Einbrecher

Panzerglas und Stahlbolzen können Einbrechern ihr übles Geschäft verderben

Einbrecher haben in den dunklen Wintermonaten Hochkonjunktur. Um sich vor unliebsamen Gästen zu schützen, reicht Vorsicht allein nicht aus. Häuser sollten mit diversen Sicherheitselementen ausgestattet sein.

Peter Rombach
Drucken
Teilen
Architekt August Scherrer vor seinem unter Sicherheitsaspekten gebauten Haus.

Architekt August Scherrer vor seinem unter Sicherheitsaspekten gebauten Haus.

Zur Verfügung gestellt

Der Aarauer Architekt August Scherrer weiss, was es braucht, um den Einbrechern den Garaus zu machen. Auf Bunkerbau hat er sich keinesfalls spezialisiert. Seit dreissig Jahren gilt er in der Branche als Spezialist für einbruchsichere Häuser. Er empfiehlt Fensterscheiben aus Panzerglas und mit mehreren Stahlbolzen gesicherte Türen. Wie Radio DRS in seinem Regionaljournal Aargau-Solothurn berichtete, müssten sich Ganoven an Scherrers Häusern «die Zähne ausbeissen».

Als Schwachstellen an Ein- wie Mehrfamilienhäusern gelten insbesondere die Fenster, aber auch Balkon- und Terrassentüren. Erfahrungsgemäss üben die finsteren Gesellen meistens dort ihr «Handwerk» aus. Bernhard Graser, Mediensprecher der Kantonspolizei Aargau, kann dies bestätigen. «Die Täter versuchen beispielsweise das Fenster mit einem Schraubenzieher aufzuwuchten.» Ansonsten empfiehlt er, den Aspekt von aufmerksamen Nachbarn zu beherzigen oder mit einer Lichtanlage verbundene Bewegungsmelder zu installieren.

Auch Brechstangen im Einsatz

Mitunter kommt auch «schweres Gerät» in Form von Brechstangen zum Einsatz. Und wenn es einem Einbrecher nicht schnell genug geht, fliegt schon mal ein Stein durch die Fensterscheibe. Architekt August Scherrer beschreibt seine Erfahrungswerte: «Wenn der Einbrecher das Fenster nicht innerhalb von zwei, drei Minuten offen hat, dann geht er meistens weiter und versucht es beim nächsten Haus.» Scherrer hofft, dass Strolche die Nerven verlieren und wieder verschwinden, wenn sich der geplante Einbruch plötzlich verzögert.

Der Spezialist rät, in die Fenster eine Art Panzerglas einzusetzen und sie im Erdgeschoss noch zusätzlich mit gut in der Wand verankerten Gittern zu sichern. Was Türen anbelangt, plädiert Scherrer für Stahlbolzen, die rund um die Türe angeordnet sind und eine solide Verankerung mit einem in der Mauer befestigten Stahlrahmen ermöglichen. Auf weniger stabile Kunststoffrahmen muss nach Einschätzung des Architekten verzichtet werden.

Wer sein Haus unter Sicherheitsaspekten realisiert, auf den kommen zwei bis drei Prozent der Bausumme an zusätzlichen Kosten zu. «Das lohnt sich in jedem Fall», meint August Scherrer, der keine Abstriche an der Lebensqualität erkennt. «Türen und Fenster lassen sich ganz normal bedienen.» Eine gute Nachbarschaft schätzt er ebenfalls, um Einbrüche zu vermeiden.