Aarau

Neue Disco «Pura Vida»: Jetzt können auch unter 18-Jährige tanzen gehen

Clubs, wo unter 18 Jahren getanzt und gefeiert wird, sind rar in Aarau – die Jugendarbeit bietet darum im Gemeinschaftszentrum Telli neu Discos für Jugendliche ab 14 Jahren an

Lee Ann Müller
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Pure Lebensfreude: Die Jugendlichen feiern in der neuen Disco im Gemeinschaftszentrum Telli.

Pure Lebensfreude: Die Jugendlichen feiern in der neuen Disco im Gemeinschaftszentrum Telli.

ZVG

Wenn die kalte Jahreszeit anbricht, ist es vorbei mit den Treffen an der Aare oder dem gemütlichen Zusammensitzen vor den Bars in der Innenstadt. Die wenigen Clubs in Aarau locken wieder mit lauter Musik – die Jugendlichen unter 18 Jahren haben es jedoch schwer, legal einen Club zu besuchen. Neben den regelmässigen Partys im «Flössi» gibt es in Aarau wenig Ausgangsmöglichkeiten für Minderjährige. Seit Ende September schafft die Jugendarbeit nun Abhilfe: Bereits zweimal wurde im Discolokal «Metropol» im Gemeinschaftszentrum Telli die Jugenddisco «Pura Vida» durchgeführt.

Den Namen haben die Jugendlichen selber ausgewählt, entstanden ist die Idee einer Disco für 14 bis 18-Jährige bei den wöchentlichen Jugendtreffs im Wenk: «Zuerst wollten wir die Disco im Treffraum machen, doch wir merkten schnell, dass der Touch eines ‹normalen› Jugendtreffs haften blieb», sagt Jugendarbeiter Christoph Rohrer. Die richtige Lokalität für ein echtes Discoerlebnis fand man schliesslich mit der «Disco Metropol», welche mit DJ-Pult, Lounge und Bar optimal ausgerüstet ist.

Wer übernimmt das Putzen?

Bei der Organisation und Durchführung ist die Jugendarbeit auf die Unterstützung engagierter Jugendlicher angewiesen. «An uns bleibt vor allem das Putzen hängen», sagt Rohrer mit einem Augenzwinkern. Die Teenager gestalten die eigene Facebookseite, helfen an der Abendkasse oder kontrollieren den VIP-Bereich. Sie würden ihre Aufgaben sehr ernst nehmen, sagt Praktikantin Michèle Graf: «Da wird kein Gspänli aus Freundschaft gratis reingelassen.»

Die meisten Jungs hätten bei der Jobverteilung am liebsten Aufpasser gespielt. Zum Leidwesen vieler sind es jedoch professionelle Sicherheitsleute, die am Eingang stehen und die Ausweise sowie die Bändeli für den Alkoholausschank kontrollieren. In der Jugenddisco wird Bier und Wein ab 16 Jahren angeboten. «Wir hätten komplett auf Alkohol verzichten können. Wenn Jugendliche jedoch heutzutage in die Disco gehen, gehören alkoholische Getränke dazu», sagt Christoph Rohrer. Er ist überzeugt: Mit einem strikten Verbot würde man nur das heimliche Mitschmuggeln von Alkohol fördern.

Diesen Samstag findet die Jugenddisco zum dritten Mal statt, um 20 Uhr wird die Party eröffnet. Die Jugendarbeiter rechnen mit rund 50 Besuchern. Bei der ersten Disco waren 70 Jugendliche anwesend, beim zweiten Mal knapp 40. «Die Jugendarbeit lebt halt von Spontanität», sagt Rohrer, «ob eine Gruppe Jugendlicher kommt oder nicht, hängt oft von Faktoren wie Laune, Sackgeld oder Wetter ab.» Die grösste Herausforderung bei der Durchführung der Discos sei darum, dass man den Abend selber nicht planen könne, sagt Rohrer. Mittlerweile hätten sie jedoch bereits eine gewisse Erfahrung gesammelt.

Wie es weitergeht, wird sich nach der nächsten Party zeigen, wenn die Jugendarbeit gemeinsam mit den Jugendlichen ein Fazit ziehen kann. Christoph Rohrer sagt: «Es wird im neuen Jahr mit hoher Wahrscheinlichkeit wieder ein solches Angebot geben.» Ein Ziel sei es, das Projekt mit den verschiedenen Jugendarbeiten aus der Region auszuweiten, um dadurch die finanziellen und personellen Ressourcen besser auszunützen. «Im Januar findet aber noch keine Disco statt», sagt Rohrer, «da müssen sich die Jugendlichen im neuen Jahr etwas gedulden.»