amstutz
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Die Staffeleggstrasse soll inner- und ausserorts saniert werden.

Die Staffeleggstrasse soll inner- und ausserorts saniert werden.

Nadja Rohner

Die Deisperer verbleiben im Zukunftsraum – zumindest für die Ausarbeitungsphase. An der Gmeind von letztem Freitag wurde der entsprechende Kredit mit 55 zu 28 Stimmen deutlich und ohne grössere Diskussionen gutgeheissen. Gemeindeammann Roger Meyer war erleichtert: «Das ist für Densbüren eines der wichtigsten Projekte der letzten Jahre.»

Mehr zu reden gab ein anderes Traktandum: der Kredit über happige 728 000 Franken für die Sanierung der Kantonsstrasse (Gemeindeanteil an den Gesamtkosten von 4,9 Mio. Franken). Ein riesiger Brocken für die tief verschuldete Gemeinde, die praktisch vom kantonalen Finanzausgleich lebt. So dauerte es nicht lange, bis ein Deisperer fragte: «Wie wollen wir das bezahlen?» Damit brachte er Gemeinderat Roland Nussbaum etwas in Verlegenheit. Er antwortete schliesslich: «Vom ausserordentlichen Finanzausgleich.» Dass die Gemeinde einen solchen Kredit sonst nicht selbst stemmen könnte, war im Saal allen klar.

«Der Kredit ist ein ganz heikles Thema», sagte denn auch Ammann Meyer. «Er wird vom Kanton per Dekret verordnet. Das bedeutet, wir können eigentlich gar nicht Nein sagen.» Das löste unter den 84 anwesenden Stimmbürgern einigen Unmut aus. «Weshalb stimmen wir dann überhaupt darüber ab?», stellte jemand die rhetorische Frage, auf die es keine wirklich befriedigende Antwort gab.

Keine Änderung an heikler Stelle

In der hintersten Reihe meldete sich eine Frau zu Wort. Sie fragte, ob die Situation bei der Bushaltestelle Asp entschärft werde. «Am dortigen Fussgängerstreifen gibt es nicht nur selten, sondern regelmässig Auffahrunfälle. Und zwar, wenn ein Auto anhält, um einen Fussgänger passieren zu lassen.» Das sei auch für die Fussgänger gefährlich. Der Gemeinderat musste zugeben, dass an besagter Stelle keine Änderung geplant sei. «Wir haben darüber diskutiert. Es hat sich herausgestellt, dass die gesamten Umbaukosten zulasten der Gemeinde gehen würden.» Hier spreche man von einem Betrag in der Höhe von mehreren 100 000 Franken. Zu viel für Densbüren. Noch einmal ergriff die Frau das Wort: «Man würde meinen, in einem dermassen teuren Projekt müsste auch für solche Sicherheitsmassnahmen Platz sein.»

Am Ende fügten sich die Deisperer ihrem Schicksal: Mit 47 Ja zu 27 Nein wurde der Kreditantrag zur Sanierung der Kantonsstrasse genehmigt. Gebaut wird frühestens 2018, der Kanton rechnet mit einer Bauzeit von bis zu zwei Jahren.

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