Unterentfelden
Budget 2022 mit höheren Steuererträgen – neu ist eine Grüngutgebühr geplant

An der Gemeindeversammlung vom 28. November entscheidet Unterentfelden über das Budget mit rund 200'000 Franken Minus und gleichbleibendem Steuerfuss. Auch die Einführung einer Grüngutgebühr ist geplant, dafür würden die Abfallsäcke günstiger.

Daniel Vizentini
Drucken
Investiert wird unter anderem in ein Vorprojekt für die Sanierung und Neugestaltung der Kantonstrasse durch Unterentfelden.

Investiert wird unter anderem in ein Vorprojekt für die Sanierung und Neugestaltung der Kantonstrasse durch Unterentfelden.

Daniel Vizentini (10. Juni 2021)

Bei der Vorstellung des Budgets 2021 schrieb die Gemeinde noch, der Steuerfuss könnte in den nächsten Jahren um bis zu zehn Prozentpunkte steigen. Davon ist zurzeit nicht mehr die Rede. Im Budget 2022 erwartet die Gemeinde «deutlich höhere Steuererträge»: 560'000 Franken mehr bei den natürlichen Personen und 230'000 Franken mehr bei den Unternehmen als für 2021 budgetiert. Der Steuerfuss soll bei 113 Prozent bleiben.

Gänzlich über den Finanzberg ist Unterentfelden damit aber noch nicht, oder um es in den Worten vom heutigen Vize und künftigen Ammann Alfred Stiner auszudrücken: Finanziell sei Unterentfelden «nicht auf der Intensivstation, sondern in der Reha-Klinik», sagte er am Wahlpodium im September. Das Budget 2022, das an der Gemeindeversammlung vom 29. November angenommen werden soll, wird entsprechend auch mit einem Minus von 206'255 Franken vorgeschlagen – ähnlich wie für 2021, als ein Minus von 263'000 Franken vorgesehen war.

Die Rechnung 2020 indes, die kurz nach Annahme des Budgets 2021 bekannt wurde, zeigte 1,26 Millionen Franken mehr Steuereinnahmen und schloss 1,46 Millionen Franken besser ab als erwartet. Gut möglich, dass Unterentfelden in Sachen Steuern zunehmend solider dasteht. Klar ist aber auch, dass in den nächsten Jahren bedeutende Investitionen anstehen.

Schulhäuser und Hauptstrasse werden Geld benötigen

Erstens in den akut knappen Schulraum: Einen Tag vor der Gmeind, am 28. November, stimmen beide Entfelden über den Kredit für die Doppelaufstockung des blauen Oberstufenschulhauses ab. Unterentfelden würde entsprechend der Bevölkerungszahl etwa einen Drittel der insgesamt 23 Millionen Franken übernehmen müssen. Nach der Oberstufe – Bauende wäre, nach Plan, im Sommer 2025 – kommt wahrscheinlich auch der Neubau eines Primarschulhauses dran.

Zweitens sollen in Unterentfelden in der nächsten Zeit die Kantonsstrasse und auch die Bahnübergänge erneuert werden, samt längerem Perron und Neugestaltung der Bahnhaltestelle Oberdorf. Die Gemeinde leistet dort Beiträge. Und sie will schon lange den Hauptstrassenbereich neu gestalten und aufwerten, die Studie «Innenentwicklungsstrategie Hauptstrasse» liegt bereits vor.

Wird Unterentfelden Grüngutgebühren einführen?

Im Budget 2022 sind laut Medienmitteilung der Gemeinde Mehrausgaben für eine externe Leitung der Abteilung Bau und Planung aufgeführt, hingegen kann die Gemeinde durch niedrigere Pensen in der Verwaltung sowie dem Verkauf der Villa am Birkenweg 10 etwas Geld sparen respektive gewinnen.

Details zum Budget und den Gmeindsvorlagen liegen noch keine vor. Ein Traktandum, das zu Diskussionen führen könnte, gibt die Gemeinde aber bereits bekannt: Unterentfelden soll auf Mitte 2022 eine Grüngutgebühr einführen, dafür aber die Abfallsackgebühr senken.

Aktuelle Nachrichten