Schöftland
Downhill-Weltmeister will in Schöftland einen Pumptrack bauen

Brugg hat es vorgemacht, beide Erlinsbach wollen nachziehen und Buchs ist mit Aarauern im Gespräch: Asphaltierte Wellenbahnen für kleine und grosse Radsportler sind beliebt und kosten wenig. In Schöftland liegt jetzt ein Baugesuch auf.

Michael Küng Jetzt kommentieren
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Am Dorfrand Schöftlands soll bei der Sportanlage Rütimatten ein Pumptrack dazukommen.

Am Dorfrand Schöftlands soll bei der Sportanlage Rütimatten ein Pumptrack dazukommen.

Michael Küng / Aargauer Zeitung

Dass Aarauer Kinder und Jugendliche den Weg an den Stadtrand von Brugg auf sich nehmen, ist keine Selbstverständlichkeit. Doch mit dem Bau einer asphaltierten Wellenbahn für Inline-Skater, Velo- und Kickboardfahrer hat Brugg in Lauffohr voll ins Schwarze getroffen: Ausserhalb des Winters zieht der sogenannte Pumptrack Kinder und Familien aus der ganzen Region an. Dieses Bedürfnis haben mittlerweile gleich mehrere Gemeinden und Vereine in der Umgebung von Aarau aufgegriffen.

So hat der Verein Pumptrack Aarau von der Gemeinde Buchs Land zu einem symbolischen Pachtpreis angeboten bekommen und sucht nun nach Geldgebern für sein voraussichtlich 200'000 Franken teures Projekt. In den beiden Erlinsbach hat der Elternverein die Gemeinderäte überzeugt und sucht mit ihnen nach einem Standort.

Bereits ins Auge gefasst worden ist der Chalchhof. Und noch einen Schritt weiter ist der Verein Pumptrack 5040 in Schöftland. Die Initianten um Vereinspräsident Stefan Lorenz haben kürzlich ihr Baugesuch für den Bau eines Pumptracks bei der Sportanlage Rütimatten eingereicht, bis zum 8. März liegt es auf der Gemeinde auf (Einsicht wegen Covid-19 nur nach Voranmeldung).

«Die erste Planungsphase haben die Ortsbürger finanziert», sagt Stefan Lorenz. Erst wenn die Baubewilligung vorliegt, will er auf Sponsorensuche gehen. «Damit die Geldgeber einen sicheren Gegenwert haben», so der ehemalige Koch des Schlossgartens.

Fast keine Unterhaltskosten

Gebaut werden soll der Pumptrack von niemand geringerem als von Claudio Caluori und seinem Unternehmen Velosolutions. Der Bündner und siebenfache Weltmeister im Downhill-Mountainbiken gilt als der Spezialist schlechthin mit fast 300 gebauten Bahnen in 32 Ländern.

Für den Bau in Schöftland sind 350'000 Franken Baukosten geplant, das Land stellt die Gemeinde zur Verfügung. Der Betrieb soll dank Fronarbeit mit jährlich weniger als 3200 Franken sichergestellt werden, ein allfälliger Rückbau später nur 25'000 Franken kosten.

Auch das macht die beliebten Freizeitanlagen so attraktiv für Gemeinden. Sollte der Pumptrack eines Tages wieder weichen müssen, werden die Gelder für den Rückbau bereits auf einem Sperrkonto bereit liegen.

Bau und Einweihung des Pumptracks in Brugg (2017)

Geplant ist, zwischen den Fussballfeldern und der Hauptstrasse auf 2000 Quadratmetern zwei Bahnen zu bauen. Eine einfachere, 47 Meter lang und die zweite, grössere, mit 201 Meter Länge. Die Nutzung ist strikt auf die sportliche beschränkt, ein Fahrverbot tritt jeweils mit der Dämmerung in Kraft.

Den Verein hinter dem Projekt stemmen drei velobegeisterte Familien, erzählt Stefan Lorenz, seine eigene mit eingeschlossen. «Besonders wichtig ist uns, dass alle willkommen sind», sagt er. Deshalb ist die Anlage sogar vom Paraplegikerzentrum abgesegnet: Auch Rollstuhlfahrer sollen sich bald in Schöftland vergnügen können.

Promo-Video der Bündner Planer des Pumptracks in Schöftland.

Velosolutions GmbH/Youtube
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