Handball

Suhr Aarau behauptet sich an Tabellenspitze – trotz Turbulenzen

Zuerst die überraschende Trainerentlassung, dann die schwere Verletzung des Captains – der HSC Suhr Aarau kam in den letzten Wochen nicht zur Ruhe.

Fabio Baranzini
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Guido Frei bleibt vorerst Trainer – aber nur bis Ende Saison.

Guido Frei bleibt vorerst Trainer – aber nur bis Ende Saison.

Foto Wagner, Siglistorf

Es ging drunter und drüber beim HSC Suhr Aarau in den vergangenen Wochen. Ende Februar teilte der Verein mit, dass die Zusammenarbeit mit Trainer Markus Jud per sofort beendet wird. Dabei hatte Jud noch im Januar in einem Gespräch mit dieser Zeitung erklärt, dass er auf ein langjähriges Engagement beim HSC Suhr Aarau hoffe.

«Ich kann verstehen, dass der Entscheid für Aussenstehende überraschend kam», sagt Co-Präsident Thomas Kähr. «Die Auftritte der Mannschaft waren jedoch wenig überzeugend. Das Feuer fehlte und einige Spieler waren unzufrieden. Wir haben mit Markus Jud mehrmals die Situation analysiert, doch es hat nicht geholfen. Daher mussten wir handeln.» Dennoch betont Kähr auch mit etwas Abstand, dass die Differenzen mit Jud nicht vorauszusehen waren und dass es keinesfalls ein Fehlentscheid war, den Zürcher als Trainer zu verpflichten.

Seit der Entlassung von Jud führt Sportchef Guido Frei das NLB-Team. Der Mann also, der bereits letzte Saison gemeinsam mit Patrik Fend die erste Mannschaft betreut, dann aber vor rund einem Jahr den HSC Suhr Aarau wegen «unterschiedlicher Auffassung der Führung der Mannschaft» – wie es der Verein damals in einer Medienmitteilung formuliert hatte - verlassen hatte, um dann wenige Wochen später als Coach für die letzten NLA-Partien der Saison doch wieder zurückzukehren. Nach der Saison übernahm Frei dann den Posten des Sportchefs und übergab das Traineramt an Markus Jud.

Und jetzt steht Guido Frei also wieder als Trainer an der Seitenlinie – allerdings nur bis Ende Saison. Dann wird er in seine angestammte Funktion als Sportchef zurückkehren. Dass er das Amt des Cheftrainers in der kommenden Spielzeit übernehmen wird, ist gemäss Kähr keine Option. Entsprechend läuft die Suche nach einem neuen Trainer auf Hochtouren, wobei ein entscheidender Faktor sein wird, ob der HSC im kommenden Jahr in der Nationalliga A oder erneut in der Nationalliga B antreten wird.

Die Ruhe vor dem Sturm

Trotz den Turbulenzen rund um die Trainerposition beim HSC Suhr Aarau in den letzten Wochen stimmen die jüngsten Resultate der Mannschaft. Das Team konnte alle vier Partien unter der Leitung von Guido Frei gewinnen – drei davon mit neun oder mehr Treffern Differenz. Und das, obwohl sich Captain und Topskorer Misha Kaufmann bereits im zweiten dieser vier Spiele eine schwere Knieverletzung zugezogen hat. Er wurde vor einer Woche operiert. Die Operation ist zwar laut dem Verein gut verlaufen, man könne aber noch immer keine genau Angabe darüber machen, bis wann Kaufmann ausfällt. Klar sei, dass es eine lange Pause sein werde.

«Es spricht für den Charakter des Teams, dass nach dem Ausfall von Misha Kaufmann mehrere Spieler in die Bresche gesprungen sind und mehr Verantwortung übernommen haben», sagt Thomas Kähr. Er findet damit lobende Worte für die Equipe, die sich die Tabellenführung zurückgeholt hat und derzeit einen Punkt vor Kantonsrivale Endingen liegt.

In den nächsten Wochen sollte beim HSC Suhr Aarau nun etwas Ruhe einkehren. Bis Mitte April stehen keine weiteren Meisterschaftspartien mehr an. Dann aber geht es in den letzten vier Runden richtig zur Sache im Kampf um den Aufstieg. «Ich glaube, dass die Entscheidung erst im allerletzten Spiel gegen Endingen fallen wird und dieses wollen wir gewinnen», blickt Thomas Kähr voraus. «Das Schönste wäre aber natürlich, wenn Suhr Aarau und Endingen den Aufstieg schaffen würden.» Dass Kähr dabei für sein Team den Umweg über die Barrage um jeden Preis vermeiden will, versteht sich von selbst. (FBA)