Schule Entfelden
Oberentfelder Gemeindeammann über Schulinvestitionen: «Es ist so, wir werden den Steuerfuss um 4 Prozentpunkte anheben müssen»

An der Informationsveranstaltung der IG Schulraum Entfelden räumte Ammann Markus Bircher ein, dass die Gemeinde für die 23-Millionen-Aufstockung des blauen Schulhauses die Steuern anheben müssen wird. Dennoch: Im Moment deutet alles auf ein Ja an der Abstimmung vom 28. November.

Daniel Vizentini
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Lehrerin Brigitte Siegenthaler wirbt mit der IG Schulraum Entfelden für die Doppelaufstockung des blauen Oberstufenschulhauses.

Lehrerin Brigitte Siegenthaler wirbt mit der IG Schulraum Entfelden für die Doppelaufstockung des blauen Oberstufenschulhauses.

ZVG

Dass die Schule Entfelden dringend mehr Schulraum braucht – wird doch ein Provisorium nach dem anderen gebaut –, ist offenbar hinlänglich bekannt. Vielleicht deshalb war das Interesse an der Informationsveranstaltung der IG Schulraum Entfelden diese Woche nicht allzu gross: Gut 25 Personen kamen am Abend in die Turnhalle Dorf in Oberentfelden, Projekt- oder Gemeindeverantwortliche mitgezählt.

Dabei hatte sich IG-Initiantin Brigitte Siegenthaler-Kyburz, selbst Lehrerin an der Schule, mächtig ins Zeug gelegt und eine sehr umfangreiche Präsentation vorbereitet mit Informationen zu allen heutigen Schulgebäuden, in welchem Jahr sie erbaut wurden und für welche Schulstufen und Fächer sie genutzt werden. Das blaue Oberstufenschulhaus, das für 23 Millionen Franken aufgestockt werden soll, wurde in einem Video von innen gezeigt. «Das ist eigentlich ein gutes Schulhaus mit schönen, tollen Räumen, die man nach Bedürfnis einrichten kann», sagte Brigitte Siegenthaler.

Eine Arbeitsgruppe Schulraumplanung kam nach dreijähriger Arbeit zum Schluss, dass die Aufstockung dieses Schulhauses um zwei Etagen der beste, erste Lösungsschritt sei, um die chronische Raumknappheit zu tilgen. 24 Klassenzimmer und 24 Gruppenräume sollen über dem heutigen Schulhaus entstehen, das gleichzeitig sowieso saniert werden muss – unter anderem wegen der Erdbebentüchtigkeit, so wie das Schulhaus Schachen in Aarau. Ideal sei diese Lösung unter anderem deshalb, weil kein neues Land verbaut werden müsste und die Schulhäuser weiterhin als zusammenhängender Campus erhalten blieben, sagte Brigitte Siegenthaler an der Info.

Beim blauen Oberstufenschulhaus in Oberentfelden müssen auch die grünen Storen ersetzt werden, deren Lebensdauer längst überschritten ist.

Beim blauen Oberstufenschulhaus in Oberentfelden müssen auch die grünen Storen ersetzt werden, deren Lebensdauer längst überschritten ist.

Daniel Vizentini (22. September 2021)

In den Dörfern deutet offenbar alles auf ein Ja

Kamen deshalb so wenig Personen an die Info, weil die Meinungen in Ober- und Unterentfelden schon gemacht sind? Kann man davon ausgehen, dass die Doppelaufstockung an der Abstimmung vom 28. November von beiden Gemeinden problemlos angenommen wird?

Nach der Veranstaltung sagte Brigitte Siegenthaler: Im Dorf habe sie noch nie eine negative Meinung zur geplanten Doppelaufstockung des Oberstufenschulhauses gehört, sei es in den Vereinen oder sonst den anderen Bereichen, zu denen sie als Uroberentfelderin engen Bezug hat. In den letzten Tagen haben die rund 15 IG-Mitglieder intensiv in beiden Dörfern plakatiert. Um mehr Aufmerksamkeit für das Projekt zu erregen, waren sie dafür mit einem Traktor samt Kipper mit grossen Werbeblachen unterwegs.

«Meh Ruuum för Schuel» will die IG Schulraum Entfelden um Lehrerin Brigitte Siegenthaler (im Bild) erreichen. Am Wochenende war die Gruppe dafür mit diesem Traktor unterwegs.

«Meh Ruuum för Schuel» will die IG Schulraum Entfelden um Lehrerin Brigitte Siegenthaler (im Bild) erreichen. Am Wochenende war die Gruppe dafür mit diesem Traktor unterwegs.

ZVG

Sorgen bereiten eher noch die finanziellen Auswirkungen: Von den geschätzten 23 Millionen Franken Baukosten für Aufstockung, Sanierung und Schulraumprovisorium während des Baus würde Oberentfelden entsprechend der Bevölkerungsgrösse zwei Drittel übernehmen, also etwas über 15 Millionen. Dazu kamen am Infoanlass Fragen auf, etwa vom früheren Gemeindeammann Markus Werder. Der aktuelle Ammann, Markus Bircher, der anwesend war, sagte:

«Es ist effektiv so: Mit dem Bau kommen jährlich an die 700'000 Franken Abschreibungen auf die Gemeinde zu, wir werden den Steuerfuss um etwa 4 Prozentpunkte anheben müssen. Da kommen wir nicht drum herum.»

Markus Werder wiederum bekräftigte: Er habe sich jahrelang mit dem Schulraum auseinandergesetzt und immer wieder Lösungen gefunden. «Aber jetzt, da bin ich überzeugt, kann man nichts mehr aus den bestehenden Räumen herausholen.» Für Brigitte Siegenthaler und die IG ist klar: «Die Schule Entfelden braucht den zusätzlichen Raum einfach. Die Situation ist ernst.»

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