Aarau
Der Verkehrsverein plant den Einsatz von Apps bei Stadtführungen

Der Verkehrsverein Stadt und Region Aarau will die Kommunikation verstärken und stellt mehr Geld zur Verfügung. Die Übernachtungstaxen werden erhöht.

Hubert Keller
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Präsidentin Esther Schmid: «Wir haben viele Gespräche geführt und wertvolle Kontakte geknüpft.»

Präsidentin Esther Schmid: «Wir haben viele Gespräche geführt und wertvolle Kontakte geknüpft.»

Eines muss man den Vorstand des Verkehrsvereins Stadt und Region Aarau nicht lehren: zu improvisieren. Als sich zur Generalversammlung statt der wie üblich erwarteten 50 Mitglieder deren 80 angemeldet hatten, wurde das Personal kurzerhand verdoppelt: Zwei Stadthostessen, welche die Führungen rund um den Bahnhof übernahmen, zwei Mitarbeitende vom Stadtmuseum, die in die Tiefen des Meyerschen Stollensystems begleiteten. Und der neue Wirt des Restaurants Einstein, Andreas Ehrensperger, schloss für die Dauer der GV seine Feierabendgäste aus.

Dann, beim formellen Teil der Zusammenkunft, kam Präsidentin Esther Schmid doch ans Limit. Ihre Stimme trug ohne Mikrofon nicht bis in die hintersten Reihen, was ihr aber niemand übel nahm.

Dennoch, der Verkehrsverein will sich künftig auch einer Stimme bedienen, die weit trägt. Im Bereich der Kommunikation macht nämlich Vorstandsmitglied und Hotelier Dominik Wyss Defizite aus. Der Verein unterstützt deshalb zusammen mit den anderen Standortmarketing-Partnern die Tätigkeiten von Marketing-Fachmann Marcel Suter, der seit Oktober letzten Jahres als Stadtmoderator wirkt.

Und dessen Stimme ist nicht zu überhören, wie man unschwer feststellen konnte, als er im Namen des Vereins Standortmarketing und der Detaillistenvereinigung «Zentrum» die Versammlung begrüsste.

Geplant ist ein App für autonome Stadtführungen, wie Wyss informierte. Überlegungen gehen in Richtung Stadtrundfahrten. Broschüren und Tragtaschen werden gedruckt, Gästekarten für die Nutzung öffentlicher Verkehrsmittel abgegeben.

Insgesamt alimentiert der Verkehrsverein die vielfältigen Projekte im laufenden Jahr mit 102 000 Franken. Das von 97 000 auf 118 500 Franken erhöhte Ausgabenbudget gleicht die Hotellerie aus, welche die Übernachtungstaxen auf einen Franken erhöht. Mit rund 70 000 Franken tragen die Hotelgäste zwei Drittel des Aufwands.

Nachdem Fränzi Berger die Leitung von «aarau info» aufgegeben hatte, sie lässt sich zur Lehrerin ausbilden, hat im September letzten Jahres Esther Schmid die Leitung des Büros am Schlossplatz übernommen.

In ihrem Jahresbericht hob Esther Schmid in ihrer Doppelfunktion den Auftritt am MAG (Markt Aarauer Gewerbetreibender) hervor, der zusammen mit der Partnerstadt Reutlingen bestritten wurde. Es seien nicht nur Reutlinger Spätzle offeriert, sondern über 1000 Taschen mit Broschüren verteilt worden, wie die Präsidentin berichtete.

Und: «Wir haben viele Gespräche geführt und wertvolle Kontakte geknüpft.» Es ist beschlossene Sache, dass der Verkehrsverein am diesjährigen Herbstmarkt wieder beteiligt sein wird.

Erstmals wurden im vergangenen Jahr zwei Produkte zusammen mit Seetaltourismus realisiert. Der «Gästeverführer», eine Broschüre mit Bons für vergünstigte Eintritte in Schlösser, Kunsthaus, Naturama und andere Sehenswürdigkeiten, sowie die Gästetickets für die vergünstigte Nutzung öffentlicher Verkehrsmittel.

Die Erwartungen nicht erfüllt hat laut Esther Schmid der «Freizeitverführer», der mit vielen Bons und Vergünstigungen an die Stadt und die Gemeinden hätte verkauft werden sollen, zum Beispiel als Präsent für Neuzuzüger oder Jungbürger. «Leider war das Interesse bescheiden», sagte Schmid, «dafür war der neue Wanderführer umso beliebter.»

Bestätigt wurden die Vorstandsmitglieder, die allesamt weitermachen. Es sind dies: Präsidentin Esther Schmid, Tamara Fretz, Dominik Wyss und Mathias Grünenfelder.

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