Gränichen
«Schnitz ond Drunder»:Ein mundendes Musik-Menü

Die Musikgesellschaft Gränichen lud zum Jahreskonzert. Unter dem Motto «Schnitz ond Drunder» bot sie einen bunten Strauss farbiger Melodien rund um das Thema «Essen und Trinken». Dem Publikum gefiels

Jürg Nyffenegger
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Die Musikgesellschaft Gränichen präsentierte ein abwechslungsreiches Musik-Menü. Patricia Schoch

Die Musikgesellschaft Gränichen präsentierte ein abwechslungsreiches Musik-Menü. Patricia Schoch

In der neusten Ausgabe der Schweizer Musikzeitung äussert sich der Präsident der Federazione bandistica ticinese, Fiorenzo Rossinelli, so: «Die Musikkapelle erlaubt es den Kindern, sich auf einfachste Weise der Welt der Musik anzunähern. Auch bleibt sie ein repräsentativer Teil des kulturellen Gemeindelebens, die einzige Einrichtung, die die Menschen von der Jugend bis ins Alter begleitet. Die Musikkapelle ist ein wichtiger Mehrwert für unsere Gesellschaft.»

Rossinelli hätte das durchaus über den gehaltvollen Abend der Musikgesellschaft Gränichen, die unter der engagierten Leitung von Ursula Jurt auftrat, sagen können. Da vereinten sich ältere, bewährte Musikantinnen und Musikanten (darunter Siegfried Voser, der nach 35 Aktivjahren in der Blasmusik eben Eidgenössischer Veteran geworden ist und deshalb eine besondere Ehrung entgegennehmen durfte) mit ganz jungen Nachwuchskräften.

Achtjährige komponierte Stück

Es ist der MG Gränichen hoch anzurechnen, dass sie etliche Jungmusikanten und Jungtambouren zum Mitmachen eingeladen hat. Die auf dem eidgenössischen Parkett erfolgreiche Initiative «Jugend und Musik» wurde so auf schöne Weise konkretisiert.

Dass es sogar zu einer Uraufführung kam, war der erst achtjährigen Ursina Stauber zu verdanken, die für die Jungtambouren das Stück «My first» komponiert hatte, ein fröhliches und rhythmisch ziemlich anspruchsvolles Werk. Ihr und den Ausführenden spendete das Publikum zu Recht reichen Applaus. Wie heisst es doch so schön am Berner Münster? «Mach’s na!»

Auch der gesellschaftsverbindende Aspekt war erfüllt, lauschte doch ein erfreulich grosses Publikum aus der näheren und weiteren Umgebung Gränichens den abwechslungsreichen Klängen.

Solides «Handwerk»

Man merkte es schon beim Auftakt, dem berühmten «Bundesrat-Schaffner-Marsch» von Albert Benz: die MG Gränichen war von Ursula Jurt gut vorbereitet worden und war mit grossem Einsatz bei der Sache. Am Anfang der vierteiligen Suite über die italienische Küche des Holländers Robert Finn mussten sich die tiefen Bläser zuerst finden, dann aber zeigte des Ensemble die reichen Facetten seines Könnens.

Starke Solisten

In den Reihen der Musikgesellschaft gibt es auch bravouröse Solisten, so die Klarinettisten Jörg Lehner und Sandra Frischknecht (in einem brillant vorgetragenen Tanz von Kurt Albert, gekonnt arrangiert von Christoph Walter).

Oder den Trompeter Christoph Spirgi (mit wunderbarem Solo in «Watermelon Man») und auch die Piccolospielerin, die in ihrem Solo im berühmten Marsch «The Stars and Stripes» von John Philip Sousa die Zuhörenden ins Staunen versetzte.

Im ganzen Konzert gab es keine einzige Panne. Da und dort war die Intonation etwas getrübt, aber das vermochte den guten Gesamteindruck kaum zu beeinträchtigen.

Zwischen den einzelnen Stücken gab es «kulinarische» Sketche, die mitunter recht amüsant, insgesamt aber unnötig waren. Mit zwei rassigen Zugaben liessen die Gastgeber die langatmigen Vorträge des kabarettistischen Trios rasch vergessen.

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