Knappheit
50 Prozent zu wenig: In den Kantonen Aargau und Solothurn fehlen Blutreserven

Die Blutreserven in den Kantonen Aargau und Solothurn haben ein «bedrohlich tiefes Niveau» erreicht. Um die Versorgung der Spitäler sicherzustellen, sucht die Stiftung Blutspende SRK dringend Freiwillige.

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In den Kantonen Aargau und Solothurn werden Spenderinnen und Spender gesucht.

In den Kantonen Aargau und Solothurn werden Spenderinnen und Spender gesucht.

Symbolbild: Keystone

Die Blutreserven in den Kantonen Aargau und Solothurn sind knapp. «Wir haben ungefähr 50 Prozent weniger Blut, als wir brauchen. Das sind um die 250 Spenden, die uns aktuell fehlen», wird Barbara Mihm, Leiterin der Stiftung Blutspende SRK Aargau-Solothurn, in einer Mitteilung zitiert. Der Bedarf bleibe aber dennoch hoch.

Um die Spitäler weiterhin ausreichend versorgen zu können, müsse der Rückstand aufgeholt werden. Die Stiftung ruft die Bevölkerung «dringend» zum Blutspenden auf. Denn Blut sei nicht lange haltbar und könne nicht künstlich hergestellt werden.

Herbstferien und Sperrfristen für Ferienrückkehrer

Als Hauptgrund für den tiefen Blutbestand werden die Herbstferien genannt. Viele der potenziellen Spenderinnen und Spender seien aktuell unterwegs, auch von den bestehenden Spendern könne das Serviceteam kaum jemanden erreichen, so Mihm weiter.

Ein weiteres Problem stellen die Sperrfristen für Ferienrückkehrer dar. Wer in gewissen Ländern Ferien verbringt, ist für das Blutspenden gesperrt. So fallen aktuell etwa grosse Teile Norditaliens darunter, da dort das West-Nil-Virus umgeht. Welche Länder gesperrt sind und wann Ferienrückkehrer wieder spenden dürfen, lässt sich über den Online Travel-Check herausfinden.

Wer Blut spenden kann

Blutspenden kann jede Person, die zwischen 18 und 60 Jahre alt ist, sich gesund fühlt und mindestens 50 Kilogramm wiegt. Gespendet werden kann in den Blutspendezentren in Aarau, Baden, Brugg, Grenchen, Menziken, Muri, Olten, Solothurn und Zofingen sowie bei zahlreichen Blutspendeaktionen in den Gemeinden. Spendenden wird empfohlen, einen persönlichen Termin telefonisch im gewünschten Spendezentrum zu vereinbaren und vorgängig den Online-Spendecheck durchzuführen.

Bei einer Vollblutspende werden in zirka 10 Minuten 450 ml Blut entnommen. Eine Blutspende dauert inklusive Vorgespräch rund 40 Minuten, für Erstspender rund 1 Stunde.

Die Blutgruppe 0 negativ ist besonders gefragt, da dieses Blut Patienten aller Blutgruppen verabreicht werden kann. Termine können hier vereinbart werden. (AZ)