Aarau
Sprengmeister des Rockwell-Gebäudes: «Die Echos waren durchwegs positiv»

Walter Weber war vergangene Woche landesweit im Gespräch. Er hat als Sprengmeister die erste Sprengung eines Hochhauses in der Schweiz geplant und durchgeführt. Weber lebt mit Gattin Brigitte und dem dreijährigen Sohn Damiano in Erlinsbach.

Toni Widmer
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Sprengmeister Walter Weber

Sprengmeister Walter Weber

Pascal Meier

Herr Weber, die Sprengung ist gelungen. Hat Sie dennoch etwas überrascht?

Walter Weber: Das Interesse der Medien habe ich unterschätzt. Ich bin fast überrannt worden.

Empfanden Sie das als Behinderung für Ihre Arbeit?

Nein, als Behinderung habe ich es nicht empfunden, obwohl ich zeitweise stark gefordert war. Die Sprengung vor meiner Haustüre war für mich ja auch ein Referenzobjekt und ich konnte nicht zuletzt dank den Medien einer breiten Öffentlichkeit zeigen, dass es möglich ist, ein so grosses Gebäude auf diese Weise sicher und zeitsparend zurückzubauen. Das ist gute Werbung für unsere Branche, die in der Schweiz etwas ins Hintertreffen geraten ist. Im Ausland werden deutlich mehr Gebäude gesprengt.

Was haben Sie im Zusammenhang mit der Sprengung als besonders erfreulich erlebt?

Die Zusammenarbeit mit den Betroffenen im Gais-Quartier in der Vorbereitungsphase und das Echo danach. Die Anwohner haben sich sehr kooperativ gezeigt und es gab auch nach der Sprengung keine negativen Reaktionen. Sogar die geborstenen Scheiben an der Buchserstrasse waren kein Problem. Das war einfach perfekt und dafür möchte ich mich bei allen herzlich bedanken. Dasselbe gilt für mein Team, auf das ich mich einmal mehr hundertprozentig habe verlassen können.

Ist bei der eigentlichen Sprengung etwas nicht ganz so gelaufen, wie Sie es erwartet haben?

Ja. Die gemessenen Erschütterungen sind deutlich unter den Erwartungen geblieben. Wir haben in mehreren Etappen gesprengt, damit die ganzen 5000 Tonnen Masse nicht auf einmal zu Boden krachten. Das hat sich besser bewährt als erwartet und eröffnet neue Perspektiven.

Was für welche?

Die zu erwartenden Erschütterungen sind ein wesentlicher Faktor, wenn Sprengung und konventioneller Abbruch gegeneinander abgewogen werden. Da geht es um allfällige Gebäudeschäden sowie den Schutz von Werkleitungen. Wir haben gezeigt, dass man solche Erschütterungen minimieren kann und das gibt dem Sprenggewerbe sicher bessere Karten.

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