Kinderbetreuung
«Die Anfragen sind explodiert» – Auenstein soll jetzt eine Kita bekommen

Die Auensteiner Gemeinderätin Isabelle Schmed erzählt über die Pläne zur neuen Kita. Diese soll zwölf Plätze plus 15 für den Mittagstisch haben. An der Gmeind vom 17. Juni (Einwohnergmeind) und 21 Juni (Ortsbürgergmeind) wird abgestimmt.

Nadja Rohner
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In Auenstein soll neben dem Schulhaus Bündte ein Modulbau für Tagesstrukturen (Kita) entstehen.

In Auenstein soll neben dem Schulhaus Bündte ein Modulbau für Tagesstrukturen (Kita) entstehen.

Nadja Rohner

Als der Auensteiner Gemeinderat vor vier Jahren im Rahmen der Gesetzesänderung Kibeg eine Bedarfsanalyse startete, war das Ergebnis klar: «Ein Bedürfnis, aber kein Bedarf», summiert die für Soziales zuständige Gemeinderätin Isabelle Schmed. Und betont: «Das hat sich jetzt geändert: Die Anfragen sind explodiert. Das liegt unter anderem an der Neubautätigkeit – es ziehen junge Eltern hierher, die berufstätig sind und die Grosseltern nicht unbedingt in der Nähe haben. Für diese ist es zentral, dass ihr Wohnort eine Kita bieten kann.»

Zunächst prüfte die Gemeinde den Kauf einer bestehende Liegenschaft für die Kita kaufen, fand aber nichts Geeignetes in Schulnähe. Nun soll neben dem Schulhaus Bündte, auf dem Kiesplatz, eine Kita gebaut und an den dortigen Wärmeverbund angeschlossen werden. Die Kinder werden die zwei Schulspielplätze nützen können. Geplant ist für die neue Kita ein Modulbau, einstöckig, aber, falls notwendig, aufstockbar, mit etwa 500 Quadratmetern Grund- und 200 Quadratmetern Nutzfläche. «Bei der Grösse unseres Dorfes reicht das vorerst», sagt Schmed. Sie ergänzt:

«Wir werden keine 40 Kinder in der Kita haben – geplant sind zwölf Plätze plus 15 für den Mittagstisch.»

Betreut werden Kinder von drei Monaten bis zum Kindergartenalter. Für die Schüler gibt es Mittagstisch und Randstundenbetreuung. Die Schulferien werden abgedeckt. Auch die Spielgruppe, die heute in der Turnhalle untergebracht ist, soll in den Neubau zügeln.

Holz soll dominieren

«Es soll etwas Schönes entstehen, nachdem wir schon so ein schönes Schulhaus haben», betont Schmed. Der Auftrag wurde noch nicht vergeben. «Aber ich gehe davon aus, dass grosse Fenster und Holz – wie beim Schulhaus – auch beim Kitagebäude dominieren werden.»

Betrieben wird die neue Kita vom Verein Erziehung und Bildung (VEB). Dieser ist bestens bekannt, führt er doch beispielsweise Kitas in Aarau, Erlinsbach und Lenzburg. «Für die Gemeinde ist es ein Glücksfall, dass sich eine erfahrene Organisation wie der VEB auf die Ausschreibung beworben hat», sagt Schmed. Der VEB zahlt jährlich einen Mietzins; und das Gebäude wird auf 35 Jahre abgeschrieben.

Das Land gehört den Ortsbürgern. Deshalb ist die Vergabe im Baurecht an der Ortsbürgergemeindeversammlung vom 21. Juni traktandiert. Der Bau und die Inneneinrichtung bezahlt die Einwohnergemeinde, weshalb die Stimmbürger am 17. Juni über den Verpflichtungskredit von 850'000 Franken abstimmen werden. Isabelle Schmed weiss, dass es konservative Stimmen im Dorf gibt. Sie ist aber überzeugt, dass auch diese den Nutzen einer solchen Einrichtung erkennen können. Schmed betont:

«Für die Gemeinde ist das nicht nur ein soziales Engagement, sondern ganz klar auch ein Standortvorteil. Wir haben ein Interesse daran, dass Doppelverdiener zuziehen.»

Sie glaubt an ein Ja, sofern denn auch jene an die Gemeindeversammlung kämen, die sich eine Kita im Dorf wünschen. Wenn alles klappt, wie geplant, kann der Betrieb vor den Frühlingsferien 2022 starten.

Um im Vorfeld über das Vorhaben zu informieren, findet am Dienstag, 25. Mai 2021, um 19.30 Uhr in der Turnhalle Auenstein eine vom Elternforum organisierte Informationsveranstaltung statt.