Suhr

Die neue Taxordnung fordert die Verwaltung

Der Gemeindeverband Krankenheim Lindenfeld will überprüfen, wie die interne Kontrollstelle künftig ausgestaltet werden soll, und fasst eine Revision der Satzungen als Ganzes ins Auge.

Hubert Keller
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Das Krankenheim Lindenfeld rechnet bei 150 Betten mit einer Belegung von 97 Prozent. az-archiv

Das Krankenheim Lindenfeld rechnet bei 150 Betten mit einer Belegung von 97 Prozent. az-archiv

Obwohl die Auswirkungen des neuen Pflegegesetzes beträchtlich sind, wurden darüber keine grossen Worte mehr verloren. In knappen 45 Minuten beriet die Abgeordnetenversammlung Gemeindeverband Krankenheim Region Aarau die neue Taxordnung und das Budget 2011 und ging zum gemütlichen Teil mit Snacks, Orangenjus und Weisswein über. 30 Gemeinden, inklusive Aarau, sind im Gemeindeverband, der das Krankenheim Lindenfeld betreibt, zusammengeschlossen. 28 waren an der von Stadtrat und Verbandspräsident Michael Ganz geleiteten Versammlung vertreten.

Die neue Taxordnung hatte in den vergangenen Wochen und Monaten viel zu reden und zu schreiben gegeben. Die Umstellung der Pflegefinanzierung fordert die Verwaltung im Krankenheim Lindenfeld stark, wie Direktor Thomas Holliger – er ist seit Juli 2010 im Amt – erklärte. «Solche Veränderungen haben die Administration noch nie einfacher gemacht», meinte Michael Ganz lakonisch, allerdings erst nach der Versammlung.

An Pilotprojekt beteiligt

Das «Lindenfeld» ist eine von sieben Pflegeinstitutionen im Kanton, die an einem Pilotprojekt beteiligt sind. Das Krankenheim übernimmt vom Kantonsspital Aarau Patienten, die Akut- und Übergangspflege benötigen, bevor sie wieder nach Hause dürfen.

Im Juli letzten Jahres ist Heinz Frey gestorben. Seither zählt die interne Kontrollstelle nur mehr zwei Mitglieder. Die Satzungen des Verbands sehen aber drei vor. Wie Michael Ganz orientierte, wird man auf eine Ergänzung zumindest vorläufig verzichten. Der Vorstand will überprüfen, wie die Kontrollstelle künftig ausgestaltet werden soll, und fasst eine Revision der Satzungen als Ganzes ins Auge.

«Eine grössere Übung»

Das allerdings wäre, so Ganz, «eine grössere Übung», bei der die Verbandsgemeinden das letzte Wort hätten. Der Vorstand ist jedenfalls der Ansicht, dass die Kontrollstelle in der heutigen Form nicht mehr zeitgemäss sei, da ja eine externe Revisionsfirma die Rechnungen prüfe.

Das Krankenheim Lindenfeld verfügt über 150 Betten; das Budget rechnet mit einer Belegung von 97 Prozent. Das ergibt über 53000 Pflegetage. Im Jahr 2011 wird mit einem Ertrag von 17,3 Mio. Franken gerechnet. Die Bewohner tragen 9,3 Mio. Franken bei (Tagestaxen, Betreuungskosten, Anteil Pflege). Die öffentliche Hand steuert 1,65 Mio. bei, die Versicherer über die Pflegetaxen knapp
6 Mio. Franken.

Der für 2011 budgetierte Personalaufwand beläuft sich auf 11,7 Mio., der Sachaufwand auf 4,4 Mio. Franken. 1 Mio. Franken werden für Abschreibungen benötigt, 191000 Franken für Zinsen.